Prognosen verschärft: US-Rechenzentren brauchen bald ein Fünftel des Landesstroms
Laut einer Studie von BloombergNEF könnten Rechenzentren in den USA bereits im Jahr 2035 rund 20 Prozent des elektrischen Stroms des Landes benötigen. Aktuell verbrauchen sie lediglich 5,9 Prozent des Stroms. Die Forscher haben somit ihre Prognose zum Wachstum des Energiebedarfs massiv verschärft. Über den neuen Bericht (Paywall) der Forschungsfirma BloombergNEF (BNEF) berichten unter anderem Tom's Hardware und Heise. Demzufolge waren die Forscher noch im April 2025 davon ausgegangen, dass die US-Rechenzentren im Jahr 2035 auf 78 Gigawatt kommen. Doch schon im vergangenen Dezember wurde diese Prognose auf 106 Gigawatt angehoben. Doch in der jüngsten Studie gehen die Forscher sogar von 194 Gigawatt aus, was noch einmal 83 Prozent mehr ist als zuvor erwartet wurde. Gegenüber dem Wert aus dem April 2025 ist die Schätzung jetzt etwa 2,5 Mal so hoch. Das spiegelt erneut wider, wie der Aus- und Aufbau der Rechenzentren in den USA (und global) an Fahrt aufgenommen hat. Eine aktuelle Studie von Allianz Research geht davon aus, dass sich der globale Strombedarf von Rechenzentren im Jahr 2025 auf rund 515 Terawattstunden erhöht hat und bis 2030 noch verdoppeln könne. In den USA sollen Rechenzentren momentan für 5,9 Prozent des Stromverbrauchs im Land verantwortlich sein. Laut BNEF soll dieser Wert im Jahr 2030 auf 12 Prozent steigen und in weniger als zehn Jahren auf jene 20 Prozent angewachsen sein. Damit würden sich die USA in Regionen wie das „abschreckende Beispiel“ Irland bewegen. Auf der grünen Insel ist der Anteil nämlich schon seit Jahren überdurchschnittlich hoch, sodass Rechenzentren dort schon 2025 auf 23 Prozent des Landesstroms kamen. In zehn Jahren könnte dieser Anteil aber noch weiter gewachsen sein. Laut dem unabhängigen Öko-Institut in Freiburg lag der Stromverbrauch von Rechenzentren in Deutschland im Jahr 2024 bei etwa 3,9 Prozent. Das deckt sich mit Studien von ICIS, die allerdings auch belegen, dass Deutschland mit den meisten Rechenzentren in Europa auch am meisten Strom mit diesen verbraucht. Stromversorgung muss mitwachsen Laut dem BNEF-Bericht waren 7,1 Gigawatt die bisher höchste Kapazität für Rechenzentren, die binnen eines Jahres an das US-Stromnetz angeschlossen wurden. Sollte dieses Tempo beibehalten werden, würde es 2035 laut der Einschätzung zu einem Engpass in Höhe von 19 Gigawatt kommen. Bereits jetzt sehen die Analysten das zunehmende Problem, dass der Ausbau der Stromversorgung mit dem Wachstum des Energiebedarfs durch Rechenzentren kaum noch Schritt halten kann. Teils würden Behörden von Data-Center-Betreibern daher einen Nachweis über die Stromversorgung oder eine eigene Stromerzeugung verlangen, berichtet Heise. Der Bundesstaat New York hat kürzlich schon auf die Bremse getreten und den Bau von großen Rechenzentren (ab 50 Megawatt) für 1 Jahr untersagt. Klimaziele stehen hinten an