PS6: Verdampfung statt Flüssigmetall? Neues Sony-Patent zeigt innovative Kühlung
Um die PS5 zu kühlen, setzte Sony erstmals auf Flüssigmetall. Doch was damals als technischer Meilenstein gefeiert wurde, sorgte gerade zum Launch der Konsole für etliche Diskussionen. Vor allem unter denjenigen, die ihre Konsole vertikal aufstellten. So machten immer wieder Berichte über ungleichmäßig verteiltes Flüssigmetall und daraus resultierende Überhitzungsprobleme die Runde, sodass Sony später bei der PS5 Slim und PS5 Pro mit optimierten Kühlkörpern nachbesserte. Doch für die kommende PS6 scheint der Hersteller womöglich komplett umzudenken. So funktioniert die Kühlung mit Verdampfung Wie Tech4Gamers jetzt in einem Bericht enthüllt, hat Sony ein neues Patent eingereicht. Das beschreibt ein hochmodernes Kühlsystem auf Basis von versiegelter Flüssigkeit – genauer gesagt: Wasser. Und obwohl die PS6 in dem Dokument und wie bei Patenten auch üblich nicht namentlich genannt wird, deutet der Fokus auf ein Gerät, das sowohl stehend als auch liegend genutzt wird, stark auf Sonys Next-Gen-Konsole hin. Herzstück des Patents ist dabei ein stark verbessertes Design der sogenannten Heatpipes. Denn statt die Hitze des Chips wie bei der PS5 über eine Schicht Flüssigmetall an den Kühler abzugeben, setzt die Neuentwicklung auf ein geschlossenes System, das auf Flüssigkeitsverdampfung basiert. Dafür befindet sich innerhalb der Kupferrohre eine minimale, sicher versiegelte Menge einer Arbeitsflüssigkeit – wie eben Wasser -, die sich in einer gesinterten Dochtstruktur bewegt: Die Hitze des Grafikchips bringt das Wasser im Inneren der Heatpipe zum Verdampfen. Der Dampf wandert zum kühleren Ende des Rohrs, das mit den klassischen Kühlrippen verbunden ist, und gibt dort die Wärme ab. Der Dampf kondensiert wieder zu Wasser und fließt zurück zum Chip. Schwerkraft ausgetrickst: Perfekte Kühlung für stehende Konsolen Das eigentliche Highlight des Patents ist jedoch die Form der neuen Heatpipes. Die verfügen nämlich über spezielle verlängerte Abschnitte, die das größte Problem von flüssigkeitsbasierten Kühlsystemen bei Konsolen lösen: die Schwerkraft. Denn sobald eine Konsole vertikal betrieben wird, sacken Flüssigkeiten natürlicherweise nach unten ab. Das Patent sieht daher vor, dass die verlängerten Abschnitte der Rohre in der vertikalen Position als eine Art Sicherheitsreservoir fungieren: Sie kontrollieren den Flüssigkeitsstand im Rohr so präzise, dass die Flüssigkeit selbst im Stehen optimal verteilt bleibt. Somit wäre es am Ende egal, ob die Konsole flachliegt oder hochkant neben dem Fernseher steht: Der Wärmetransfer soll in beiden Positionen absolut identisch und hocheffizient sein. Ein ungleichmäßiges Absacken wie beim Flüssigmetall der PS5 wäre damit physikalisch ausgeschlossen. Ob das System aber tatsächlich bei der PS6 zum Einsatz kommt, bleibt allerdings abzuwarten. Wie immer gilt: Ein Patent ist noch keine Garantie für die finale Hardware. Allerdings ist davon auszugehen, dass Sony seine Lehren aus den Flüssigmetall-Diskussionen der PS5-Ära gezogen hat und nun nach anderen Lösungen sucht.