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Produktion erneut insolvent: 33,4 Mio. Euro Schulden

Wirtschaft

Simplon-Produktion erneut insolvent 33,4 Mio. Euro Schulden

Knapp zwei Jahre nach dem ersten Insolvenzverfahren gibt es bei Simplon den nächsten Sanierungsfall. Die 2Rad Produktions GmbH in Hard hat ein Verfahren ohne Eigenverwaltung beantragt – betroffen sind 54 Beschäftigte und rund 150 Gläubiger.

Simplon: Das ist über die neue Insolvenz bekannt

Formal betrifft der Insolvenzantrag nicht die heutige Simplon Bike GmbH, sondern die 2Rad Produktions GmbH. Diese firmierte bis Juni 2026 noch als Simplon Fahrrad GmbH und konzentriert sich heute auf die Fahrradproduktion innerhalb der Simplon-Gruppe. Alleingesellschafterin ist die Simplon Bike GmbH.

Unternehmen 2Rad Produktions GmbH, vormals Simplon Fahrrad GmbH

Sitz Hard, Vorarlberg

Verfahren Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt

Datum des Antrags 2. September 2026

Beschäftigte 54

Gläubiger rund 150

Verbindlichkeiten rund 33,4 Mio. €

Geplante Sanierungsquote 20 % binnen zwei Jahren

Ziel Fortführung und erneute Sanierung des Betriebs

Die aktuell genannten 54 Beschäftigten sind nicht direkt mit den rund 140 Arbeitsplätzen aus dem ersten Sanierungsverfahren vergleichbar: Nach der Umstrukturierung konzentriert sich die 2Rad Produktions GmbH im Wesentlichen auf die Fertigung.

Schuldnerin nennt Fehlteile und Lieferprobleme

Als eine Ursache für die erneuten finanziellen Schwierigkeiten führt die Schuldnerin die Übernahme nach dem ersten Insolvenzverfahren an. Dabei habe sich herausgestellt, dass übernommene Warenbestände unzureichend beziehungsweise nicht vollständig waren. Fehlende Teile verzögerten demnach Fertigstellung und Auslieferung bereits bestellter Fahrräder.

Die eingeschränkte Lieferfähigkeit habe wiederum Folgeaufträge und Liquidität belastet. Der Alpenländische Kreditorenverband nennt ergänzend Probleme mit einem wichtigen Outsourcing-Partner sowie das weiterhin schwierige Marktumfeld.

Von den nun ausgewiesenen 33,4 Mio. € Verbindlichkeiten stammen rund 28,3 Mio. € aus dem ersten Insolvenzverfahren. Damals hatten die Gläubiger einem Sanierungsplan zugestimmt, nach dem sie nur einen Teil ihrer ursprünglichen Forderungen erhalten sollten. Weil Simplon diesen Plan nicht vollständig erfüllen konnte, werden die betroffenen Forderungen nun wieder in ursprünglicher Höhe abzüglich bereits geleisteter Zahlungen berücksichtigt. Rund 26 Mio. € entfallen laut KSV1870 (Kreditschutzverband von 1870) auf eine Hauptgläubigerin.

Betrieb soll weiterlaufen

Eine Stilllegung ist derzeit nicht angekündigt. Der Geschäftsbetrieb soll weitergeführt werden; zudem sind weitere Restrukturierungen und die Suche nach einem Investor vorgesehen.

Für Simplon ist es bereits der zweite Sanierungsversuch innerhalb von zwei Jahren. Das erste Verfahren der damaligen Simplon Fahrrad GmbH wurde im September 2024 eröffnet. Im Dezember stimmten die Gläubiger einem Sanierungsplan mit einer Quote von 30 % zu. Gleichzeitig wurde SOL Capital Management als neuer Investor präsentiert.

Der Geschäftsbetrieb ging anschließend weiter. Noch 2026 stellte Simplon neue Modelle vor, darunter das Rift :e und Stomp :e mit Bosch CX. Der damalige Sanierungsplan kann nun allerdings nicht vollständig erfüllt werden.

Im neuen Sanierungsplan sollen die Gläubiger innerhalb von zwei Jahren 20 % ihrer anerkannten Forderungen erhalten. 2024 waren noch 30 % vorgesehen. Diesmal beantragt Simplon allerdings ein Verfahren ohne Eigenverwaltung: Die Geschäftsführung führt das Unternehmen nicht mehr allein durch die Sanierung, sondern ein gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter übernimmt die Kontrolle über das Verfahren und das Vermögen der Gesellschaft.

Schon beim ersten Sanierungsverfahren wurde bei euch viel über Preise, Positionierung und Management diskutiert – wo seht ihr heute Simplons größtes Problem?

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