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Putins Wirtschaft unter Dauerfeuer: Russland greift zu Benzin

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Russlands Wirtschaft unter Dauerfeuer: Ukraine zerbombt wichtige Öl-Anlage – Auswirkungen immer deutlicher

Von: Nail Akkoyun

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Die Ukraine hat in der zweiten Nacht in Folge eine der größten Ölraffinerien Russlands angegriffen. Gleichzeitig erlaubt Putin wieder den Verkauf von gefährlichem Benzin.

Jaroslawl – Der nächste Angriff auf Putins Wirtschaft: In der Nacht zum Donnerstag sind ukrainische Drohnen erneut in der Slawneft-Janos-Raffinerie im zentralrussischen Jaroslawl eingeschlagen. Bereits die Nacht zuvor hatte die Anlage gebrannt. Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt filmten dichte Rauchwolken über dem Stadtgebiet und veröffentlichten die Aufnahmen in sozialen Netzwerken. Der unabhängige russische Telegram-Kanal Astra wertete die Videoaufnahmen per Geolokalisierung aus und bestätigte den Brand.

Jaroslawls Gouverneur Mikhail Yevrayev bestätigte zunächst zwar, dass ukrainische Drohnen die Region angriffen, und verhängte Verkehrsbeschränkungen auf der Straße nach Moskau. Die Raffinerie erwähnte er dabei aber nicht.

Angriff auf eine der wichtigsten Ölraffinerien: Ukraine erhöht den Druck auf Putin

Die Raffinerie in Jaroslawl ist die größte Ölverarbeitungsanlage in Zentralrussland und gehört zu den fünf größten des gesamten Landes. Sie verarbeitet jährlich rund 15 Millionen Tonnen Rohöl und produziert laut Kyiv Independent unter anderem Benzin, Diesel, Kerosin und Flüssiggas. Allein im Mai 2026 war die Anlage bereits viermal angegriffen worden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den ersten Angriff auf die Raffinerie am Dienstag öffentlich bestätigt und auf Facebook kommentiert. „Jaroslawl, mehr als 700 Kilometer von der ukrainischen Staatsgrenze entfernt. Eine Anlage des Energiesektors, die von großer Bedeutung für die Finanzierung von Russlands Krieg war“, schrieb er unter ein Video, das die brennende Raffinerie zeigt. Und weiter: „Ich danke den ukrainischen Streitkräften und unserem militärischen Geheimdienst für diese Manifestation der Gerechtigkeit. Ukraines Langstrecken-Sanktionen wurden als Antwort auf russische Angriffe auf unsere Städte und Dörfer fortgesetzt.“

Die Angriffe auf russische Ölinfrastruktur sind Teil einer gezielten ukrainischen Strategie, die Kiew selbst als „Langstrecken-Sanktionen“ bezeichnet. Zahlreiche russische Raffinerien haben infolge dieser Kampagne die Produktion gedrosselt oder vollständig eingestellt.

Putins Wirtschaft unter Dauerfeuer: Russland greift zu Benzin-Notmaßnahmen

Dass Russlands Energieversorgung unter Druck geraten ist, zeigt auch eine Entscheidung, die wenig mit dem Krieg, aber viel mit seinen Folgen zu tun hat. Wie Radio Swoboda berichtet, erlauben die russischen Behörden wieder die Einfuhr und den Verkauf von Benzin der Normen Euro 2, Euro 3 und Euro 4 – Kraftstoffqualitäten, die wegen ihres hohen Schwefelgehalts als umwelt- und gesundheitsschädlich gelten und in Russland eigentlich nicht mehr zugelassen waren. Die Regelung soll bis Juli 2027 gelten.

Vertreter des russischen Energieministeriums bezeichneten die Entscheidung laut Radio Swoboda als „vorübergehender Natur“ und als „Antikrisenmaßnahme“. Eine Einschätzung, die wenig Spielraum für Interpretation lässt: Russland kann seinen Kraftstoffbedarf offenbar nicht mehr mit den eigenen Kapazitäten decken und greift deshalb auf Benzin zurück, das selbst im eigenen Land eigentlich nicht mehr verkauft werden dürfte.

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