Publisher machen offenbar Druck
Sony könnte sich mit seiner geplanten Ausrichtung auf eine Digital-Only-Zukunft bei PlayStation ausgerechnet selbst ein Problem schaffen. Rund um die gamescom machen derzeit Gerüchte die Runde, wonach mehrere Publisher mit der Entwicklung zunehmend unzufrieden sein sollen und sich die Stimmung gegenüber PlayStation spürbar verändert.
Sonys Disc-Strategie sorgt angeblich für Gegenwind
Im Mittelpunkt steht die Entscheidung von Sony, ab 2028 neue Spiele nicht mehr auf Discs zu pressen und damit die Bedeutung physischer Veröffentlichungen zunehmend überflüssig zu machen. Genau diese Entwicklung soll bei einigen Publishern nicht gut ankommen.
Laut den von Eurogamer Spanien aufgegriffenen Gerüchten soll die Nachfrage nach physischen Spielen weiterhin ein wichtiger Faktor für verschiedene Spielehersteller sein. Gleichzeitig wird offenbar befürchtet, dass Sony mit einer zunehmend digitalen Ausrichtung einen Teil des Marktes vernachlässigt.
Der daraus bereits entstandene Backlash könnte für PlayStation dabei zum großen Problem werden. Angeblich gibt es Publisher, die sich derzeit weniger gerne mit einer klaren PlayStation-Strategie positionieren möchten, da die PlayStation-Disc-Fans weiterhin ein Umdenken bei Sony fordern, während Microsoft diese Situation für sich nutzen könnte.
Microsoft soll Publisher mit physischer Xbox umwerben
Besonders brisant wird das Gerücht durch die angebliche Strategie von Microsoft. Demnach soll Xbox derzeit mit Publishern über Project Helix sprechen und dabei eine vollständig physische Konsole in Aussicht stellen.
Physische Spiele können zudem in digitale Lizenzen umgewandelt werden. Damit würde Microsoft genau jene Flexibilität anbieten, die sich einige Publisher und Kunden offenbar weiterhin wünschen.
Sollte diese Strategie tatsächlich verfolgt werden, könnte sich dadurch ein ungewöhnliches Bild ergeben: Während Sony angeblich stärker auf eine digitale Zukunft zusteuert, versucht Microsoft, mit einer optionalen physischen Ausrichtung Publisher und Kunden für sich zu gewinnen.
Großer Publisher soll mit PlayStation-Verzicht gedroht haben
Noch brisanter ist ein weiterer Teil des Gerüchts. Demnach soll ein großer Spielehersteller Sony wegen eines „massiven“ kommenden Titels angesprochen haben.
Die Forderung soll dabei auf eine physische Veröffentlichung hinauslaufen. Sollte Sony diese nicht garantieren können, soll der Publisher angeblich damit gedroht haben, das Spiel überhaupt nicht für PlayStation zu veröffentlichen.
Stattdessen könnte der Titel dem Gerücht zufolge ausschließlich für Microsoft- und Nintendo-Plattformen erscheinen. Um welches Unternehmen und welches Spiel es sich handelt, ist nicht bekannt. Rockstar soll es ausdrücklich nicht sein.
PlayStation könnte sich mit der eigenen Strategie ins Abseits manövrieren
Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, wäre die Entwicklung für Sony problematisch. Eine Strategie, mit der die PlayStation eigentlich stärker in Richtung digitaler Verkäufe gelenkt werden soll, könnte dadurch ausgerechnet bei den Publishern für Unzufriedenheit sorgen.
Besonders gefährlich wäre dabei, wenn große Spielehersteller tatsächlich bereit wären, auf eine PlayStation-Version zu verzichten, weil sie eine physische Veröffentlichung nicht ausreichend gewährleistet sehen.