Putin stellt weitere europäische Unternehmen unter russische Verwaltung
Druckmittel gegen den Westen
Russland verstaatlicht weitere Firmen – eine aus Merz' Heimat
Von reuters, pa
16.10.2026 - 09:53 UhrLesedauer: 1 Min.
Russland greift erneut auf die Vermögenswerte europäischer Unternehmen zu. Betroffen ist auch ein Hersteller aus dem Sauerland.
Russland hat die lokalen Vermögenswerte mehrerer europäischer Unternehmen unter vorübergehende staatliche Verwaltung gestellt. Einem Dekret von Präsident Wladimir Putin zufolge betrifft dies unter anderem den deutschen Verpackungshersteller Menshen. Der Internetseite des Unternehmens zufolge produziert Menshen mit Sitz im Sauerland unter anderem Verschlüsse und Spezialverpackungen und beschäftigt weltweit 1.400 Mitarbeiter.
Zudem stehen auf der russischen Liste der französische Bodenbelagshersteller Tarkett, der schwedische Verpackungsproduzent Sverige International Holdings sowie der niederländische Verpackungshersteller Sonoco.
Unter Zwangsverwaltung: Russland enteignet deutsche Handelskette
Zwischenfall an Nato-Grenze: Schickt Putin wieder "grüne Männchen" los?
Der Kreml erklärt, die Maßnahme sei eine Reaktion auf die Rolle der EU-Staaten in dem Krieg. Die Entscheidung sei jedoch "umkehrbar". Bereits im vergangenen Monat war die Regierung in Moskau ähnlich gegen den Lebensmittelkonzern Nestle sowie die Einzelhändler Auchan und Metro vorgegangen.
Was die Zwangsverwaltung für Unternehmen bedeutet
Die staatliche Verwaltung betrifft die im russischen Erlass aufgeführten Vermögenswerte und Unternehmensanteile in Russland. Eine von Russland eingesetzte Verwaltungsgesellschaft übernimmt Kontrolle darüber und kann so gewisse Eigentümerrechte ausüben. Bisherige Eigentümer verlieren dadurch zunächst die Kontrolle über die betroffenen russischen Unternehmensteile, ohne dass damit automatisch ein dauerhafter Eigentümerwechsel verbunden ist.
Die Geschäftsaktivitäten der Unternehmen in Deutschland und anderen Ländern sind von dieser konkreten Maßnahme nicht unmittelbar betroffen. Wie lange die staatliche Verwaltung bestehen bleibt und ob die bisherigen Eigentümer die Kontrolle zurückerlangen, ist offen. Ihnen können dadurch Einnahmen und Einflussmöglichkeiten im Russlandgeschäft entgehen.
Verwendete Quellen
Nachrichtenagentur Reuters
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