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Putins geheimer Angriffsplan soll Millionen zum Fliehen zwingen

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„Keine Regeln mehr“: Abgefangener Putin-Plan soll Millionen Ukrainer zum Fliehen zwingen

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Abgefangene Kreml-Kommunikation alarmiert Kiew: Putin soll alle Kriegsregeln gestrichen haben. Die Folgen treffen Millionen Zivilisten, Schulen und Krankenhäuser.

Offiziell zielte Russland stets auf Militäranlagen und Energieinfrastruktur. Dass dabei regelmäßig auch zivile Einrichtungen getroffen wurden, ist seit 2022 dokumentiert. Eine erklärte Strategie gegen Schulen, Krankenhäuser oder Brücken gab es dennoch nie – zumindest nicht offen. Nach Einschätzung Kiews ist diese unausgesprochene Grenze nun gefallen. Ukrainische Geheimdienste wollen einen Befehl abgefangen haben, der den Krieg auf eine neue Stufe hebt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach eigenen Angaben Geheimdienstinformationen über einen folgenreichen Befehl von Wladimir Putin erhalten. Laut Selenskyj habe Putin Anfang September seinen Militärführern erklärt, es gebe nun „keine Regeln mehr“. Selenskyj zitierte dies in einem Interview mit der Financial Times sowie in einem Beitrag auf der Plattform X. Grundlage seien abgehörte Kommunikation von Kreml-Beamten sowie Informationen aus Putins engem Umfeld, so Selenskyj. Die abgehörten Gespräche wurden nicht veröffentlicht und lassen sich unabhängig nicht überprüfen.

Schulen, Brücken, Rechenzentren: Russland weitet zivile Ziele aus

Selenskyj soll das Interview in einem Schutzraum unter einer Kiewer Schule gegeben haben, die kurz zuvor von einer russischen Jet-Drohne getroffen worden war. Die Schuldirektorin Valentyna Chorna bestätigte, dass 104 Schüler und 60 Lehrkräfte den Angriff überlebt hätten, weil sie sich rechtzeitig in den Schutzraum begeben hätten. Die Drohne traf das Gebäude kurz nach 9 Uhr morgens. Trümmerteile aus dem Schutt trugen russische Herstellermarkierungen und handgeschriebenen russischen Text. Einige Komponenten wiesen auf ein Produktionsdatum vom 28. Juli hin, andere stammten Medienberichten zufolge aus westlicher Produktion.

Die Intensivierung der Angriffe auf zivile Ziele ist laut Selenskyj kein Zufall. Russland habe seine Strategie geändert, weil die Gebietseroberungen im Donbas ausblieben. Massive Angriffe auf Infrastruktur sollen die Bevölkerung zermürben und Menschen vermehrt zur Flucht aus den Städten zwingen. Neben Schulen und Krankenhäusern stünden Brücken, Rechenzentren und Telekommunikationsanlagen im Visier, so Selenskyj. Diese Strategie zeigte sich bereits zuvor, vor allem in den Wintermonaten, in denen Dunkelheit und Kälte den Willen der ukrainischen Bevölkerung brechen sollten.

Der Kremlsprecher Dmitry Peskov wies die Vorwürfe zurück. „Die russischen Streitkräfte greifen keine Schulen oder Krankenhäuser an“, sagte er gegenüber der Financial Times. Das gezielte Angreifen ziviler Infrastruktur gilt nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen. Dennoch: Das ukrainische Bildungsministerium dokumentierte mehr als 4.700 beschädigte oder zerstörte Bildungseinrichtungen seit Beginn der Invasion 2022. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte außerdem mehr als 3.000 Treffer auf das ukrainische Gesundheitswesen im gleichen Zeitraum.

Russland setzt seit August 2026 verstärkt schnellere, strahlgetriebene Jet-Drohnen ein, die für die ukrainische Luftabwehr erheblich schwerer abzufangen sind. An einem einzigen Tag feuerte Russland laut Selenskyj rund 500 Drohnen ab, die Hälfte davon Jet-Drohnen. Die Ukraine vernichtet derzeit nur 57 Prozent davon. Ein nicht unabhängig verifiziertes, abgefangenes russisches Dokument, das Energieminister Shmyhal europäischen Partnern in Paris präsentierte, beschreibt das Endziel: Kiew, Charkiw und Odessa sollen mit bis zu 1.000 Waffen angegriffen werden, Strom, Wärme und Wasser um bis zu 90 Prozent reduziert. Sogar die Schaltanlagen der drei noch aktiven Atomkraftwerke stehen laut den New York Times demnach im Visier.

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