Ralf Richter: Prominente bei bewegender Trauerfeier für den Kult-Schauspieler
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Bochum (NRW) – Der Abschiedsort war ein bisschen wie er selbst. Ein wenig in die Jahre gekommen, etwas verbraucht, aber stabil und (fast) unkaputtbar. Noch einmal sind all jene zusammengekommen, die Ralf Richter (†69) geliebt, begleitet und bewundert haben. Im Bochumer Dampfgebläsehaus, wo die Luft noch nach Arbeit riecht – auch, wenn die Öfen längst erloschen sind –, nahmen seine Familie, Freunde, Weggefährten und zahlreiche prominente Gäste am Samstagabend Abschied von dem Schauspieler mit unverwechselbarer Stimme und Gesicht.
Prominente nehmen Abschied
„Der letzte Bulle“ Henning Baum (54) war gekommen. Richter für ihn ein Vorbild. „Seine echte Art ist für mich immer ein Vorbild gewesen. Ein herzliches „Glück auf’, Ralle!“ Auch Kult-Regisseur Peter Thorwarth (55) , der sich mit Richter ein filmisches Denkmal setzte, nahm Abschied von einem ganz Großen aus dem Ruhrpott . In Bochum? Hier „mindestens“ ein Weltstar!
Der Mann, der als Kalle Grabowski in „Bang Boom Bang“ Kultstatus erreichte und als Frenssen in „Das Boot“ Filmgeschichte schrieb. „Boot“-Kollege Martin May (65) vertrat die legendäre Crew von U‑Boot „U96“ und erlebte eine bewegende Trauerrede von Ralfs Sohn Maxwell Richter (44) . In seiner Rede ging es nicht um Rollen und großen Ruhm. Es ging um einen Vater, dessen Stimme, Rat und Nähe künftig fehlen werden.
Bewegende Rede an den Vater
„Heute hier zu stehen, fällt mir unendlich schwer. Denn eigentlich möchte ich nicht über meinen Vater sprechen, als wäre er nicht mehr da“, begann Maxwell seine Rede. „Ich möchte ihn anrufen. Ich möchte seine Stimme hören. Ich möchte mit ihm diskutieren, ihn etwas fragen, ihm etwas erzählen.“
Alte Freunde, Nachbarn, Weggefährten, Freunde und Freundinnen, die sogar Fotos aus Richters Kindergartentagen dabei hatten, waren gekommen. Rund 200 Gäste.
Maxwell: „Für viele war er Kalle Grabowski . Für viele war er Frenssen aus „Das Boot“. Für viele war er eine Kultfigur des deutschen Films. Aber für mich war er etwas viel Größeres. Er war mein Vater.“ Er beschrieb seinen Papa Ralf als Vorbild und Inspiration, als größten Kritiker, Motivator und zugleich größten Fan.
Sein Vater habe ihm gezeigt, seinen eigenen Weg zu gehen, Haltung zu zeigen und sich nicht zu verbiegen. „Er hat mich gefordert. Er hat mich manchmal zur Weißglut gebracht. Er hat mich motiviert“, sagte Maxwell. Doch wenn er einen Rat gebraucht, gezweifelt oder etwas geschafft habe, sei sein Vater immer da gewesen.
„Aus einem ,Irgendwann‘ wird plötzlich ein ,Nie wieder‘“
Die ergreifendsten Worte fand Maxwell für jene alltäglichen Augenblicke, in denen sein Vater, der Mitte September nach gesundheitlichen Problemen (u.a. Herz und Lunge) friedlich eingeschlafen war, künftig fehlen wird. „Es gibt einen Moment, in dem man als Sohn begreift, dass der eigene Vater nicht unendlich ist. Man weiß es eigentlich immer. Aber man verdrängt es. Bis zu dem Tag, an dem aus einem ˛irgendwann‘ plötzlich ein ˛nie wieder‘ wird.“
Nicht nur in den großen Momenten werde die Familie ihn vermissen, sondern besonders an den ganz normalen Tagen: bei einem Anruf, einem gemeinsamen Essen, einem kurzen Satz, einem Lachen oder einem Blick.
Zum Ende seiner Rede wandte sich Maxwell noch einmal direkt an seinen Vater: „Papa, ich bin stolz auf dich. Auf den Menschen, der du warst. Auf den Schauspieler, der du warst. Auf deinen Weg. Auf alles, was du geschaffen hast. Aber vor allem bin ich stolz darauf, dein Sohn zu sein.“