PS5 & PS6: Großes PSN-Manko befeuert die Kontroverse um das Aus der Disc
Nach wie vor hat sich der Staub, den Sony mit der Ankündigung aufgewirbelt hat, PlayStation-Spiele ab Anfang 2028 nur noch über den PlayStation Store oder Download-Codes im Handel anzubieten, nicht gelegt. Während das Unternehmen zu der Kritik weiterhin schweigt, suchen Spieler fortwährend nach neuen Wegen, ihren Protest auszudrücken. In den anhaltenden Diskussionen um das Aus der Disc hebt ein Beitrag auf Reddit ein Manko des PlayStation Networks hervor, das die ganze Sache für betroffene Kunden zusätzlich verschlimmern könnte. Im Detail geht es um die Tatsache, dass es sich bei PlayStation beziehungsweise Sony weiterhin um den einzigen Anbieter handelt, der es seinen Nutzern im Gegensatz zu Steam, Nintendo oder Xbox nicht ermöglicht, die Region des eigenen Accounts bei einem Umzug in ein anderes Land zu ändern. Etwas, das Spielern in der Vergangenheit immer wieder Ärger bereitete und mitunter dazu führte, dass sie den Zugriff auf ihre erworbenen Inhalte verloren. Nutzungsbedingungen bringen Spieler in eine Zwickmühle Angesichts der rein digitalen Zukunft der PlayStation-Konsolen ab 2028 kochte dieses Thema in den vergangenen Tagen noch einmal hoch. Sonys offizielle Richtlinie hierzu lautet bisher, dass PlayStation-Nutzer einfach ein neues Konto erstellen sollten, wenn sie umziehen. Das Problem dabei: Dadurch verlieren die Spieler sowohl ihre Inhalte als auch all ihre erspielten Trophäen, ihre Freundeslisten und mehr. Während eine physische Spielesammlung bei einem Umzug in ein anderes Land beziehungsweise eine andere Region keinerlei Probleme bereitet, sieht dies bei digitalen Inhalten also anders aus. Zumal ein Umzug die Spieler zumindest in der Theorie in doppelter Hinsicht in eine Zwickmühle bringt. Sony weist in seinen Nutzungsbedingungen nämlich explizit darauf hin, dass es einen Verstoß darstellt, wenn Nutzer einen Account in einem anderen Land führen, als sie tatsächlich ansässig sind. Dies zwingt Spieler, die in ein anderes Land ziehen, faktisch dazu, gegen die Richtlinien zu verstoßen, da sie ihren Account nicht an ihren neuen Wohnort anpassen können. Bisher geht Sony zwar nicht aktiv gegen solche Verstöße vor. Angesichts der geplanten rein digitalen Zukunft wächst jedoch die Sorge der Spielerschaft, dass sich dies spätestens mit dem Jahr 2028 ändern könnte, was im schlimmsten Fall zu einem Verlust der eigenen Inhalte führen würde. Kritik an veralteter Praxis und fehlender Flexibilität Sonys Festhalten an der regionalen Account-Bindung wird oft als veraltet kritisiert, da es die Mobilität moderner Nutzer ignoriert – ein Bereich, in dem selbst der als konservativ geltende Konkurrent Nintendo inzwischen flexiblere Lösungen anbietet. Auch wenn Sony selbst keine offizielle Begründung für diese Praxis liefert, führen Branchenexperten als mögliche Gründe den hohen administrativen Aufwand bei Lizenz- und Rechtsfragen sowie den Schutz vor einer Ausnutzung regionaler Preisunterschiede durch die Spielerschaft an. Ob Sony angesichts der rein digitalen Zukunft der PlayStation-Konsolen irgendwann nachbessern und Umzüge des eigenen PSN-Accounts endlich erlauben könnte, ist derzeit noch unklar, was die Sorgen der Spieler vor dem endgültigen Aus der Disc als Medium für Videospiele weiter verstärkt.