PS5 & PS4: Samt Disc-Anteil - die meistverkauften Spiele des Jahres
Alinea Analytics hat die geschätzten Verkaufszahlen von PS5- und PS4-Spielen zusammengetragen und dabei auch aufgeschlüsselt, wie viele Exemplare als Disc über die Ladentheke bzw. den Versandweg gingen. Gemeint sind ausschließlich durchverkaufte Einheiten. Unverkaufte Händlerbestände flossen der Analyse zufolge nicht ein. Fußball und Horror an der Spitze der PlayStation-Charts Zunächst einmal: Die Zahlen sind nicht offiziell. Doch dass „EA Sports FC 26“ das meistverkaufte PlayStation-Spiel des ersten Halbjahres ist, dürfte kaum überraschen. Als Grund nennt Alinea unter anderem die aktuelle Weltmeisterschafts-Stimmung und das begleitende Marketing. 78 Prozent der 5,1 Millionen Verkäufe werden der PS5-Version zugeschrieben. Der Rest ging auf das Konto der PS4. Rund 12 Prozent der PlayStation-Verkäufe entfielen den unbestätigten Angaben zufolge auf physische Exemplare. Momentan gibt es die Disc-Version für schlappe 24,99 Euro. Die digitale Version schon für 15,99 Euro. Auf Platz zwei folgt „Resident Evil Requiem“, das Ende Februar erschien und laut Alinea allein auf der PS5 rund 3,5 Millionen Mal verkauft wurde, davon knapp 28 Prozent als Disc. Der Titel habe auf der PlayStation bereits 250 Millionen Dollar Bruttoumsatz eingespielt. Auch die restlichen Plätze belegen bekannte Namen: Arc Raiders: 2,1 Millionen Exemplare auf der PS5, rein digital. 1,6 Millionen davon fielen auf die ersten drei Monate. 007 First Light: 2 Millionen verkaufte Einheiten auf der PS5 in gut zwei Monaten. Etwa 21 Prozent waren physisch, fast 60 Prozent der Spieler nutzen die PlayStation. Crimson Desert: 1,9 Millionen PS5-Verkäufe seit dem Launch im März, 19,9 Prozent davon physisch. Forza Horizon 5: In diesem Jahr kamen 1,2 Millionen Exemplare hinzu, womit sich die Gesamtzahl auf der PS5 auf 6,2 Millionen summiert. Der Titel ist nur im PlayStation-Store erhältlich. Ghost of Yotei: Nach dem Start im Oktober 2025 konnten in diesem Jahr 1,2 Millionen weitere Exemplare verkauft werden. Mit 35,4 Prozent hat der Titel den höchsten physischen Anteil der Liste. Anhand der von Alinea veröffentlichten Grafik wird der Disc-Anteil noch einmal greifbarer: Was die Zahlen über Sonys Disc-Aus verraten Auffällig ist laut Alinea, dass gerade die Titel mit hohem physischem Anteil zu den langlebigen, gut wiederverkäuflichen Spielen zählen. Genau diese Katalogverkäufe machen über die Jahre einen großen Teil des Umsatzes aus. Und hier sieht Alinea einen der Gründe für den Disc-Wegfall: Unternehmen wie Sony Interactive Entertainment möchten die Kontrolle über den Markt behalten. Jede physische Disc kann eingetauscht und weiterverkauft werden. Dieser Umsatz fließt dann an den Wiederverkäufer statt an Sony oder den Publisher. Auch Capcom bewirbt das eigene Modell als „flywheel-driven business model“, also ein langfristiges und katalogbasiertes Geschäft. Ein vergleichbares System strebt Sony offenbar für den eigenen Store an. Dass der Gebrauchtmarkt in den Überlegungen eine große Rolle spielte, bezweifelt allerdings ein ehemaliger PlayStation-Manager: Welche Rolle spielt die Preiskontrolle? Neben dem Wegfall des Gebrauchtmarkts geht es auch um Preiskontrolle, glaubt Alinea: Physische Preise richten sich nach Angebot und Nachfrage, weshalb Discs die digitalen Stores regelmäßig unterbieten. Ohne Datenträger könnten Sony und die Publisher bestimmen, wie hoch ein Spiel startet, wie lange es den Preis hält und wann es Rabatte gibt. Wie im Fall von „GTA 6“ soll es nach dem Disc-Wegfall aber Boxen mit Codes im Inneren geben, womit abzuwarten bleibt, wie sich dieser Kritikpunkt in der Praxis bemerkbar macht. Alinea räumt ein, dass viele Spieler Sonys Schritt lautstark kritisieren dürften, ohne dass sich am Kaufverhalten viel ändert. Ähnliche Debatten habe es bereits bei Live-Service-Modellen, den auf 80 US-Dollar gestiegenen Vollpreisen und Always-Online-Vorgaben gegeben. „Wenn beide großen Konsolenplattformen in dieselbe Richtung gehen und da Steam eine weitere rein digitale Plattform ist (wenn auch eine offenere), verliert der Begriff ‚mit dem Geldbeutel abstimmen‘ an Bedeutung“, so Alinea. Dekoriert wurde das Ganze mit einem Konzertmitschnitt, bei dem James Hetfield „Sad but True“ in das Mikrofon trällert. Allerdings haben viele Spieler längst abgestimmt. Laut Mat Piscatella von Circana griffen 2025 in den Vereinigten Staaten 49 Prozent der PS5-Käufer zum rein digitalen Modell. Bei den Xbox-Series-Käufern waren es 66 Prozent. Hier macht sich die rein digitale Xbox Series S bemerkbar.