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Project Anchor: Verschwindet am 12. August 2026 für 7 Sekunden die Schwerkraft? NASA widerspricht

Wissenschaft

Heute, am 12. August 2026, um genau 14:33 UTC (also 16:33 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit), sollen zwei kollidierende Schwarze Löcher ihre Gravitationswellen auf die Erde schicken, die die Schwerkraft wird für 7,3 Sekunden schlicht abschalten. Menschen, Autos, sogar ganze Gebäude würden in die Luft geschleudert werden, und am Ende seien 40 Millionen Menschen tot. Mindestens. Die NASA wisse das seit über zwölf Jahren und habe 89 Milliarden Dollar in ein geheimes Programm namens „Project Anchor“ gesteckt - ein Überlebensprogramm für eine globale Elite, die sich dadurch seit Jahren heimlich mit unterirdischen Bunkern und Notfallplänen auf das Ereignis vorbereiten konnte. Die normale Öffentlichkeit dagegen werde, wie so oft, bewusst im Unklaren gelassen. Klingt nach Stoff für einen Low-Budget-Katastrophenfilm? Definitiv. Trotzdem hat dieser Blödsinn in den vergangenen Monaten auf TikTok, Instagram, X, Facebook, Bluesky und Threads Millionen von Menschen erreicht und sich dabei so weit verbreitet, dass sich sogar die NASA zu einem offiziellen Statement genötigt sah. Für eine Behörde, die sonst eher mit der nächsten Mondmission beschäftigt ist, ist das durchaus bemerkenswert. Wie kommt man auf so etwas? Den Ursprung des Ganzen hat die Faktencheckseite Snopes rekonstruiert: Der älteste nachweisbare Beleg ist ein Video des Instagram-Accounts „@mr_danya_of“, das Anfang Januar 2026 auftauchte. Kurz darauf griff ein TikTok-Nutzer namens „fiery_by_nature“ die Geschichte auf und verbreitete sie weiter. Der Kern der Behauptung: Im November 2024 sei ein geheimes NASA-Dokument mit dem Titel „Project Anchor“ geleakt worden. Dieses Projekt habe ein Budget von 89 Milliarden Dollar und das Ziel, die Menschheit auf eine sieben Sekunden andauernde Gravitationsanomalie vorzubereiten, die am 12. August 2026 um 14:33 UTC eintreten soll. Sucht man allerdings nach diesem angeblichen Leak, findet man - überraschenderweise - absolut nichts. Bei keiner Suchmaschine taucht ein einziger seriöser Treffer auf. Auf Facebook und X gibt es vor 2026 keine Beiträge, die „Project Anchor“ auch nur erwähnen. Das Dokument existiert also ebenso wenig wie das ganze Projekt. Die NASA hat das gegenüber Snopes sogar per E-Mail bestätigt: „Die Erde wird am 12. August 2026 nicht ihre Schwerkraft verlieren.“ Und dann folgte eine Erklärung, die eigentlich selbstverständlich sein sollte: Die Schwerkraft der Erde hängt von ihrer Masse ab. Damit sie verschwinden würde, müsste der Planet schlicht und ergreifend verschwinden, was jetzt nicht unbedingt ein Szenario ist, auf das man sich mit einem 89-Milliarden-Dollar-Programm vorbereiten könnte. Warum glauben es trotzdem so viele? Die Theorie funktioniert, weil sie alle Zutaten mitbringt, die einen Hoax erfahrungsgemäß erfolgreich machen. Erstens: Es werden präzise klingende Zahlen genannt. „7,3 Sekunden“, „14:33 UTC“, „89 Milliarden Dollar“ - das klingt nach hochpräzisem Insiderwissen. Runde Zahlen wären in einem solchen Zusammenhang verdächtig, krumme dagegen wirken authentisch. Zweitens: Die verwendeten Begriffe sind real, sie werden nur pseudowissenschaftlich verwendet, denn Gravitationswellen existieren tatsächlich. Sie wurden 2015 erstmals direkt nachgewiesen, als zwei Schwarze Löcher kollidierten und das LIGO-Observatorium die dabei entstandenen winzigen Raumzeit-Verzerrungen maß. Die Sache ist nur: Diese Wellen sind so schwach, dass sie die Erde passieren, ohne dass irgendjemand es bemerkt. Sie „schalten keine Schwerkraft ab“, sondern sie sind gewissermaßen kleinste Anomalien der Raumzeit, die selbst empfindlichste Messgeräte kaum registrieren. Wer „Gravitationswellen“ sagt und damit „Schwerkraft fällt aus“ meint, hat den Begriff schlicht falsch verstanden oder ihn bewusst falsch eingesetzt. Drittens: Es gibt einen echten Aufhänger, denn heute, am 12. August 2026, findet eine totale Sonnenfinsternis statt, die auch in Teilen Europas sichtbar sein wird. Das ist ein reales astronomisches Ereignis, das dem Mythos eine scheinbare Plausibilität verleiht. Die NASA hat auch dazu klargestellt: „Eine totale Sonnenfinsternis hat keine ungewöhnlichen Auswirkungen auf die Schwerkraft der Erde.“

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