Produktionen nach Köln und Leipzig aus
Nachdem der SWR bereits im vergangenen Jahr ankündigte, den Umfang seiner in Eigenregie hergestellten Produktionen spürbar verringern zu wollen, hat der öffentlich-rechtliche Sender jetzt erste Details dazu veröffentlicht. Demnach habe man inzwischen damit begonnen, die "Tatort"-Filme und ausgewählte Unterhaltungsformate an externe Produktionsfirmen auszulagern und nicht mehr selbst herzustellen. So wird seit dieser Woche der "Tatort" mit den Schwarzwald-Kommissaren erstmals als Produktion der Giganten Film Ludwigsburg hergestellt. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Firma den Zuschlag für die Produktion der ersten Filme des Schwarzwald-"Tatorts" bekommen. Als nächster Schritt wurde nun außerdem über die Vergabe der Show-Formate "Sag die Wahrheit" und "Schlager-Spaß mit Andy Borg" sowie "wesentlicher Sendungsteile des 'Tigerenten Clubs'" entschieden. Konkret wird der "Schlager-Spaß" ab 2027 gemeinsam mit Kimmig Entertainment in einer vom Europa-Park angemieteten Halle in Mahlberg im badischen Ortenaukreis produziert. Der Sender spricht von einer "bewussten Entscheidung, um den Charakter der Sendung zu erhalten und in der Umgebung zu produzieren, die das Format ausstrahlt". Für die bislang in Baden-Baden produzierte Rateshow "Sag die Wahrheit" gilt das hingegen nicht: Neuer Produktionsstandort soll in Zusammenarbeit mit dem MDR das MCA-Studiogelände in Leipzig werden. Der SWR verweist auf "Synergien innerhalb der ARD, indem eine Studiofläche künftig gemeinsam genutzt wird". Und auch der "Tigerenten-Club" verlässt das Sendegebiet. Ab 2027 sollen die Show- und Spielanteile des Kinder-Formats von Riverside Entertainment in den Bavaria Studios in Köln-Bocklemünd hergestellt werden. Die Live- und Quiz-Teile sowie die Kinderreportagen des Formats sollen hingegen weiterhin in Eigenproduktion in Stuttgart entstehen. Der SWR verweist darauf, dass "Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit, überzeugende inhaltliche Konzepte sowie der Fokus auf eine mögliche Produktion im Sendegebiet" zentrale Kriterien für den Schritt gewesen seien. "Der SWR entscheidet sich aus Verantwortung für die ihm anvertrauten Mittel für die wirtschaftlichsten und sinnvollsten Lösungen", sagte SWR-Intendant Kai Gniffke. "An der Qualität unserer Produktionen für unser Publikum wird sich durch die neuen Produktionsorte nichts verändern. Wir setzen dadurch unsere Ressourcen zielgerichteter ein und reduzieren unsere eigenen Flächen. Der SWR gewinnt an Flexibilität und stärkt gleichzeitig die Produzentenlandschaft." Programmdirektor Clemens Bratzler erklärte: "Dass so beliebte SWR-Formate künftig nicht mehr von eigenen Produktions-Teams und in eigenen Studios hergestellt werden, ist schmerzhaft für die betroffenen Mitarbeitenden, die mit ihrem Können und Engagement maßgeblich zum Erfolg beigetragen haben. Dennoch bleibt es angesichts schneller Veränderungen und großer finanzieller Unsicherheit richtig, uns flexibler aufzustellen. Wir haben überzeugende Lösungen für die Auslagerung gefunden und können den Prozess sozialverträglich umsetzen." Vorerst nicht betroffen sind die "Tatort"-Reihen aus Stuttgart und Ludwigsburg sowie die regionale Weekly "Die Fallers". Diese drei Formate will der SWR zumindest bis Ende 2028 noch als Eigenproduktionen herstellen.