Putin senkt Sprit-Standard auf Euro 3
Startseite Wirtschaft Ukraine setzt Russlands Wirtschaft in Flammen: Putin lässt mit heiklem Schritt tief blicken Von: Nils Thomas Hinsberger Uns auf Google folgen In Russland wird der Sprit knapp. Ukrainische Drohnenangriffe nehmen die Energiewirtschaft von Putin ins Visier – der räumt Engpässe ein. Moskau – Die Angriffe der Ukraine auf die russische Energiewirtschaft zeigen Wirkung. Immer häufiger ist von Rationierung an Tankstellen die Rede. Und manche Sorten sind gar nicht mehr vorhanden. Vor den Zapfsäulen bilden sich entsprechend lange Schlangen. Der Kyiv Independent berichtet nun unter Berufung auf ein Dekret des Kremls, dass Russland die Herstellung von Kraftstoffen nach dem niedrigeren Euro-3-Standard erlauben wolle. Die Maßnahme soll zunächst bis zum Jahresende gelten und so die Kraftstoffversorgung in Russland stabilisieren. Russland setzt wegen Sprit-Krise niedrigere Standards bei Kraftstoffen an – was der Unterschied ist Unter den europäischen Emissionsstandards wird Kraftstoff in verschiedene Klassen aufgeteilt. Laut der Fachwebseite für Transportregulierungen Transport Policy unterscheiden sich die Kraftstoffstandards Euro 1 bis Euro 6 in ihrer Qualität und durch ihre Zusammensetzung. Dabei geht es um den Anteil von Stoffen wie Schwefel, Blei und anderen chemischen Bestandteilen. Russland greift eigentlich auf Kraftstoffe des Euro-5-Standards zurück. Der nun wieder zugelassene Kraftstoff der niedrigeren Qualitätsstufe unterscheidet sich vor allem beim Schwefelgehalt. Bei Euro 5 sind maximal 0,001 Prozent Schwefelanteil erlaubt – bei Euro 3 sind es 0,035 Prozent. Putins Raffinerien unter Beschuss – Ukraine-Drohnen legen die Produktion lahm Die Ukraine nimmt seit Monaten die russische Energiewirtschaft weit hinter den Frontlinien und auf der annektierten Krim-Halbinsel ins Visier. „In diesem Sommer steuert Russland offenbar auf die womöglich schlimmste Treibstoffkrise seiner Geschichte zu“, zitiert die Deutsche Welle (DW) Experten vom US-Thinktank Energy Intelligence. Allein im Mai dieses Jahres wurden 16 Ölraffinerien von der Ukraine angegriffen. Laut Reuters ist die Benzinproduktion im Land insgesamt um 25 Prozent eingebrochen. Zuletzt musste der russische Machthaber Wladimir Putin sogar eine Treibstoffknappheit im Land eingestehen. In einem Gesprächsprotokoll auf der Webseite des Kremls heißt es: „Leider kommt es nach wie vor zu Warteschlangen an Tankstellen, und einige stark nachgefragte Kraftstoffmarken sind möglicherweise schwer erhältlich.“ Neben Rationierungen sei bereits ein Exportverbot für Diesel eingeführt worden. Weiter sagte Putin, dass Russland die Folgen der ukrainischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur so gering wie möglich halten wolle. Die Produktion in den Raffinerien laufe „mit voller Kapazität“, so Putin. Doch gleichzeitig warnte er vor Folgeschäden durch einen möglichen Spritmangel. „Selbstverständlich sind wir uns der Schwierigkeiten bewusst, mit denen landwirtschaftliche Betriebe im Sommer konfrontiert sind. Wir müssen alles daransetzen, die saisonalen Kraftstofflieferpläne für landwirtschaftliche Betriebe strikt einzuhalten, da die Ernten von diesen Lieferungen abhängen.“ (Quellen: Kyiv Independent, Transport Policy, Deutsche Welle (DW), Reuters, Kreml) (nhi)