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„Putin könnte eines Tages aus dem Fenster springen“: Estnischer Außenminister sieht erfolgreichen Druck auf Russland

Welt

Die baltischen Staaten fühlen sich als ehemalige Sowjetländer von der imperialen Politik Wladimir Putins unmittelbar bedroht. Estlands Außenminister Margus Tsahkna hat das Kräfteverhältnis nun aber relativ positiv beschrieben. „Zum ersten Mal sehen wir deutlich, dass unsere Strategie wirkt“, sagte er dem RND laut einer Vorabmeldung. Tsahkna sieht Spannungen unter den Oligarchen in Putins Umfeld und eine russische Bevölkerung, die die Kriegsfolgen spürt. Er führt das auf die westlichen Sanktionen in Kombination mit den ukrainischen Luftattacken gegen Ölraffinerien und militärische Infrastruktur in Russland zurück. Die russische Wirtschaft leidet, Treibstoff ist ein knappes Gut geworden. Das erklärte Ziel hinter dieser Strategie besteht darin, Putin zu einem Friedensabkommen zu zwingen und damit den Ukrainekrieg zu beenden. Für Tsahkna scheint die entsprechende Chance zumindest gewachsen zu sein. „Putin könnte seine Ziele ändern und ernsthafte Verhandlungen aufnehmen – wenn er rational handelt“, so der estnische Außenminister. „Es kann aber genauso gut sein, dass er eines Tages gemeinsam mit seiner Familie aus dem Fenster springt. So etwas kommt in Russland schließlich vor“, sagt Tsahkna. Es ist eine Anspielung auf russische Fensterstürze, bei denen in der Vergangenheit mehrere Eliten des Landes zu Tode kamen. Derzeit keine Sorge vor russischem Angriff Jetzt brauche es Geduld und noch mehr Druck, sagt Tsahkna. Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen russischen Schwäche wies der Außenminister Sorgen vor einem Angriff Russlands auf Polen und das Baltikum zurück: „Eine groß angelegte Invasion in den kommenden Wochen halte ich für ausgeschlossen. Dafür fehlen Russland die Kräfte.“ Es gebe keine relevanten Truppenverlegungen. Gleichwohl bleibe Russland ein gefährliches Land. Provokationen seien jederzeit möglich. Seit 2025 verletzte Russland mehrfach den Luftraum des EU- und Nato-Mitglieds Estland. Ferner wird Moskau für Desinformationskampagnen und Cyberangriffe gegen Nato-Staaten verantwortlich gemacht. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius warnte im Herbst 2024, dass Russland bis 2029 in der Lage sein könnte, einen militärischen Schlag gegen Nato-Gebiet zu führen. Bei Szenarien wie diesem dürften aber unter anderem die wirtschaftliche Situation in Russland und der Verlauf des Ukraine-Krieges entscheidend sein. (Tsp/dpa)

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