Rakete aus Russland? Objekt hinterlässt Krater auf NATO-Gebiet
Startseite Politik Alarm in Polen: Objekt dringt in NATO-Luftraum ein und verschwindet – dann taucht riesiger Krater auf Von: Hannes Niemeyer Uns auf Google folgen Ein offenbar abgestürztes Objekt versetzt Polen in Alarmbereitschaft. War es eine Rakete aus dem Ukraine-Krieg? Premier Tusk sagt seine Termine ab. Lublin – Dass verirrte Drohnen in NATO-Luftraum eindringen, ist für Polen längst nichts Neues mehr. Seitdem der Ukraine-Krieg tobt, gibt es regelmäßige Meldungen über Kampfjet-Einsätze, um Objekte im Luftraum abzufangen. Auch in der Nacht zum Donnerstag musste das polnische Militär reagieren. Dieser Fall scheint allerdings anders zu sein, als die zumeist glimpflich ausgegangenen Fälle zuvor. Das Operative Kommando der polnischen Streitkräfte meldete via X, man habe in der Westukraine mindestens ein Dutzend Geschosse ausgemacht, die potenziell bedrohlich für das Land sein könnten. Eines davon sei um 3.29 Uhr bis auf fünf Kilometer an die Grenze Polens herangekommen, habe dann allerdings die Richtung gewechselt. Wenige Minuten später folgte eine weitaus brisantere Meldung. Alarm in Polen: Objekt verschwindet vom Radar – NATO-Land lässt Kampfjets aufsteigen Um 3.40 Uhr wurde laut der Meldung der Streitkräfte ein „nicht identifiziertes Objekt“ im polnischen Luftraum festgestellt. Daraufhin ließ das Land einen F-16-Kampfjet aufsteigen, um die „Identifizierung und Abfangnahme“ durchzuführen. Allerdings verschwand das Objekt nur sechs Minuten später komplett aus den Radarsystemen des örtlichen Militärs. Polens Militär reagierte und schickte einen Hubschrauber vom Typ Mi-24 in die Region, in der das Objekt zuletzt auf dem Radar aufgetaucht war. Der Absturzort des Objektes soll sich demnach auf einem unbebauten Gelände in der Woiwodschaft Lublin, nahe dem Ort Tarnawa-Kolonia befinden. Ein Bodenteam für Such- und Rettungsaktionen sei entsandt worden. Riesiger Krater in Polen gefunden: Anwohner berichten von großer Explosion Die Entwicklungen scheinen allerdings weitaus brisanter zu sein, als es bei einem Standard-Einsatz der Fall ist. Die polnische Nachrichtenseite Wiadomości berichtete von einem riesigen Krater mit zehn Metern Durchmesser, der gefunden wurde. Auch verstreute Teile des Objekts sollen gefunden worden sein. Was den Krater erzeugt hat, wurde zunächst nicht publik. Das litauische Staatsmedium LRT schreibt allerdings dazu, es könne sich um einen Marschflugkörper gehandelt haben. Auch Wirtuana Polska schreibt, die polnische Regierung nehme an, dass eine russische Rakete in der Nacht dort eingeschlagen sei. Der Vorfall erregt Aufsehen. Weiteren Berichten zufolge soll es eine größere Explosion gegeben haben, die die Region erschüttert habe. „So etwas haben wir noch nie gehört. Die Fenster sind fast herausgeflogen“, zitierte Nexta einen Bewohner der Region in einem X-Post. In diesem wurde auch ein Video von einem Feld in der Region gezeigt, auf dem Einsatzkräfte unterwegs sind. Ein Hubschrauber kreist am Himmel. War es eine russische Rakete? Polen nach brisantem Vorfall in Alarmbereitschaft – Premier reagiert Auch die polnische Regierung reagiert, nimmt die Lage äußerst ernst. Premier Donald Tusk schrieb auf X: „Während des russischen massiven Raketenangriffs auf die westliche Ukraine kam es zu einem Verstoß gegen den polnischen Luftraum. Deswegen habe ich ein Koordinationsgremium mit Beteiligung des Verteidigungsministers und der zuständigen Dienste einberufen, die seit vielen Stunden vor Ort arbeiten und mir systematisch Informationen über alle Umstände des Vorfalls übermitteln.“ Tusk sagte außerdem einen für heute geplanten Termin ab. Vonseiten der Regierung hieß es, der Premier werde stattdessen in die Region Lublin zum Ort des Geschehens reisen.