Propan und weniger Kondensat-Ärger
Midea wird seine mobile Split-Klimaanlage Portasplit ab 2027 auf das natürliche Kältemittel R290 alias Propan umstellen. Das hat der Hersteller zur IFA 2026 bestätigt. Wer deshalb bereits einen großen Effizienzsprung gegenüber der aktuellen Portasplit erwartet, sollte allerdings genauer hinsehen: Midea spricht zwar bei seiner neuen R290-Serie von rund zehn Prozent höherer Energieeffizienz, bezieht diese Angabe aber nicht ausdrücklich auf die kommende Portasplit. Konkrete Leistungsdaten des neuen Modells nennt der Hersteller bislang nicht.
Die derzeitige Portasplit arbeitet mit R32 und enthält laut Midea-Handbuch 0,62 kg des Kältemittels. Sie erreicht eine Nennkühlleistung von 3,5 kW, einen SEER von 6,1 und Energieeffizienzklasse A++. Im Silent-Modus nennt Midea 39 dB(A) Schalldruckpegel. Ob die R290-Generation diese Werte übernimmt oder verbessert, ist bislang offen.
Interessant ist außerdem eine Änderung am Kondensatsystem. Gerade dieser Bereich sorgt bei der aktuellen Portasplit für Kritik: Nutzer berichten unter anderem vom Fehlercode P1, Problemen mit der Kondensatpumpe und Ablagerungen im Bereich des Filters beziehungsweise der Kondensatwanne. Midea will bei der kommenden Generation den Wasserauslauf überarbeiten. Ob damit die bislang berichteten Probleme tatsächlich behoben sind, lässt sich aber noch nicht beurteilen. Technische Details zur Änderung nennt der Hersteller bislang nicht.
R290 statt R32: Warum Midea umstellt
Der Wechsel passt zu den deutlich strengeren europäischen Vorgaben für fluorierte Kältemittel. Die EU-F-Gase-Verordnung sieht ab dem 1. Januar 2027 unter anderem neue Grenzen für in sich geschlossene Klimageräte und Wärmepumpen bis 12 kW vor: Fluorierte Treibhausgase mit einem GWP ab 150 dürfen dann grundsätzlich nicht mehr in entsprechenden neuen Geräten in Verkehr gebracht werden, von Sicherheitsausnahmen abgesehen. Für Luft-Luft-Splitsysteme bis 12 kW greift eine vergleichbare GWP-150-Grenze dagegen ab 2029.
R32 liegt laut Mideas Produktdatenblatt für die Portasplit Cool bei einem GWP von 675. R290 ist dagegen kein fluoriertes Kältemittel. Die EU-Regeln betreffen das Inverkehrbringen neuer Geräte, nicht ein Verbot, vorhandene R32-Geräte weiter zu benutzen – für die gilt Bestandsschutz.
Für Gaming-Zimmer fehlen noch die entscheidenden Daten
Für PC-Spieler kann eine solche Klimaanlage besonders interessant sein. Hohe Raumtemperaturen erhöhen auch die Temperatur der angesaugten Kühlluft eines Gaming-PCs; Lüfter können dadurch lauter werden und Übertaktungsprofile weniger Reserven besitzen. PCGH hat entsprechende Auswirkungen und Gegenmaßnahmen bereits ausführlich untersucht.
Für eine Kaufentscheidung zwischen der heutigen und ohnehin schwer zu bekommenden R32-Portasplit und der 2027er Generation fehlen jedoch noch Preis, SEER, Geräuschwerte, Abmessungen und bestätigte Kühlleistung des R290‑Modells. Auch die von den Kollegen bei Heise genannten Verbesserungen am Kondensatsystem sollten zunächst durch ein Datenblatt oder weitere Herstellerinformationen sowie die tatsächliche Praxis abgesichert werden. Wer bereits eine Portasplit besitzt, hat wegen R290 jedenfalls keinen technischen Zwang zum Wechsel.
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