Putin könnte NATO während Ukraine-Krieg angreifen
Startseite Politik US-Geheimdienste warnen: Putin könnte NATO noch während Ukraine-Krieg angreifen Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen US-Geheimdienste warnen vor einem möglichen russischen Angriff auf die NATO noch vor Kriegsende. Moskau – Neue US-Geheimdienstberichte warnen vor einem möglichen russischen Angriff auf ein NATO-Land noch vor dem Ende des Ukraine-Kriegs. Präsident Wladimir Putin könnte demnach versuchen, den Zusammenhalt des Bündnisses mit einem begrenzten Vorgehen auf die Probe zu stellen. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Die Szenarien reichen von Cyberattacken bis zu einem kleineren militärischen Vorstoß auf NATO-Gebiet. Besonders heikel: Die amerikanischen Dienste halten eine solche Aktion inzwischen auch während des laufenden Kriegs gegen die Ukraine für möglich. Frühere Einschätzungen gingen noch davon aus, dass Putin eine direkte Konfrontation mit einem NATO-Staat vermeiden werde, solange Russland in der Ukraine kämpft. Diese Bewertung habe sich Anfang 2026 geändert, wie Wall Street Journal unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet. US-Dienste sehen Gefahr bis 2029 Nach den neuen Einschätzungen könnte Russland zwischen Herbst 2026 und 2029 gegen einen Bündnispartner vorgehen. Denkbar seien ein Cyberangriff oder der Einsatz nicht gekennzeichneter bewaffneter Gruppen. Als militärisch weitreichendstes Szenario nennen die Berichte einen begrenzten Vorstoß an der östlichen NATO-Flanke. Die Wahrscheinlichkeit einer solchen Bodenoperation sei derzeit gering, nehme aber mit der Zeit zu, heißt es laut Wall Street Journal. US-Vertreter gehen dem Bericht zufolge davon aus, dass Moskau mit einem Angriff versuchen könnte, Uneinigkeit innerhalb der NATO auszulösen. Die Neubewertung fällt in eine Phase, in der Washington auch die eigene militärische Einsatzbereitschaft prüft. Bestände bestimmter wichtiger Waffen seien durch Lieferungen an die Ukraine und den Konflikt der USA mit Iran deutlich geschrumpft, berichtet die Zeitung. Betroffen seien unter anderem weitreichende Precision Strike Missiles und ATACMS-Raketen sowie Stinger-Flugabwehrraketen. Warnungen vor Provokationen im Baltikum Auch europäische NATO-Staaten warnen vor möglichen russischen Provokationen. Litauens Verteidigungsminister Robertas Kaunas erklärte am 6. August, Russland könne erbeutete ukrainische Drohnen für eine Operation unter falscher Flagge gegen die baltischen Staaten einsetzen. Das geht aus einer Analyse des US-Instituts Institute for the Study of War (ISW) vom selben Tag hervor. Polens Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz hatte bereits am 21. Juli vor einem ähnlichen Szenario gewarnt. Lettlands Verteidigungsminister Raivis Melnis erklärte dagegen am 6. August, derzeit gebe es keine Hinweise auf einen unmittelbar bevorstehenden russischen Angriff auf kritische Infrastruktur in Lettland. Das ISW bewertet russische Drohnenvorstöße, Sabotageakte und elektronische Störungen als mögliche Bestandteile einer längerfristigen Vorbereitung auf künftige Provokationen gegen die NATO. Dazu zählt das Institut auch Verletzungen des Luftraums. Russland könnte damit nach Einschätzung des ISW Reaktionen des Bündnisses testen.