Radsport | Tour de France 2026: Team-Zoff um Lipowitz: "Hat mich geärgert"
Beim ersten Berg-Highlight der Tour de France 2026 hat Tadej Pogacar der Konkurrenz direkt komplett den Schneid abgekauft. Der Slowene flog den Tourmalet in unnachahmlicher Art und Weise hinauf, distanzierte seine Verfolger und stürmte ins Gelbe Trikot. Der deutsche Hoffnungsträger Florian Lipowitz kam mit dem Gros der Podiumsanwärter 2:57 Minuten nach Pogacar ins Ziel - und sorgte für Missstimmung in seinem Team. "Ich kann ganz happy sein, am Tourmalet haben die Beine nicht ganz gereicht. Wir haben es nicht geschafft, Jonas zurückzuholen, aber die Teamperformance war heute top. Wir müssen jetzt um Platz drei fahren, der Kampf wird super hart", fasste Lipowitz die 6. Etappe aus seiner Sicht zusammen. Platz drei gab Lipowitz wohl auch daher als Ziel aus, da Jonas Vingegaard als Etappenzweiter Lipowitz und Co. 19 Sekunden abnahm und Platz zwei im Kampf ums Gelbe Trikot zementierte. Das Duo Pogacar/Vingegaard landete auch 2025 auf Platz eins und zwei, dahinter überraschte Lipowitz, der für eine Wiederholung dieses Coups aber wohl erst einmal seinen Teamkollegen Remco Evenepoel beruhigen muss. "Ja, ich war sauer - und zwar zu Recht" "Ja, ich war sauer - und zwar zu Recht", wetterte der Belgier nach der Etappe in Richtung seines Co-Kapitäns Lipowitz bei "Sporza". "Bei der Katalonien-Rundfahrt bin ich 30 Kilometer lang für ihn an der Spitze gefahren. Ich habe um einen Kilometer Führungsarbeit gebeten, aber das ging nicht. Das hat mich geärgert, und das ist etwas, das wir heute Abend gründlich besprechen müssen", wurde Evenepoel konkret. Zudem habe er Lipowitz darum gebeten, im Sprint um Platz drei für ihn anzufahren. Hätte Evenepoel diesen gegen Pogacars Teamkollegen Isaac del Toro gewonnen, wäre er in der Gesamtwertung auf Rang drei vorgerückt. Lipowitz selbst hob die Zusammenarbeit hingegen positiv hervor: "Ich glaube, wir können zuversichtlich sein", meinte er. Im Vorfeld der Tour de France 2026 hatte Red-Bull-Bora-Hansgrohe-Teamchef Ralph Denk noch alle Bedenken über mögliches Konfliktpotenzial bei dem ungleichen Duo beiseitegeschoben. "Ich bin überzeugt, dass das sehr gut funktioniert", so Denk.