Putins Soldaten haben höchstens drei Stunden lang Internet: Russische Starlink
Der russische Vormarsch in der Ukraine ist seit Februar merklich ins Stocken geraten, wie Zahlen des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) zeigen. Das kann mehrere Gründe haben. Jedenfalls endete damals auch ein von Anfang an riskantes Unterfangen der russischen Armee: Sie verlor den Zugang zu Starlink, dem schnellen, für die Frontkommunikation und Steuerung von Drohnen genutzten Satelliten-Internet. Denn auf Drängen der Ukraine sperrte Elon Musks SpaceX den Zugang. Offiziell durften Putins Truppen das Produkt nie nutzen, die nötigen Terminals waren nach Russland geschmuggelt worden.
Aus russischer Sicht bestand das Problem dann aber weniger darin, plötzlich – und im Unterschied zur Ukraine – keinen Zugang mehr zu Starlink zu haben. Das Problem war, dass es zunächst keine Alternative gab. Eben weil man sich auf die illegale Nutzung eines ausländischen Dienstes verlassen hatte.
Während die Kreml-Truppen also ohne die Vorteile einer schnellen, stabilen Internetverbindung kämpfen mussten, wurde im Hintergrund hektisch an einer Ersatzlösung gearbeitet. Eigene Satelliten sollen die amerikanischen Pendants ersetzen.
Doch das russische Produkt fliegt offenbar nicht hoch genug.
Um wie gewünscht zu funktionieren, müssten die Satelliten auf 870 Kilometer Höhe kommen, schreibt das ISW. Aber die 16 im Juli gestarteten Satelliten hätten jetzt noch nicht mal die angepeilte Flughöhe von 550 Kilometern erreicht. Mindestens zwei sollen sogar schon wieder auf dem Weg nach unten sein.
Je niedriger ein Satellit fliegt, umso kürzer sei seine Lebensdauer, schreiben die Experten. Die Erdanziehung wirke sich dann stärker aus.
Schon im März waren 16 andere Satelliten der Marke Rasswet gestartet worden. Vier sollen gescheitert, zwölf sollen Ende Juli die Höhe von 550 Kilometern erreicht haben.
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Anzahl der erfolgreich ins All geschickten russischen Satelliten als „Starlink“-Ersatz
Bislang scheine die Fehlerrate höher zu sein als in der ersten Starlink-Generation, sagte Russlandexperte John Hardie von der Sicherheits-Denkfabrik Foundation for Defense of Democracies gegenüber „Newsweek“.
Für die Truppen am Boden bedeute das laut ISW: Sie haben pro Tag zwei Zeitfenster, um sich ins Satelliten-Internet einzuwählen, mit jeweils bis zu anderthalb Stunden Verbindung.
Zwar sei auch das den Experten zufolge eine Gefahr für die Ukraine, etwa weil Russland in dieser Zeit präzisere Drohnenattacken durchführen könne. Insgesamt aber scheint Russland noch weit davon entfernt zu sein, mit den Satelliten eine durchgängige, schnelle Internetverbindung an der Front herzustellen.
Russland liegt Jahre hinter dem Ziel
Laut ukrainischen Angaben brauche es dafür mindestens 200 bis 250 Satelliten. Wenn das bisherige Tempo beibehalten wird, dauert es also noch Jahre, bis die russische Starlink-Alternative wie gewünscht funktioniert.