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Quantum Systems - vom bayerischen Startup zum Milliarden-Konzern

Wirtschaft

Man habe am Mittwoch bis spät in die Nacht getagt, dann sei alles fix gewesen, sagte Florian Seibel, Mitgründer und Co-Chef von Quantum Systems. Angeführt von Investoren wie Blackstone und Airbus stecken zahlreiche Geldgeber nach der jüngsten Finanzierungsrunde 1,2 Milliarden Dollar in das Unternehmen, das vor allem für seine Aufklärungsdrohnen und die Zusammenarbeit mit ukrainischen Partnern bekannt ist. Insgesamt liegt die Bewertung der Firma aus Gilching nun nach eigenen Angaben bei acht Milliarden Dollar, sie hat sich damit binnen eines Jahres verzehnfacht.

Umsatz steigt rasant

Hinter der hohen Bewertung steckt auch ein rasantes Geschäftswachstum. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz von Quantum Systems bei 285 Millionen Euro, für dieses Jahr erwartet Firmenchef Seibel bis zu 700 Millionen, und für das kommende Jahr sind dann 1,5 Milliarden angepeilt. Dabei sind aus Sicht von Experten nicht unbedingt die Drohnen das wertvollste Kapital des Unternehmens, sondern die Fähigkeit, verschiedene bemannte, aber auch unbemannte Systeme über eine Software-Plattform zu vernetzen.

Hier arbeitet Quantum Systems auch mit der deutlich größeren Militärsparte von Airbus zusammen. Laut Florian Seibel ist die Software nicht auf militärische Anwendungen beschränkt. In einer Pressekonferenz verwies er unter anderem auf das milliardenschwere Potential, das der Trend zu humanoiden Robotern für eine solche digitale Vernetzung biete. Grundsätzlich stehe mit dem frischen Kapital nun auch viel Geld für Zukäufe bereit.

Bis zum kommenden Jahr ein eigenes Flugzeug

Kapital benötigt Quantum Systems aber auch für die Entwicklung eines eigenes Flugzeugs, dessen Konzept im Mai auf der Luftfahrtmesse ILA in Berlin für großes Aufsehen sorgte. Die Maschine mit dem Projektnamen P19 Pulse soll bereits in gut einem Jahr erstmals abheben, was als sehr ambitioniert gilt.

Das Besondere: Die Maschine ist so ausgelegt, dass sie sowohl mit ein bis zwei menschlichen Piloten an Bord als auch unbemannt fliegen soll. Damit sei sie vielseitig nutzbar, etwa für die Überwachung von Seegebieten, aber auch für die Pilotenausbildung. Der Bau der Maschine ist in unmittelbarer Nähe der Gilchinger Firmenzentrale geplant. Auf dem Gelände des Flugplatzes Oberpfaffenhofen hat Quantum Systems zwei große Hangars angemietet, die ursprünglich für den inzwischen insolventen Flugxtaxi-Entwickler Lilium gebaut wurden.

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