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Psychopathische Persönlichkeitsmerkmale: Was die Wortwahl über Menschen verraten kann

Wissenschaft

Ein US-Forschungsduo lässt 450 Menschen über Höhen und Tiefen ihres Lebens schreiben. Eine Textanalyse zeigt klare sprachliche Muster bei psychopathischen Zügen. Dabei spielt auch ein auffallend positiver Tonfall eine besondere Rolle.

Tragen Texte von Menschen mit psychopathischen Merkmalen verräterische Spuren? Ein Forschungsduo aus den USA konnte nach eigenen Angaben anhand von Schriftstücken einen Zusammenhang zwischen der Sprache von Menschen und psychopathischen Persönlichkeitsmerkmalen nachweisen. Die Verwendung bestimmter Wörter und Ausdrucksweisen lieferte den Forschern Hinweise auf psychopathische Persönlichkeitsmerkmale.

Die Forscher der Universität von Mississippi befragten 451 Teilnehmer, die meisten davon Studenten, aber auch 144 Personen, die nach eigenen Angaben bereits einmal im Gefängnis gesessen hatten. Alle sollten schriftlich offene Fragen zu den Höhepunkten, Tiefpunkten und Wendepunkten ihres Lebens beantworten. Anschließend füllten die Teilnehmer einen Selbstbeurteilungsfragebogen aus, mit dem die Ausprägung von drei psychopathischen Merkmalen gemessen wurde:

Kühnheit: Ruhe unter Bedrohung, soziale Dominanz, Abenteuerlust und emotionale Widerstandsfähigkeit.

Kaltherzigkeit: Geringe Empathie, Missachtung anderer, Grausamkeit und die Neigung, Menschen zum eigenen Vorteil auszunutzen.

Enthemmung: Schwache Impulskontrolle, mangelnde Planung und Selbstbeherrschung sowie geringe Berücksichtigung möglicher Konsequenzen.

Weniger Wörter in Zusammenhang mit Angst

Die Texte, welche die Probanden über ihr Leben verfasst hatten, wurden schließlich mit einer Textanalysesoftware untersucht. Das Ergebnis: Personen, die im Fragebogen höhere Werte bei Kühnheit erreicht hatten, verwendeten in ihren Texten weniger Wörter im Zusammenhang mit Angst - wie etwa "Furcht", "Angst" oder "Sorge". Sie erwähnten auch seltener psychische Erkrankungen.

Eine höhere Kaltherzigkeit war laut den Autoren hingegen mit einem positiveren Tonfall und mehr leistungs- und belohnungsbezogener Sprache verbunden und einem geringeren Gebrauch negativ gefärbter Wörter. Personen mit höheren Werten bei dem Merkmal Enthemmung verwendeten hingegen häufiger negativ gefärbte Wörter und bezogen sich seltener auf Freunde. Positive Wörter oder Wörter im Zusammenhang mit Leistung wurden von ihnen seltener verwendet.

"Psychopathie zeigt sich im alltäglichen Verhalten"

"Das zeigt uns, dass die Geschichte, die wir über unser Leben erzählen, Bedeutung hat", sagte Co-Autorin Laura Drislane laut einer Mitteilung der Universität von Mississippi. Das Ziel sei dabei aber nicht, Psychopathie anhand der Sprache zu diagnostizieren, so Hauptautor Ky Bray. Vielmehr verdeutliche die Studie, "dass sich Psychopathie im alltäglichen Verhalten zeigt, sogar in subtilen Verhaltensweisen wie der Sprache".

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