Rader Hochbrücke: Noch fehlt das Geld für das zweite Teilbauwerk
Stand: 22.07.2026 08:31 Uhr Die Rader Hochbrücke führt den Verkehr der A7 bei Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal. Aktuell werden die zwei alten Brücken ersetzt. Seit kurzem steht das erste Teilstück - doch für das zweite Bauwerk fehlt noch das Geld. Erst vor rund einer Woche wurde das verbindende Mittelstück für das erste Bauwerk der neuen Rader Hochbrücke eingehoben. Ab Ende des Jahres soll der Verkehr der A7 über die Brücke fahren können. Erst dann kann kommendes Jahr der Abriss des benachbarten alten Brückenbauwerks und anschließend 2028 der Bau der zweiten Brückenhälfte starten. Doch genau für diesen Neubau fehlt aktuell noch die Finanzierung, teilt das Bundesverkehrsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Finanzierung für zweites Brückenbauwerk steht noch nicht Auch laufende Projekte seien mit den aktuellen Mitteln "noch nicht vollumfänglich durchfinanziert", heißt es in einem Antwortschreiben. Der Bund verweist darin auf die angespannte Haushaltslage und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig sei der Baupreisindex für den Bundesfernstraßenbau seit 2021 um rund 40 Prozent gestiegen. Dieser Mehrbedarf stelle den Bund vor erhebliche Herausforderungen, so das Ministerium. Rader Hochbrücke: Projekt habe "hohe Bedeutung" Das Bundesverkehrsministerium messe dem Projekt aber hohe Bedeutung bei, heißt es weiter. Gemeinsam mit der Autobahn GmbH des Bundes wolle man sich auch weiter für die Realisierung des Neubaus der Rader Hochbrücke und somit für den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn 7 bei Rendsburg (Kreis Rendsburg-Eckernförde) einsetzen. Madsen drängt auf Fertigstellung der Hochbrücke "Eine halbfertige Rader Brücke wäre ein Offenbarungseid", sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) der dpa. Er mahnt, das Geld bereitzustellen. Ihm zufolge sollen künftig über 60.000 Fahrzeuge über den Autobahnabschnitt rollen und spricht von einem "Straßen-Hochleistungskorridor Richtung Skandinavien". Den Neubau der Rader Hochbrücke sei ein durchgeplantes und bisher im Zeitplan befindliches "Vorzeige-Projekt", betonte der Minister weiter. Sorgen aus Schleswig-Holstein um Kosten und Zeitplan Sollte sich die Finanzierung für das zweite Brückenbauwerk verschieben, könnte nach Madsens Ansichten das Rendsburger Kreuz über Jahre zum Nadelöhr werden. Außerdem befürchtet er, dass durch die stetigen Preissteigerungen in wenigen Jahren der Kostenrahmen und vermutlich auch der Zeitplan nicht mehr eingehalten werden könnten. In einem Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) drängt er darauf, das Bauwerk vollständig fertigzustellen. Neues Gesetz soll Abhilfe schaffen Der Bund will der Autobahn GmbH nun ermöglichen, Kredite aufzunehmen und hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt. So sollen zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur ab 2027 möglich sein, teilte das Bundesverkehrsministerium mit. 900 Millionen Euro für Ersatzneubau Die neue Rader Hochbrücke zwischen dem Kreuz Rendsburg und der Anschluss Büdelsdorf soll bisherigen Angaben zufolge insgesamt rund 900 Millionen Euro kosten. Etwa 300 Millionen Euro kostete das erste, jetzt fertiggestellte Teilstück. Bis 2031 soll auch das zweite Bauwerk fertiggestellt sein. Über 50 Jahre alte Brücke muss ersetzt werden Die 1969 bis 1972 erbaute Rader Hochbrücke muss einem Neubau weichen, nachdem 2013 bei einer Routineprüfung starker Verschleiß am Beton festgestellt wurde. Sachverständige bescheinigten eine Restnutzungsdauer bis Ende 2026. Aktuell rollen laut DEGES rund 54.000 Fahrzeuge pro Tag über das 1.500 Meter lange Bauwerk.