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Quallen-Angriff auf AKW: Strom-Produktion stark eingeschränkt

Technologie

Rekordmenge geht vom Netz Quallen bringt französisches AKW zum Stillstand Von afp, dpa, wal Aktualisiert am 11.08.2026 - 15:19 UhrLesedauer: 2 Min. Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00 Jetzt neu bei t-online: Schriftgröße anpassen! Nicht nur die Hitze macht den französischen Atomkraftwerken zu schaffen. Jetzt werden sie auch noch von Meerestieren befallen. Ein massives Aufkommen von Quallen stellt den französischen Energiekonzern EDF vor Probleme: Das Unternehmen musste drei der sechs Reaktoren seines Atomkraftwerks Gravelines an der Küste des Ärmelkanals abschalten, wie es am Dienstag auf seiner Webseite mitteilte. Die Quallen gerieten demnach in die Meerwasserpumpen des AKW. Die Reaktoren 2, 3 und 4 mussten abgeschaltet werden, Reaktor 1 wurde auf die halbe Kraft heruntergefahren, wie EDF mitteilte. Reaktor 6 laufe mit voller Kraft, Reaktor 5 sei aktuell wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet. "Diese Situation hat keinerlei Auswirkungen auf die Sicherheit der Anlagen, die Sicherheit des Personals oder auf die Umwelt", teilte EDF weiter mit. Atomkraftwerke schalten auch wegen der Hitze ab Gravelines in der Normandie zwischen Calais und Dünkirchen ist das größte Atomkraftwerk Westeuropas. Ebenfalls wegen einer Quallenplage wurden dort vor genau einem Jahr vier Reaktoren automatisch abgeschaltet. Die vielen Quallen an der Küste Nordfrankreichs sind ein regelmäßiges und saisonbedingtes Phänomen. Meldungen über große Schwärme in diesem Gebiet werden aber jeden Sommer häufiger. Weltweit vermehren sich die Quallen, ein Grund dafür ist der Anstieg der Meerestemperaturen durch die globale Erwärmung. Frankreichs Atomkraftwerke haben ohnehin schon mit der Hitze zu kämpfen. Am Sonntagnachmittag meldete EDF einen neuen Höchststand an hitzebedingten Ausfällen der Kraftwerke. Die Ausfallquote erreichte 15,6 Prozent – noch nie zuvor fehlte in Frankreich so viel Kernkraftleistung aufgrund steigender Temperaturen der Flüsse und sinkender Durchflussmengen. Die insgesamt 57 Atomreaktoren des Landes, die üblicherweise rund 70 Prozent der Stromerzeugung decken, liegen allesamt an Gewässern, um die Kühlung der Anlagen zu ermöglichen. Im Falle von Dürren oder Hitzewellen muss die Produktion jedoch gedrosselt werden, um Auswirkungen auf die Umwelt zu begrenzen und zu verhindern, dass sich etwa das Wasser von Flüssen noch weiter aufheizt. Am Sonntag mussten so fünf Reaktoren (Tricastin 1 und 4, Saint-Alban 1 und 2 sowie Bugey 3) ihre Leistung anpassen. Zudem waren vier Reaktoren (Golfech 2, Chooz 1 und 2, Cattenom 1) außer Betrieb. Sprit-Engpass wegen Rhein-Dürre in Deutschland Mit Blick auf die Sicherheit hob EDF hervor, dass die Reaktoren trotz hoher Wassertemperaturen ohne erhöhtes Risiko betrieben werden könnten; die von der französischen Atomaufsichtsbehörde für jeden Standort festgelegten Grenzwerte dienten dem "Schutz von Flora und Fauna", erklärte der Konzern. EDF verwies außerdem darauf, dass die Auswirkungen von Dürreperioden und Hitzewellen auf die Atomstromerzeugung "sehr gering" seien – Frankreich sei weiterhin ein bedeutender Stromexporteur innerhalb Europas. Auch in Deutschland hat die Hitze Auswirkungen auf die Energieversorgung. Kohle und Treibstoffe wie Benzin und Diesel werden in großen Mengen über die Wasserstraßen transportiert, die durch die anhaltende Dürre austrocknen. Der Rhein meldete am Dienstag erneut historische Tiefstände. Seit Tagen können deshalb die Schiffe nicht voll beladen werden. Der ADAC warnt deshalb vor höheren Spritpreisen durch das Niedrigwasser. Auf die Stromversorgung hat das noch keine Auswirkungen.

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