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RAM-Krise: Micron wirft Apple indirekt Mitschuld vor

Technologie

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Apples kräftige Preiserhöhung aufgrund der massiven RAM- und SSD-Inflation sorgt für Gesprächsstoff. Apple selbst nennt die große Nachfrage nach KI-Hardware für Rechenzentren als Grund. So etwas habe er in seiner Karriere noch nicht gesehen, sagte Konzernchef Tim Cook. In der Branche gibt es allerdings, zumindest indirekt, Kritik an Apple selbst: Der iPhone-Hersteller soll mit seiner eigenen Lieferantenpolitik zur Krise zumindest beigetragen haben. Entsprechende Andeutungen machte der Chief Business Officer des Speicherunternehmens Micron in der vergangenen Woche gegenüber dem Wall Street Journal, allerdings ohne den entsprechenden Kunden zu nennen.

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Apple zahlte „Tiefstpreise“

Im Interview mit dem Wirtschaftsblatt sagte Sumit Sadana, Micron sei nicht in der Lage gewesen, während des letzten Abschwungs des Speichermarkts die notwendigen Investitionen zu tätigen. Damals war RAM so billig, dass Micron in die Miesen geriet. Sadana sagte, dass „bestimmte Kunden“ dies ausgenutzt hätten, um „Tiefstpreise zu zahlen“.

Da Apple womöglich der weltgrößte RAM-Einkäufer ist, dürfte der Manager damit vor allem den iPhone-Konzern gemeint haben, der berühmt für seine harten Verhandlungen mit Lieferanten ist. „Wir haben einigen Kunden, die zu dieser Zeit sehr aggressive Preisforderungen stellten, mitgeteilt, dass dies nicht konstruktiv sei“, so Sadana. Dies habe dann dazu geführt, dass notwendige Kapitalinvestitionen unterblieben. Große Teile der Industrie hätten 2023 kein Geld mehr ausgegeben, weil es „sehr schlechte Preise und sehr schlechte Margen“ gegeben habe.

Hohe Marge federte Tarife ab

Apple nutzt seine Großbestellungen bei RAM und SSDs sowie weiteren Bauteilen üblicherweise konsequent aus, um Preise zu drücken – obwohl die eigene Marge üblicherweise sehr hoch ist. Das half dem Konzern in der aktuellen Speicher-Inflation dabei, das Preisniveau zunächst stabil zu halten – im Gegensatz zur Konkurrenz.

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Doch mittlerweile geht das nicht mehr, die Preise wurden im Schnitt um 200 Euro und mehr erhöht, bei günstigeren Modellreihen um 100 Euro. Apple versucht aktuell, mehr Kapazität für sich zu gewinnen, will etwa RAM des chinesischen Herstellers CXMT beziehen. Selbst im RAM- und SSD-Geschäft tätig werden will der Konzern laut Tim Cook aber nicht – auch nicht indirekt. Micron schätzt, dass die aktuelle Nachfragesituation über 2027 hinaus anhalten könnte.

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