Prozess um Vergewaltigung während Bewerbungsgespräch
Was im Büro einer weitgehend leeren Lagerhalle in Kerpen passierte, habe das 24-jährige Opfer nachhaltig traumatisiert und schwere psychische Folgen nach sich gezogen, sagt ihre Anwältig vor Gericht. Der 45-jährige Angeklagte hingegen spricht nach der Verlesung der Anklage ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen von "dem besten Sex meines Lebens".
Im Prozess, der heute vor dem Kölner Landgericht begonnen hat, gibt die Staatsanwaltschaft als Tatzeit den 12. November 2024 an. An diesem Tag war die 24-jährige zu einem Bewerbungsgespräch bei einer Kerpener Firma für Industrieanlagen-Wartung bestellt worden. Sie hatte sich auf eine Stellenausschreibung als Sekretärin gemeldet.
"Angeklagter war die gesamte Zeit aufdringlich"
Laut Anklage führt der 45-jähriger Firmenchef das Bewerbungsgespräch im Büro einer verlassenen Lagerhalle. Er befragt die Frau zu "persönlichen und intimen Dingen" und sei von Anfang an in dem Gespräch verbal auffällig gewesen, steht in der Anklage. Schließlich habe er ihr Gesicht angefasst. In diesem Moment wollte die Frau das Büro verlassen und griff sofort nach ihrer Jacke und Tasche.
Mann stellt sich in den Weg
Spätestens in diesem Moment, als der Mann ihr sagte, dass sie nicht gehen könne, geriet die Frau in Panik, sagt die Staatsanwaltschaft. Obwohl sie mehrfach sagte, dass sie nach draußen wolle, packte der Mann die Frau, so der Vorwurf. Er soll dann ihre Kleidung "hochgeschoben" und sie wiederholt vergewaltigt haben.
Der Prozess am Kölner Landgericht ist auf insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt.
Unsere Quellen
Staatsanwaltschaft Köln
Sendung: WDR 2, WDR 2 für das südliche Rheinland, 07.09.2026, 11:30 Uhr