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RAM, SSD, HDD und GPU im Preischeck

Technologie

DDR4-Speicher und Grafikkarten sind im Oktober 2026 deutlich teurer geworden. Das geht aus dem neuen Speicherkrise-Preisindex von 3DCenter hervor. DDR5 und Festplatten verteuern sich dagegen langsamer. Beim Index für DDR5-Speicher verzerrt allerdings ein einzelner Preisrückgang das Ergebnis. Insgesamt lässt sich von einem Allzeithoch sprechen.

Nach den Rekordpreisen vom August sind die Kosten für einen neuen Gaming-PC weiter gestiegen. Besonders betroffen sind Käufer von DDR4-RAM und Grafikkarten. Bei DDR4 hatten bereits die Vertragspreise für Speicherchips auf weitere Aufschläge hingedeutet.

Auch zwischen den Angeboten einzelner Händler liegen inzwischen erhebliche Preisunterschiede und lieferbare Hardware kostet oftmals gleich Hunderte Euro mehr.

Speicherkrise im Oktober 2026: So entstehen die Preisindizes

3DCenter verfolgt die deutschen Hardwarepreise seit Juli 2025. Für festgelegte Produktklassen wie „2× 16 GiB DDR5-6000 CL28“ erfasst die Redaktion über Geizhals jeweils das günstigste lieferbare Angebot, unabhängig vom Hersteller. Die Erhebung erfolgt zumeist an einem Wochenende zur Monatsmitte, diesmal am 17. Oktober.

ComputerBase verwendet dagegen eine feste Produktauswahl. Seit Mitte September 2025 beobachtet die Redaktion jeweils zwölf damals besonders häufig aufgerufene RAM-Kits, SSDs und Festplatten. Angebote von Ebay und aus dem Amazon-Marketplace werden nicht berücksichtigt.

Die Redaktion von PCGH hat ergänzend am 17. Oktober ausgewählte RAM-Kits und SSDs im Geizhals-Preisvergleich geprüft. Neben dem Bestpreis wurden Händler, Anzahl der Bewertungen und Lieferzeiten erfasst.

Die unterschiedlichen Warenkörbe und Ausgangszeitpunkte erlauben keinen direkten Vergleich der prozentualen Preissteigerungen. Bei den SSD-Preisen liegen die Ergebnisse dennoch nahezu fast gleichauf: 3DCenter ermittelt einen Preisaufschlag von 147 Prozent, ComputerBase wiederum kommt auf 146 Prozent.

Wie stark sich die aktuelle Entwicklung von früheren Speicherzyklen unterscheidet, zeigt ein Rückblick von 3DCenter. Seit 2016 lagen selbst größere Preisausschläge meist im hohen zweistelligen Prozentbereich. In der laufenden Krise haben sich mehrere Produktgruppen dagegen um dreistellige Prozentwerte verteuert.

DDR5-Preisindex: Ein Ausreißer drückt den Monatsanstieg

Der DDR5-Index von 3DCenter erreicht im Oktober 559 Prozent des Niveaus vom Juli 2025. Die erfassten Speicherklassen kosten damit im Mittel rund das 5,6-Fache des damaligen Preises.

Gegenüber September beträgt das Plus lediglich 2,7 Prozent. Zuvor hatte 3DCenter monatliche Zuwächse von 6, 9 und 12 Prozent ermittelt.

Der geringe Oktober-Anstieg hängt allerdings stark an einer einzigen Speicherklasse. Ein Kit mit 2× 16 GiB DDR5-6400 CL30 stand im September mit 1.215 Euro im Index, im Oktober mit 604 Euro. Ohne diese Klasse ergibt sich nach PCGH-Berechnung ein DDR5-Monatsplus von umgerechnet 7,3 statt 2,7 Prozent.

Auch die ComputerBase-Stichprobe spricht nicht für eine allgemeine Entspannung. Dort stieg der RAM-Aufschlag innerhalb von vier Wochen von 370 auf 419 Prozent.

Die größten Monatssteigerungen verzeichnet 3DCenter im Oktober bei DDR4 mit 19,0 Prozent und bei Grafikkarten mit 15,6 Prozent. Interne SSDs folgen mit 9,6 Prozent, Notebook-Speicher (SODIMM) mit 6,8 Prozent. DDR5 sowie interne und externe Festplatten legen schwächer zu.

DDR5 wird für neue Desktop-Systeme mit AM5 („LGA-1718“) oder LGA 1851 benötigt. DDR4 bleibt vor allem für die Aufrüstung älterer Plattformen wichtig. Die höheren Grafikkartenpreise treffen dagegen sowohl Aufrüster als auch Käufer eines neuen Gaming-PCs.

DDR5 im Handel: Lieferbare Kits kosten teils Hunderte Euro mehr

Ein lieferbares Kit mit 2× 16 GiB DDR5-6000 kostet laut 3DCenter am 17. Oktober mindestens 447 Euro. Für dieselbe Kapazität mit CL28 werden mindestens 493 Euro fällig.

