PS6: Schadet das Disc-Aus der Konsole? Analyst sieht eine andere Hürde
Im Internet wird hitzig über das Disc-Aus gestritten, nachdem Sony Interactive Entertainment überraschend bekannt gab, neue Spiele ab 2028 nur noch digital anzubieten. Seitdem überfluten Spieler und andere Leute so ziemlich alles mit Kommentaren, was mit dem PS5-Hersteller in Verbindung steht. Dazu gehört auch der jüngste Trailer zu „Marvel’s Wolverine“. Der US-Analyst Mat Piscatella versteht den Unmut, verwies aber auf die tatsächlichen Verkaufszahlen in den USA. Physische PlayStation-Spiele erreichen dort längst nicht mehr die Stückzahlen früherer Jahre. In der Woche bis zum 11. Juli 2026 waren es gerade einmal zwei PlayStation-Spiele, die auf mehr als 10.000 Disc-Verkäufe kamen. Wir berichteten am Vormittag. Der Preis der PS6 als eigentlicher Knackpunkt Im Laufe der Diskussionen unter Piscatellas Beitrag kam es zu weiteren Spekulationen und Einschätzungen. Dazu gehörte auch die Frage, wie sich die Proteste und das Disc-Aus auf die kommende PS6 auswirken könnten. Zunächst schrieb ein User: „Wir stehen noch ganz am Anfang der Gegenbewegung, da die meisten Normalos bei solchen Dingen nicht auf dem Laufenden sind und erst dann merken werden, dass es überhaupt passiert ist, wenn es tatsächlich so weit ist. Ob es ihnen wichtig genug ist, keine PS6 zu kaufen, oder ob sie einfach nur kollektiv mit den Schultern zucken, ist eine andere Frage.“ Piscatella glaubt, dass der Wegfall der Disc bei der Kaufentscheidung zur PS6 kaum ins Gewicht fallen wird. Denn zu diesem Zeitpunkt zeige sich eine andere Hürde: „Wenn der Massenmarkt die PS6 zu einem Preis von möglicherweise über 1.000 US-Dollar sieht, wird die Frage, ob es physische Spiele gibt oder nicht, bei der Kaufentscheidung gar keine Rolle spielen.“ Warnung vor der 1.000-US-Dollar-Konsole Dass eine PS6 tatsächlich einen vierstelligen Betrag auf dem Preisschild haben könnte, befürchten mehrere Branchenvertreter und Veteranen. Der ehemalige PlayStation-Manager Shawn Layden warnte jüngst: „[Jeder] sollte Angst vor der 1.000-US-Dollar-Konsole haben. Das ist eine ganze Menge Geld. Und gerade wenn eine neue Konsole auf den Markt kommt, gibt es noch nicht viele Spiele dafür.“ Ein vierstelliger Preis würde die Verbreitung in dieser Phase entsprechend bremsen. Hersteller subventionieren ihre Konsolen oftmals zum Marktstart und holen sich das Geld mit dem Verkauf von Spielen und Abos zurück. Bei Sony fällt die Marge im digitalen Geschäft höher aus als bei physischen Verkäufen. Das heißt, das Unternehmen ist bei einem rein digitalen Geschäft mutmaßlich in der Lage, den Preis der PS6 niedriger anzusetzen. Wie teuer Hardware ohne Subventionierung werden kann, zeigt das Beispiel der Steam Machine: Sie kostet über 1.000 Euro, ohne die deutlich günstigere PS5 hinsichtlich der Performance zu übertreffen. Die Diskussion unter Piscatellas Post ging noch weiter: Ein Follower warf ein, dass eine fehlende Abwärtskompatibilität massive Auswirkungen haben könnte. „Abwärtskompatibilität ist eine Form der Bindung an ein Ökosystem. Man befreit diese Leute im Grunde genommen von dieser Bindung.“ Doch auch bei diesem Punkt gab es eine Gegenargumentation. So antwortete jemand: „Die Leute haben bewiesen, dass ihnen Abwärtskompatibilität völlig egal ist, indem sie eine PlayStation statt einer Xbox gekauft haben.“