Putin lässt erbeutete Ukraine-Drohnen umbauen
Startseite Politik Putin lässt offenbar erbeutete Ukraine-Drohnen umbauen – Experte warnt vor perfidem Plan Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Experte: Russland birgt ukrainische Drohnen und bereitet sie für Provokationen in Europa vor. Moskau – Russland soll geborgene ukrainische Langstreckendrohnen reparieren und für eigene Einsätze vorbereiten. Nach Einschätzung eines ukrainischen Regierungsberaters könnten die Fluggeräte später für Provokationen genutzt werden. Angriffe ließen sich damit Kiew zuschreiben – auch in europäischen NATO-Staaten. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Anlass für den Verdacht sind Aufnahmen einer ukrainischen Abfangdrohne. Darauf ist ein russisches Fluggerät zu sehen, dessen gerade Tragflächen, Rumpf und Heck ukrainischen Drohnen der FP-Serie ähneln. Russland könnte beschädigte oder durch elektronische Störmaßnahmen zur Landung gezwungene Modelle geborgen haben, wie Militarnyi berichtet. Serhii „Flash“ Beskrestnov, Berater des ukrainischen Präsidenten für die Entwicklung von Verteidigungstechnologien, bestätigte am Samstagabend zumindest die Bergung solcher Fluggeräte. „Ich kann mit Sicherheit sagen, dass der Gegner unsere intakten Drohnen einsammelt, sie repariert und für künftige Provokationen vorbereitet“, schrieb Beskrestnov auf Facebook. Warnung vor Angriffen unter falscher Flagge Russland könne die Drohnen neu programmieren oder ihre Bauweise untersuchen, heißt es bei Militarnyi. Denkbar seien auch nachgebaute Modelle. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Beskrestnov verwies auf wiederholt gemeldete Drohnensichtungen über Europa. Es sei kaum anzunehmen, dass Russland für solche Einsätze ausschließlich klar erkennbare russische Modelle mit entsprechenden Hoheitszeichen verwende, schrieb er. Die internationale Gemeinschaft müsse verstehen, wie moderne hybride Kriegsführung funktioniere. Bereits im Juli hatte Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz vor diesem Szenario gewarnt. Russland habe eine beträchtliche Zahl ukrainischer Drohnen erbeutet und könne damit Operationen unter falscher Flagge ausführen, erklärte er laut Militarnyi. Ziel könne es sein, einen ukrainischen Angriff auf Polen oder andere NATO-Staaten vorzutäuschen. Das würde Spannungen zwischen den Bündnispartnern verschärfen. Die russische Bedrohung bleibe „durchgehend sehr hoch“, sagte Kosiniak-Kamysz. Er werde deshalb „niemals versuchen, die Öffentlichkeit zu beruhigen“. Absturz in Moldau wirft Fragen auf Als mögliches Beispiel nennt das Portal einen Vorfall vom 8. Juni 2026. Während eines großen russischen Luftangriffs auf die Ukraine drang eine Drohne in den Luftraum Moldaus ein. Sie explodierte nahe dem Dorf Lopatna im Bezirk Orhei. Anwohner fanden ukrainischsprachige Aufschriften auf den Trümmern. Das moldauische Außenministerium erklärte daraufhin, das Fluggerät sei mit hoher Wahrscheinlichkeit ukrainischer Herkunft gewesen, wie Militarnyi berichtet. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha widersprach und bezeichnete die abgestürzte Drohne als russisch. Unklar blieb, ob ein Navigationsfehler oder elektronische Störungen den Kurs verändert hatten. Ebenso offen ist, ob Russland gezielt eine erbeutete ukrainische Drohne einsetzte. Polnische Geheimdienste hatten Anfang Juli zudem vor russischen militärischen oder hybriden Provokationen gewarnt. Damit könne Moskau die Reaktion der NATO testen und die westliche Unterstützung für die Ukraine schwächen, berichtet Militarnyi.