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Psychologie: Sind Sie ein People Pleaser? Ihr Körper zeigt es Ihnen - „Achten Sie eine Woche lang jeden Tag aktiv auf die Signale”

Wissenschaft

Wer es im Job oft allen recht machen will, übergeht dabei mitunter nicht nur die eigenen Bedürfnisse, sondern auch Warnsignale des Körpers. Darauf macht Eva Elisa Schneider, Beraterin für mentale Gesundheit am Arbeitsplatz, aufmerksam.

Nach den Erfahrungen der Psychologin hinterlässt People Pleasing immer körperliche Spuren – oft lange, bevor Betroffene das Verhalten selbst bewusst wahrnehmen.

Körper sendet People Pleasern Signale

Es kann daher hilfreich sein, die eigene Aufmerksamkeit ganz bewusst auf den Körper zu lenken: „Versuchen Sie, eine Woche lang jeden Tag aktiv auf Ihre Körpersignale zu achten. Pausieren Sie kurz vor dem nächsten Meeting: Spüren Sie Anspannung in den Schultern?“, so Schneider.

Wer auf eine Bitte hin reflexhaft Ja sagt, sollte darauf achten, ob sich dabei ein innerer Widerstand bemerkbar macht – etwa durch Bauchgrummeln oder Zähneknirschen.

People Pleasing kann frustrieren und überfordern

Achtsamkeit sei auch in der umgekehrten Situation wichtig: Wer eine Bitte äußert und dabei ein nervöses Pochen in der Brust verspürt, sollte ebenfalls genauer hinschauen. „Notieren Sie sich einmal täglich einen Moment, in dem Ihr Körper Ihnen ein Signal gesendet hat, das Sie übergangen haben. Nach ein bis zwei Wochen werden Sie ein Muster erkennen“, so Schneider.

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Ein wichtiger Ausgangspunkt, um an den eigenen Grenzen zu arbeiten. Auf Dauer kann People Pleasing nämlich zum Beispiel zu Frust, nachlassender Arbeitsqualität und Selbstüberforderung führen.

So kommen People Pleaser aus der Harmoniefalle

Doch was hilft und wie kommen People Pleaser raus aus der Harmoniefalle? Psychologin Ulrike Bossmann hält im Gespräch mit FOCUS online nichts von strengen Dogmen à la „Ich muss mich jetzt abgrenzen und erstmal nur auf mich gucken“ oder „Lernen, immer Nein zu sagen“.

Das wären nur neue Zwangskorsetts, sagt sie. Außerdem entspreche das nicht dem Charakter ganz vieler People Pleaser. „Das sind oftmals einfühlsame Menschen, die sich gerne kümmern, für andere da sind und sich auch ehrenamtlich engagieren. Die wunderbare Qualitäten haben, die für unsere Gesellschaft – gerade in der heutigen Zeit – enorm wichtig sind.“

Ihr geht es deshalb in erster Linie darum, dass sie einen Weg daraus finden und in Kontakt mit sich selbst, den eigenen Qualitäten, Wünschen und Bedürfnissen kommen.

Wie klappt das ganz konkret? Psychologin hat 3 Tipps

Wie schafft man das ganz konkret? Bossmann nennt beispielhaft folgende Übungen und Methoden:

Kurze Check-Ins, um aus dem Alltag im Autopiloten auszusteigen: „Stellen Sie sich drei Wecker zu völlig komischen Zeiten – zum Beispiel 8.16 Uhr, 13.08 Uhr, 17.35 Uhr. Und wenn der Wecker klingelt, fragen Sie sich: Wie geht es mir gerade? Was bräuchte ich jetzt? Das sind drei Minuten pro Tag, an denen Sie in sich hineinhorchen.“

„Don't Please“-Tage: „Küren Sie einen Tag in der Woche zum 'Don’t please'-Tag. Das Ziel für diesen Tag ist es, bewusste Entscheidungen zu treffen. Versuchen Sie in so vielen Situationen wie möglich, nicht gefällig zu sein, sondern eigene Bedürfnisse, Gefühle und Meinungen zu berücksichtigen.“

Mini-Challenges: „Zeigen Sie sich – es reicht schon im Kleinen! Zum Beispiel mit bunten Fingernägeln oder auffälligen Klamotten. Einfach mal auffallen statt sich anzupassen.“ Als Mini-Challenge zählt zum Beispiel auch, sich vorzunehmen, im anstehenden Meeting einmal seine eigene Meinung zu sagen oder respektvoll zu widersprechen.

„Aber eigentlich braucht es gar keine ausgefeilten Methoden“, sagt die Psychologin. „Nutzen Sie einfach den Alltag zum Üben und wenn es nicht sofort klappt, dann beim nächsten Mal. Einfach kurz innehalten vor einer Entscheidung und überlegen: Was will ich? Ist es mir wirklich egal? Und wenn ja, ist das auch okay. Einfach erst einmal hineinhorchen vor der Antwort.“

„People Pleaser haben große Stärke“

Wichtig ist Bossmann: „Ziel ist es nicht, knallharte Grenzen zu setzen und zu einem Egoisten zu mutieren“, betont sie. „Es ist ein Ausdruck von Liebe und Wohlwollen, andere im Blick zu haben. Das ist eine Stärke, keine Schwäche. Aber es macht eben einen Unterschied, ob ich es tue, weil ich gefällig sein will und Angst vor den Konsequenzen habe, oder ob ich es in diesem Moment authentisch fühle und frei so entscheide.“

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