Prozess: Mann soll Frau mit Valentinsgeschenk in Todesfalle gelockt haben
TTS-Player überspringen↵Artikel weiterlesen Osnabrück – Der Morgen des 12. Februar begann für Victoria H. (†39) wie so viele unzählige andere. Die Mutter von Drillingen saß mit ihren Kindern beim Frühstück zusammen. Niemand ahnte, dass dieses Familienglück kurz darauf für immer zerbrechen würde. Am selben Tag wurde die 39-Jährige brutal getötet. Ihr Mann soll ihr eine tödliche Falle gestellt haben. Am Mittwoch startete vor dem Landgericht Osnabrück der Prozess gegen Thomas H. (46). Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor. Gerichtssprecher Christoph Willinghöfer: „Der Angeklagte soll seine Ehefrau unter dem Vorwand, ihr ein Valentinstags-Geschenk überreichen zu wollen, in einen Abstellraum der Garage gelockt und dort unvermittelt mit einem Messer angegriffen haben.“ Nach Überzeugung der Ermittler ahnte die Frau nichts von dem bevorstehenden Angriff. Frau mit mehreren Messerstichen getötet I nsgesamt elfmal soll der Ehemann laut Anklage zugestochen haben – zehn Stiche in den Hals, einen weiteren in den Brustkorb. Victoria H. soll noch versucht haben, die Klinge festzuhalten, doch sie hatte keine Chance. „Er soll massivste Gewalt gegen ihren Hals ausgeübt haben, woraufhin die Frau sehr schnell verstarb“, sagte Willinghöfer. Die Staatsanwaltschaft sieht das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt an. Victoria H. sei arg- und wehrlos gewesen. Führte der Angeklagte ein Doppelleben? Doch was war das Motiv? Auf Social Media wirkte das Familienleben harmonisch: zuckersüße Fotos der Drillinge, das perfekte Haus in einer guten Gegend. Die Verkäuferin schrieb auf ihrem Profil, dass ihre Ehe Höhen und Tiefen gehabt habe, das Paar aber alles meistere. Vor Gericht zeichnet sich ein ganz anderes Bild ab. Nach Angaben der Ermittler soll der Angeklagte seiner Frau über längere Zeit schwerwiegende Probleme verschwiegen haben. „Der Ehemann soll in den Wochen vor der Tat spiel- und kaufsüchtig geworden und zahlungsunfähig gewesen sein sowie außerehelichen Geschlechtsverkehr gehabt haben“, erklärte der Gerichtssprecher. Zum Prozessauftakt schwieg der Angeklagte. Seine Verteidiger kündigten jedoch an, dass er sich möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt äußern werde. Insgesamt sind zwölf Verhandlungstage bis Anfang Oktober angesetzt. Eine Sachverständige soll die Schuldfähigkeit des Angeklagten beurteilen. Die drei Kinder werden nach derzeitigem Stand nicht vor Gericht aussagen müssen. Sie sind seit der Tat bei Verwandten untergebracht. Der Fall in Wallenhorst hatte in der Nachbarschaft großes Entsetzen ausgelöst, Mahnwachen wurden gehalten. Man kennt die Familie, oft hatten die Kinder draußen gespielt. Sollte Thomas H. verurteilt werden, droht ihm eine lebenslange Freiheitsstrafe.