Prozess gegen Boulevardpresse: Prinz Harry und weitere Kläger müssen elf Millionen Euro zahlen
Nach ihrer gescheiterten Klage gegen den Boulevardzeitungsverlag Associated Newspapers Limited (ANL) müssen der britische Prinz Harry und weitere Prominente dem Verlag Prozesskosten in Millionenhöhe zurückzahlen. Die zu erstattenden Kosten betragen umgerechnet mindestens elf Millionen Euro (9,5 Millionen Pfund), wie Richter Matthew Nicklin entschied. Es handelt sich demnach um eine vorläufige Summe.
Die Prominenten hatten dem Verlag der Daily Mail und der Mail on Sunday Verletzungen ihrer Privatsphäre und unrechtmäßige Informationsbeschaffung vorgeworfen. Sie bezichtigten die Zeitungen, Privatdetektive angeheuert zu haben, um Autos und Wohnungen zu verwanzen sowie illegal private Telefongespräche abzuhören. Der Verlag wies die Vorwürfe zurück. Mangels Beweisen wurde die Klage am 7. Juli vom Londoner High Court abgewiesen.
Zu den mit ihrer Klage gescheiterten Prominenten gehören außerdem Popstar Elton John sowie dessen Ehemann David Furnish, die Schauspielerinnen Sadie Frost und Elizabeth Hurley, der Politiker Simon Hughes sowie die Antirassismusaktivistin Doreen Lawrence.
Harry und Meghan kehren nach Großbritannien zurück
Prinz Harry war bereits mehrfach rechtlich gegen die Boulevardpresse vorgegangen. Im Jahr 2023 wurden die Herausgeber des Daily Mirror wegen »weitverbreiteter und gewohnheitsmäßiger« Telefonabhörungen verurteilt. Im vergangenen Jahr entschuldigte sich The Sun in beispielloser Weise dafür, jahrelang in Harrys Privatleben eingedrungen zu sein, und erklärte sich bereit, im Rahmen eines Vergleichs eine erhebliche Entschädigung zu zahlen.