„Radikale Linke“: Trump wegen TV-Sendern außer sich
ruhr24 Schlagzeilen „Radikale Linke“: Trump wegen TV-Sendern außer sich Von: Julian Kaiser Uns auf Google folgen ABC und NBC zeigten Trumps Rede nicht live. Der US-Präsident reagierte mit einer radikalen Forderung. Washington – Nur wenige Monate vor den Zwischenwahlen im November hat US-Präsident Donald Trump den TV-Sendern ABC und NBC damit gedroht, ihnen die Rundfunklizenzen zu entziehen. Der Grund: Beide Sender hatten sich geweigert, Trumps Rede am Donnerstag (16. Juli, Ortszeit) zur besten Sendezeit live im regulären Programm zu übertragen. Donald Trump will TV-Sendern ABC und NBC Rundfunklizenzen entziehen Tatsächlich zeigten ABC und NBC die Ansprache lediglich auf ihren Streaming-Kanälen, wie Politico berichtet. „In einem seltenen Schritt haben sowohl NBC als auch ABC – diese Fake-News-Sender – erklärt, dass sie nicht über diese Rede berichten würden“, sagte Trump laut Politico. „Ein solcher Betrug sollte den Entzug ihrer Lizenzen zur Folge haben.“ Trump warf den Sendern in seiner Rede außerdem eine Verschwörung vor. Sie würden damit den „Wahlbetrug fortsetzen“ wollen, sagte Trump laut Digitalfernsehen. Konkrete Belege liefert er dafür nicht. Trump, der kürzlich ein angeblich dunkles Geheimnis über Obama angedeutet hat, begründete seine Forderung zusätzlich mit dem Vorwurf, die Sender schützten die „radikale Linke“. Sie nutzten öffentliche Frequenzen, ohne dafür zu zahlen, behauptete der 80-Jährige laut Digitalfernsehen. Er forderte Ehrlichkeit in der Berichterstattung. Weitere Schlagzeilen: Putin-Sprecherin sorgt für Eklat: „Hat sich geweigert, das zu tun“ Jürgen Klopp verkündet DFB-Entscheidung Trump-Forderung ohne Erfolgsaussichten: Verfassung schützt Sender Rechtlich hat Trumps Vorstoß wenig Aussicht auf Erfolg. Wie Politico schreibt, ist der Vorsitzende der US-Regulierungsbehörde FCC, Brendan Carr, in seiner Macht eingeschränkt. Der Communications Act und der erste Verfassungszusatz schützten die Sender vor einem einseitigen Lizenzentzug. Ähnliche Forderungen hatte Trump bereits in der Vergangenheit erhoben. Laut Politico brachte er einen Lizenzentzug für ABC schon nach der Suspendierung von Late-Night-Moderator Jimmy Kimmel ins Spiel. Auch andere Sender mit überwiegend negativer Berichterstattung sollten laut einem Trump-Beitrag im Dezember ihre Lizenz verlieren. Nicht alle Sender folgten dem Beispiel von ABC und NBC. CBS, MS NOW und Fox News übertrugen die Rede laut Politico zumindest in Teilen live (Du willst keine Top-News mehr verpassen? Dann trage dich in den kostenlosen Schlagzeilen-Newsletter ein). Donald Trump (Republikaner) Name: Donald John Trump Alter: 80 (14. Juni 1946) Geburtsort: Queens, New York City, USA Partei: Republikanische Partei Trump schürt vor Midterms Zweifel an Sicherheit von Wahlen – und poltert gegen China Neben der Medienschelte nutzte Trump seine Ansprache erneut für Vorwürfe rund um angeblichen Wahlbetrug. Demokratische Abgeordnete zeigten sich fassungslos. Chuck Schumer, der Minderheitsführer der Demokraten im Senat, verurteilte Trumps Worte als „erbärmlichen Versuch“, seine Wahlniederlage von 2020 zu leugnen. Trump wiederholte außerdem seine unbelegte Behauptung eines massiven chinesischen Datendiebstahls bei diesen US-Wahlen. China wies die Anschuldigung umgehend zurück. Trump kündigte laut Fox News eine neue Regierungswebsite an, auf der deklassifizierte Geheimdienstinformationen zu angeblichen Schwachstellen im Wahlsystem einsehbar sein sollen. Darüber hinaus warb Trump erneut für sein Wahlgesetz „Save America Act“, das im Senat bislang an der 60-Stimmen-Hürde scheiterte. Das Gesetz soll bei der Wählerregistrierung einen verpflichtenden Staatsbürgerschaftsnachweis vorschreiben, etwa durch Geburtsurkunde oder Reisepass. Mit dpa-Material/bearbeitet von Julian Kaiser