Prinzessin Christinas (†) Vater engagierte Skandal-„Wunderheilerin” für sie
Am 16. August 2019 stand die Niederlande still. Prinzessin Christina (†72), die Tochter von Ex-Königin Juliana (†94) erlag dem Kampf gegen Knochenkrebs nach zwei Jahren endgültig. Vor genau sieben Jahren musste die niederländische Königsfamilie Abschied von der jüngsten Schwester Beatrixes (88) nehmen. Zu diesem Anlass blickt BUNTE.de auf das schicksalsträchtige Leben der Prinzessin zurück und erklärt, was eine „Wunderheilerin“, die anfänglich zugunsten Christinas an den Hof geholt worden war, mit der Familie anrichtete. Christina von Oranien-Nassau war bei ihrer Geburt fast blind Als letzte von insgesamt vier Schwestern kam Christina am 18. Februar 1947 zur Welt. Das sprichwörtliche Licht der Welt erblickte sie jedoch nicht, denn sie wurde bereits mit einer Augenerkrankung geboren und war daher fast blind. Grund für diesen Umstand war eine Infektion ihrer Mutter mit Röteln, die sie sich während der Schwangerschaft eingefangen hatte. „Wunderheilerin“ sollte ihre Augenerkrankung beseitigen Mithilfe von Spezialbrillen und einer Augenoperation kam sie dennoch im Alltag zurecht und konnte das ganz normale Leben eines jungen Mädchens führen. Und das, obwohl sie auf einem Auge völlig erblindet war. Ihre Eltern hätten ihr natürlich gerne bessere Voraussetzungen geschenkt und wandten sich in ihrer Verzweiflung an die „Wunderheilerin“ Greet Hofmans, die ihnen allen später noch zum Verhängnis werden sollte. ANZEIGE ANZEIGE Prinz Bernhard zur Lippe-Biesterfeld setzte Hoffnung in Hofmans Es heißt, Christinas Vater Prinz Bernhard zur Lippe-Biesterfeld (†93) sei der Drahtzieher gewesen, der die Esoterikerin an den Hof gebracht hatte. Wie „Der Spiegel“ einst berichtete, hatte der deutsche Prinz bei der Jagd einen General kennengelernt, dessen kleine Tochter angeblich durch die Fähigkeiten der göttlichen Heilerin von Tuberkulose befreit worden war. Und so hatte Hofmans auch den Prinzen in seiner Hilflosigkeit schnell am Haken. Dementsprechend ist es umso verwunderlicher, dass gerade Bernhard es gewesen sein soll, der später dafür sorgte, dass die „Wunderheilerin“ wieder verschwand. Prinzessin Christina wurde nicht geheilt, die Ehe Julianas stand auf der Kippe Ihr „Werk“ verrichtete sie an der erkrankten Prinzessin schlicht mit den Worten: „Marijke [so lautete ihr erster Name, den sie damals noch verwendete; Anm. d. Redaktion] wird sehen. Gott wird ihr volles Augenlicht geben – innerhalb von zwei Jahren.“ Für ihre Arbeit bekam sie ein Zimmer auf Schloss Soestdijk, was es ihr ermöglichte, sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit bei Königin Juliana einzuschmeicheln. Mit großem Erfolg. Denn auch, als sich ihre Prophezeiung nach zwei Jahren nicht einstellte, genoss sie noch das uneingeschränkte Vertrauen Julianas, deren Beraterin sie längst geworden war. Bernhard dagegen war misstrauisch geworden und wollte sie aus dem Schloss haben, zumal auch Gerüchte laut wurden, die „Heilerin“ würde auch politische Ratschläge geben. Prinz Bernhard wollte Greet Hofmans wieder loswerden Die Ehe des Paars wurde durch diese Meinungsverschiedenheit schwer belastet und erst durch Bernhard Einwirken und eine Untersuchungskommission musste Hofmans ihr Zimmer im Schloss räumen. Beinahe hätte sie die Beziehung der Königin zerstört und mit ihren Ideen, die die Juliana ins Ohr setzte, auch noch eine verfassungsmäßigen Krise ausgelöst. Für die Liebe verzichtete sie auf Thronanspruch So bekam Christina zwar nicht die versprochenen Sehfähigkeiten geschenkt, ließ sich aber dennoch nicht aufhalten. Sie zog fürs Studium der Gesangspädagogik nach Montreal und ließ sich später in New York nieder, wo sie an einer Montessorischule Gesangsunterricht gab. Im Big Apple traf sie auf den bürgerlichen Jorge Guillermo, den sie zu ehelichen gedachte. Doch ganz so einfach war es nicht. Der Exilkubaner war nämlich Katholik, was dem protestantischen Königshaus missfiel. Dem Leben als Royal ohnehin überdrüssig entsagte die Prinzessin also der Thronfolge und heiratete 1975. Das Paar bekam drei gemeinsame Kinder, doch die Liebe sollte trotzdem nicht halten. Schon 1996 kam es zur Scheidung. Sie nahm CDs auf und widmete sich dem Gesang Die einmal abgelegte Erbberechtigung blieb ihr weiter verwehrt, doch sie wusste sich auch so ein schönes Leben zu machen. Christina nahm zwei CDs auf und widmete sich leidenschaftlich dem Gesang. Auch bei der Beerdigung ihrer Eltern und bei einem Gedenkkonzert für ihre Mutter hatte sie Gesangsauftritte. Die Biografie der Schwester von Prinzessin Beatrix zeigt: Es lohnt sich, positiv zu bleiben. Egal, welche Hindernisse das Leben einem in den Weg wirft. Christina konzentrierte sich nie auf ihre fehlende Sicht, sondern widmete sich umso intensiver dem Gehör und ihrer Stimme. Und auch nach dem Ende ihrer Ehe und dem Verlust beider Eltern blickte sie immer wieder nach vorne.