Putins Bomberbasis brennt - Ukraine ändert offenbar ihre Taktik
Startseite Politik Putins Bomberbasis brennt – Ukraine ändert offenbar ihre Taktik Von: Lukas Richter Uns auf Google folgen Ukraine greift Russlands Luftwaffenbasis Engels-2 an – diesmal offenbar mit anderem Ziel. Die Ukraine hat nach übereinstimmenden Berichten in der Nacht einen Drohnenangriff auf den russischen Militärflugplatz Engels-2 geflogen. Anders als bei früheren Angriffen standen diesmal offenbar nicht die dort stationierten strategischen Bomber im Mittelpunkt. Content-Partnerschaft Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de. Nach Einschätzung von Analysten zielte die Attacke stattdessen auf Treibstofflager der Luftwaffenbasis, von der aus Russland regelmäßig Marschflugkörper gegen ukrainische Städte startet. In sozialen Netzwerken veröffentlichte Videos zeigen ein Feuer auf oder in unmittelbarer Nähe des Stützpunkts. Bewohner der russischen Städte Engels und Saratow berichteten von mehreren Explosionen ab etwa 2.30 Uhr Ortszeit. Der Gouverneur der Region Saratow, Roman Busargin, bestätigte einen Drohnenangriff. Dabei sei zivile Infrastruktur in Engels beschädigt worden, Tote oder Verletzte habe es nicht gegeben. Einen Treffer auf den Militärflugplatz erwähnte er nicht, wie das russische Medium Astra berichtet. Treibstoff statt Bomber als Ziel Der Luftwaffenstützpunkt Engels-2 liegt rund 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt und zählt zu den wichtigsten Basen der russischen Langstreckenflieger. Dort sind Tu-95MS- und Tu-160-Bomber stationiert, die regelmäßig Marschflugkörper vom Typ Ch-101 gegen Ziele in der Ukraine einsetzen. Außerdem befinden sich auf dem Gelände Treibstoffdepots, Munitionslager und Wartungseinrichtungen. Nach Einschätzung der ukrainischen Fachplattform Militarnyj deutet vieles darauf hin, dass die Ukraine diesmal bewusst die Treibstofflager angriff und nicht die Flugzeuge. Das passe zu einer Serie von Angriffen auf die russische Öl- und Logistikinfrastruktur in den vergangenen Wochen. Demnach solle die Versorgung der russischen Streitkräfte mit Treibstoff erschwert werden. In Russland herrscht in Folge der ukrainischen Angriffe auf Öl- und Gas-Infrastruktur seit Wochen Treibstoffknappheit. Unbekannte Drohnen gesichtet Welche Drohnen bei dem Angriff eingesetzt wurden, ist bislang unklar. Militarnyj verweist auf Aufnahmen von Anwohnern, auf denen Fluggeräte zu sehen seien, die äußerlich an iranische Shahed-Drohnen erinnerten. Ähnliche Konstruktionen seien bereits bei früheren ukrainischen Langstreckenangriffen innerhalb Russlands beobachtet worden. Nach Angaben von Astra traf eine Drohne außerdem ein Wohnhaus etwa zwei Kilometer vom Militärflugplatz entfernt. Anwohner berichteten laut Militarnyj zudem von Stromausfällen nach den Explosionen. In sozialen Netzwerken wurde vermutet, dass auch ein Umspannwerk beschädigt worden sein könnte. Eine unabhängige Bestätigung dieser Angaben liegt nicht vor.