DAX -1,18 % 26.128,36 Pkt 18:00:00 MDAX -1,92 % 31.839,83 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -0,95 % 6.468,17 Pkt 18:00:00 Dow Jones -0,60 % 53.407,54 Pkt 18:26:45 S&P 500 -1,02 % 7.706,00 Pkt 18:26:45 Nasdaq -1,39 % 26.357,10 Pkt 18:26:44 Nikkei -2,54 % 67.460,73 Pkt 08:45:03 Gold +0,10 % 4.422,00 USD 18:16:44 Silber -3,09 % 64,08 USD 18:16:44 Brent +0,72 % 91,52 USD 18:16:37 WTI -0,04 % 84,47 USD 18:16:39 Bitcoin +0,27 % 64.683,39 USD 18:26:37 EUR/USD +0,11 % 1,15870 USD 18:25:55 EUR/GBP +0,08 % 0,85510 GBP 18:26:44 EUR/CHF -0,06 % 0,93990 CHF 18:26:42 EUR/JPY +0,30 % 184,834 JPY 18:26:44

Psychotherapeut erklärt es: Einfache Atmung macht Sie auch bei Stress mutiger

Wissenschaft

Fallbeispiel: Frau M. lernt, ihrem Chef Grenzen zu setzen Frau M., 51 Jahre alt, arbeitet seit vielen Jahren als Teamassistentin in einem mittelständischen Unternehmen. Sie gilt als zuverlässig, engagiert und hilfsbereit. Genau diese Eigenschaften werden ihr jedoch gelegentlich zum Verhängnis. Besonders belastend sind für sie größere Veranstaltungen oder wichtige Meetings. Ihr Vorgesetzter, ein älterer Abteilungsleiter mit eher patriarchischem Führungsstil, kommt häufig kurzfristig mit zusätzlichen Anforderungen auf sie zu. Er meint es nicht böse. Im Gegenteil: Er schätzt ihre Arbeit sehr und geht oft selbstverständlich davon aus, dass sie alles organisieren kann. Früher reagierte Frau M. in solchen Situationen mit innerer Anspannung. Sobald ihr Chef weitere Aufgaben auflistete, begann ihr Herz schneller zu schlagen. Sie sagte fast immer „Ja“, obwohl sie wusste, dass die Arbeitsmenge kaum zu bewältigen war. Anschließend arbeitete sie Überstunden, fühlte sich überfordert und ärgerte sich über sich selbst. Gleichzeitig war sie enttäuscht, weil ihr Chef ihre Belastung scheinbar nicht wahrnahm. Im Rahmen eines Stressmanagement-Seminars lernte sie eine einfache Atemtechnik kennen: Vor schwierigen Gesprächen sollte sie einige Minuten lang langsam einatmen und deutlich länger ausatmen. Besonders wichtig war dabei die verlängerte Ausatmung. Beim nächsten größeren Meeting entschied sie sich, die Übung anzuwenden. Sie setzte sich kurz vor dem Gespräch für drei Minuten an ihren Arbeitsplatz und konzentrierte sich auf ihren Atem. Während ihr Puls langsam ruhiger wurde, bemerkte sie, dass auch ihre Gedanken klarer wurden. Als ihr Chef erneut eine lange Liste zusätzlicher Aufgaben präsentierte, reagierte sie anders als früher. Ruhig und freundlich sagte sie: „Ich kann die Einladungen verschicken, die Räume organisieren und die Präsentationen vorbereiten. Wenn zusätzlich noch die Gästebetreuung übernommen werden soll, brauche ich dafür Unterstützung oder wir müssen eine andere Aufgabe verschieben.“ Zu ihrer Überraschung reagierte ihr Chef keineswegs verärgert. Er überlegte kurz und organisierte Unterstützung aus einer anderen Abteilung. Für Frau M. war dies eine wichtige Erfahrung. Sie hatte gelernt, dass Grenzen setzen nicht automatisch zu Konflikten führt. Die Atemübung hatte ihr geholfen, aus dem Stressmodus herauszukommen und selbstbewusst zu kommunizieren. Heute nutzt sie die Technik regelmäßig vor anspruchsvollen Gesprächen. Die Herausforderungen sind dieselben geblieben. Ihr Umgang damit hat sich jedoch grundlegend verändert.

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