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Psychologin: Drei Dinge in der Erziehung sind entscheidend, wenn sich das Gehirn von Kindern verändert

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Psychologin: Drei Dinge in der Erziehung sind entscheidend, wenn sich das Gehirn von Kindern verändert

Von: Jana Stäbener

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Mit zunehmendem Alter wird die Stimme der Mutter für Kinder zu Hintergrundrauschen. Zwei Pubertätsexpertinnen verraten, wie Eltern damit umgehen können.

Frankfurt – Eltern kennen das Gefühl: Man spricht, und der Teenager schaut weiter aufs Handy. Kein Zucken, kein Reagieren – als wäre man Luft. Doch hinter diesem Verhalten steckt kein böser Wille und auch keine Faulheit. Das belegt eine Studie der Stanford-Universität aus dem Jahr 2022. Die Forschungsergebnisse zeigen: Mit etwa 13 Jahren verändert sich das Gehirn von Kindern grundlegend. Bis dahin hatte die Stimme der eigenen Mutter das Belohnungszentrum am stärksten aktiviert. In der Pubertät verliert sie diese Sonderstellung. Jugendliche Gehirne reagieren fortan deutlich intensiver auf fremde, unbekannte Stimmen.

Pädagogin Inke Hummel beschreibt das gegenüber der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media so: „Ähnlich wie, wenn man zehn Jahre an einer Bahnstrecke wohnt und den Zug nicht mehr groß wahrnimmt.“ Die Aufmerksamkeit der Teenager werde auf das „Neue, Unbekannte gelenkt, sodass es sie hinaus in die Welt ziehe, sie also sozial interessierter und motivierter werden“, erklärt die Autorin von „Miteinander durch die Pubertät“. Rein „evolutionär ist das absolut logisch“, denn in diesem Alter würden die Kinder geschlechtsreif und müssten ihre Partnerperson in einem anderen Genpool suchen.

Psychologin rät Eltern in der Pubertät zu den „drei grünen V’s“

Obwohl die Stichprobe der Studie sehr klein sei, hält Hummel die Ergebnisse für „spannend“. Wissen über solche neurologischen Veränderungen könnte Eltern helfen, bestimmte Verhaltensweisen weniger persönlich zu nehmen oder weniger negativ zu bewerten. „In der Pädagogik und besonders in der Elternschaft ist dieser Umstand, diese natürliche Veranlagung, meines Erachtens noch immer zu unbekannt, was unbedingt zu ändern wäre“, sagt Hummel.

Eltern sollten verstehen, dass Jugendliche nicht „einfach so“ oder gedrängt durch Gleichaltrige aus der Kernfamilie herausstreben – genauso wie ein veränderter Melatoninhaushalt in der Pubertät für die große Müdigkeit morgens sorgt und das keine bloße Faulheit ist.

Viele Eltern treibt die scheinbare Taubheit ihrer Kinder im Alltag trotzdem an den Rand der Verzweiflung. Was also tun? „Sich nicht irritieren lassen. Die Meinung der Eltern ist den Jugendlichen nicht egal. Im Gegenteil, sie ist sogar sehr wichtig als Orientierung, als Leuchtturm, sei es, um es in dem Augenblick genau anders zu machen, sei es, um es im Hinterkopf zu behalten, vielleicht für später“, sagt Psychologin Elisabeth Raffauf der Frankfurter Rundschau.

Raffauf benennt dabei klar, was die Kommunikation zerstört: „Mit den drei roten V‘s: Vorwürfe, Vorträge und Verhöre brechen sie die Kommunikation garantiert ab.“ Ihr Gegenentwurf: „Was hilfreich ist, sind die drei grünen V‘s: Verstehen, Vertrauen und Vorbild sein.“ Eltern sollten ihrem Kind signalisieren, dass sie interessiert an ihm sind und es ihnen wichtig ist. Gleichzeitig sollten sie es als eigenständige Person, die ihren eigenen Weg sucht, akzeptieren, sagt die Autorin vom Pubertätsbuch „Die tun nicht nichts, die liegen da und wachsen“.

Raffauf gibt noch einen weiteren Hinweis: „Wenn Reden gerade nicht so gut geht, etwas zusammen machen: kochen, backen, Tischtennis spielen, Fahrrad reparieren – dabei ergeben sich oft ganz nebenbei auch Gespräche.“ Hummel rät Eltern, selbst für „mehr Spannung zu sorgen“, indem sie mal lustig sind, mal in neuer Offenheit von sich selbst erzählen, mal ungewohnte Fragen stellen. „Sodass ihre Stimmen gelegentlich doch die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.“

Außerdem lässt sich aus der Studie mitnehmen, dass es in diesem Alter wichtiger sei, zuzuhören als zu senden. Und dass es Sinn ergebe, andere Stimmen von Lehrkräften, Verwandten, Trainerinnen und befreundeten Gleichaltrigen ins Boot zu holen, wenn man das eigene Kind in der Pubertät bei drängenden Themen erreichen möchte. (Quellen: eigene Recherche, Stanford-Studie)

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