PS5 und Xbox Series X/S: Analysten erwarten erheblichen Rückgang - Prognosen für PS6 und Xbox Helix
Der Konsolenmarkt steht vor einem spürbaren Einbruch. Die Marktforscher von S&P Global Market Intelligence Kagan rechnen für 2026 mit weltweit 33,9 Millionen ausgelieferten Konsolen. Das entspricht einem Minus von 19,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit kehrt sich der Trend aus dem Jahr 2025 um. Der Start der Nintendo Switch 2 hatte die Auslieferungen damals um 13,5 Prozent auf 42,1 Millionen Einheiten steigen lassen. Allerdings lag der Wert noch immer unter denen in den Jahren 2021 bis 2023. Höhere Preise als Hauptgrund für den Rückgang Als Ursache für den aktuellen Rückgang nennt S&P (via Gamesindustry.biz) die gestiegenen Konsolenpreise. Sie sind ein Resultat der anhaltenden Krise bei Arbeitsspeicher und anderen Speicherbausteinen. Sämtliche Konsolenhersteller erhöhten in diesem Jahr die Preise. Sony verlangt seit Anfang April 100 Euro mehr, womit die PS5 mit Disc-Laufwerk rund 650 Euro kostet, die PS5 Pro sogar knapp 800 Euro. Microsoft zog im Juni mit einer vergleichbaren Ankündigung nach. Die neuen Preise gelten ab dem 1. August 2026. Und auch Nintendo-Fans bleiben nicht verschont. Für viele Kunden sind neue Konsolen damit schlicht unerschwinglich. Und es kommt noch schlimmer: Für 2027 erwarten die Analysten einen weiteren Rückgang auf rund 27,1 Millionen Einheiten, bevor sich der Markt bis 2030 langsam auf 37,4 Millionen Konsolen erholt. Diese Erholung hängt allerdings an einer Voraussetzung: Analyst Neil Barbour geht davon aus, dass sich die Bauteilkrise bis 2028 so weit entspannt, dass Sony und Microsoft neue Hardware in einem Preisrahmen von 600 bis 800 US-Dollar auf den Markt bringen können. Aktuell sieht er den Markt hingegen in einer schwierigen Lage und vor einem sich verschärfenden Problem: „Hardware, die entweder zu alt oder zu teuer für den Durchschnittsverbraucher ist, ein Softwareangebot, das abgesehen von einigen wenigen Blockbustern eher dünn ist, und ein makroökonomisches Umfeld, das jegliche sinnvolle Preissenkung unmöglich macht.“ PS5, PS6, Switch 2 und Xbox im Detail Die Switch 2 könnte der Prognose nach im laufenden Jahr rund 17,1 Millionen Mal verkauft werden. Das entspricht in etwa dem zweiten Jahr der ersten Switch und dem Verlauf der Wii. Nintendo selbst rechnet mit einem Rückgang um 16,9 Prozent auf 16,5 Millionen Einheiten. Als zusätzlichen Bremsfaktor nennt S&P eine Preiserhöhung um 50 US-Dollar sowie den Mangel an einem großen Software-Zugpferd, da „Pokémon Wind and Waves“ erst Ende 2027 erscheint. 2025 lieferte Sony von der PS5 in ihrem sechsten Jahr über alle Modelle hinweg 17,1 Millionen Einheiten aus, ein Minus von 15,2 Prozent. Für 2026 erwartet S&P einen weiteren Rückgang auf 13,2 Millionen. Ob „GTA 6“ trotz der hohen Konsolenpreise genug Zugkraft entfaltet, bleibt für Barbour offen. Eine mögliche PS6 sieht man im Jahr 2028, „mit 4 Millionen verkauften Einheiten im ersten Jahr und einem Anstieg auf 17,2 Millionen bis 2030.“ Am schwächsten steht die Xbox Series X/S da. Microsoft lieferte der Analyse zufolge 2025 nur 3,2 Millionen Konsolen aus, der niedrigste Jahreswert im Datensatz. Für 2026 erwartet S&P 2,5 Millionen Einheiten, danach einen „raschen Rückgang auf null“. Das geht mit einem schnellen Wechsel auf die Nachfolgekonsole einher. Als Gründe für die schwächelnden Xbox-Verkäufe nennt Barbour die uneinheitliche First-Party-Bibliothek, die auf Abos ausgerichtete Strategie und einen Preis, der eine Xbox Series X inzwischen 100 US-Dollar über eine Standard-PS5 hebt. Die nächste Xbox-Generation soll sowohl Xbox- als auch PC-Spiele samt Abwärtskompatibilität unterstützen. Das könnte den Preis nach oben treiben und die Konsole eher für ein enthusiastisch geprägtes Publikum interessant machen. Laut S&P dürfte die nächste Xbox-Konsole im Launch-Jahr auf rund zwei Millionen Verkäufe kommen. Bis 2030 hält man einen Anstieg auf 7,3 Millionen für möglich. Die Zahlen ab 2027 würden jedoch stark von noch unbekannten Entscheidungen Microsofts abhängen.