Prinz Harry erinnert sich an Kanada-Umzug: „Ich rutschte für zwei Wochen in eine Depression“
Am 6. Mai 2019 wurde Archie Mountbatten-Windsor (7) geboren. Für seine Eltern, Prinz Harry (42) und Herzogin Meghan (45), folgte die vermeintlich glücklichste Zeit. Doch zwischen idyllischen Familienmomenten und royalen Verpflichtungen bahnte sich der Rückzug aus der Königsfamilie an. Vor der offiziellen Verkündung im Januar 2020 zog sich die Sussexes für eine mehrwöchige Auszeit nach Kanada zurück. Wie Prinz Harry nun in einem „Masterclass“-Online-Kurs (gegen Bezahlung) erzählt, kam er auch dort kaum zur Ruhe.
Prinz Harry spricht von „Adrenalin-Absturz“ und Depression
„People.com“ berichtet von Harrys Video auf der Online-Lernplattform „Masterclass“ mit Neurowissenschaftlerin Dr. Mary-Frances O’Connor. Unter dem Titel „Redefining Grief: Building Resilience Through Loss“ (zu Deutsch: „Trauer neu definieren: Resilienz durch Verlust aufbauen“) spricht er unter anderem über die Zeit kurz nach dem Umzug.
„Als ich in Kanada war – fernab von dem stressigen Umfeld, in dem mein Körper vermutlich geradezu mit Adrenalin vollgepumpt worden war –, erlebte ich innerhalb von zwei oder drei Tagen diesen Adrenalin-Absturz. So etwas hatte ich noch nie zuvor erlebt“, erzählt Harry. „Es war, als bräuchte ich Stress, um das Adrenalin zu bekommen, das mein Gehirn zum Funktionieren brauchte, denn zu Hause war ich zu nichts mehr zu gebrauchen. Ich rutschte tatsächlich für etwa zwei Wochen in eine Depression ab und hatte das Gefühl, ohne Adrenalin nicht mehr funktionieren zu können.“ Dabei hatte der Umzug eigentlich eine Chance sein sollen, „Abstand von allem gewinnen, einfach nur, um nachdenken zu können.“
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Panikattacken auf dem Weg zur Arbeit: Neurowissenschaftlerin erklärt Harrys Stressreaktion
„Mir wurde allmählich klar, dass meine Reserven wohl völlig aufgebraucht waren, als sich schon das Anziehen eines einfachen Oberhemds – genauer gesagt das Engegefühl am Kragen – buchstäblich wie Ersticken anfühlte und ich sogar auf der Fahrt zur Arbeit Panikattacken bekam“, erinnert sich der Prinz heute. „Da begriff ich: ‚Okay, hier steckt etwas Größeres dahinter, dem musst du auf den Grund gehen‘.“
Die Neurowissenschaftlerin Dr. Mary-Frances O’Connor erklärt daraufhin: „Das Problem ist, wenn man ständig voll auf dem Gaspedal steht und den Körper gewissermaßen mit Vollgas antreibt, ist das auf Dauer nicht durchzuhalten. Die Forschung zeigt, dass bei Menschen unter chronischem Stress die Cortisolreserven irgendwann erschöpft sind. Die Folge ist ein benebelter Kopf – man ist geistig nicht mehr ganz auf der Höhe. Man fühlt sich völlig ausgelaugt, schon direkt nach dem Aufstehen am Morgen.“
Hier findet ihr schnelle Hilfe bei Depressionen und in psychischen Notlagen
Eine Rund-um-die-Uhr-Anlaufstelle für alle Menschen in psychischer Not ist die Telefonseelsorge mit den deutschlandweiten Telefonnummern 08001110-111 oder -222.
Die Internetplattform „Freunde fürs Leben“ gibt Hilfestellung bei drohendem Suizid. Weitere Informationen findet ihr auch bei der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Ein Verzeichnis von Beratungsstellen findet ihr hier: Suizidprophylaxe.de.
Auch das deutschlandweite Info-Telefon für Depressionen ist kostenlos unter 0800 33 44 5 33 erreichbar.
Wissen, Selbsttest und Adressen rund um das Thema Depression findet ihr bei der Deutschen Depressionshilfe.
Fachlich moderierte Online-Foren zum Erfahrungsaustausch für Erwachsene gibt es im Diskussionsforum Depression. Junge Menschen ab 14 Jahren können sich bei Fideo austauschen.