Bei einzelnen Produkten sind die Unterschiede zwischen den Händlern erheblich. Das Kingston Fury Beast mit 32 GiB DDR5-6000 CL30 beginnt bei Geizhals mit 579 Euro. Der günstigste Anbieter ist Joybuy mit bislang 14 Bewertungen.

Proshop verlangt für dasselbe Kit 639,50 Euro, Alternate 684 Euro und Mindfactory 698,99 Euro. Im September 2025 war der Speicher noch ab 114 Euro erhältlich.

Auch größere Kits werden teurer. Ein Kit mit 2× 48 GiB DDR5-6400 kostet inzwischen 2.279 Euro. Gegenüber September entspricht das einem Plus von 49 Prozent, gegenüber dem Vorkrisenniveau dem 7,5-Fachen.

Mehr Kapazität bedeutet dabei nicht zwangsläufig einen geringeren Preis pro GiB. Ein Kit mit 2× 32 GiB DDR5-5600 kostet mindestens 927 Euro beziehungsweise 14,48 Euro je GiB. Bei 2× 16 GiB DDR5-6000 sind es 13,97 Euro je GiB.

Ein weiteres Beispiel ist das Crucial Pro mit 64 GiB DDR5-5600 CL46. Geizhals nennt einen Bestpreis von 799 Euro. Anbieter Conrad gibt dafür allerdings rund vier Wochen Lieferzeit an. Sofort lieferbare Angebote beginnen erst bei 1.078,54 Euro.

Zwischen dem günstigsten gelisteten Preis und sofort verfügbarer Ware liegen bei diesem Kit knapp 280 Euro. Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf Händler und Liefertermin.

DDR4 verliert einen Teil seines Preisvorteils

Für 2× 16 GiB DDR4-3200 verlangt der Handel laut 3DCenter am 17. Oktober mindestens 239 Euro. Im September waren es noch 210 Euro.

DDR4 kostet damit inzwischen das 3,9-Fache des Niveaus vom Juli 2025. Gegenüber DDR5 ist der ältere Standard dennoch günstiger: Bei 239 Euro für 32 GiB ergeben sich 7,47 Euro je GiB. Das günstigste DDR5-6000-Kit liegt bei 13,97 Euro je GiB.

Die Entwicklung zeigt sich auch im Vertragsgeschäft. Laut Barclays haben sich DDR4-Speicherchips innerhalb von drei Monaten um 24 Prozent verteuert, DDR5-Chips um 20 Prozent. Das sind allerdings Chippreise aus dem Vertragsgeschäft, keine Endkundenpreise für komplette RAM-Kits.

Auf AM4 und DDR4-Mainboards für LGA 1700 bleibt vorhandener Arbeitsspeicher deshalb die günstigste Lösung. Zusätzliche Module sind vor allem bei tatsächlich zu geringer Kapazität sinnvoll.

SSD-Preise: 4 TB bieten derzeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis

Eine NVMe-SSD mit PCIe 4.0 und 4 TB kostet laut 3DCenter am 17. Oktober mindestens 449 Euro. Das entspricht 112,25 Euro je TB und ist der niedrigste Wert unter den erfassten SSD-Kapazitäten.

Bei 1 TB beginnen die Preise dagegen bei 144 Euro je TB. Eine SSD mit 8 TB und DRAM-Cache kostet nach einem Monatsplus von 28 Prozent inzwischen mindestens 1.587 Euro, umgerechnet rund 198 Euro je TB.

Bei PCIe 5.0 fallen die Aufschläge besonders hoch aus. Das günstigste Modell mit 4 TB und DRAM-Cache verteuerte sich binnen eines Monats von 499 auf 699 Euro.

Der SSD-Index steht damit bei 247 Prozent des Preisniveaus vom Juli 2025. Der Abstand zum Festplattenindex ist innerhalb eines Monats von 32 auf 11 Prozentpunkte geschrumpft. In der Stichprobe von ComputerBase haben sich beide Speicherarten prozentual inzwischen nahezu gleich stark verteuert.

Bei konkreten SSDs lohnt der Kapazitätsvergleich. Die Lexar NM790 mit 4 TB kostet am 17. Oktober bei Mindfactory 489 Euro, bei Joybuy 475 Euro.

Die NM790 mit 2 TB beginnt bei 309 Euro. Zwei davon kosten zusammen 618 Euro und damit 129 Euro mehr als die 4-TB-Version bei Mindfactory. Im August betrug der Unterschied noch 69 Euro.

Wer 4 TB benötigt, kauft derzeit günstiger ein großes Laufwerk als zwei kleinere NM790. Außerdem bleibt ein M.2-Steckplatz frei.

Festplatten: Preise stagnieren, 1 TB ist teurer als eine SATA-SSD

Festplatten haben sich im Oktober kaum verteuert. Der 3DCenter-Index steigt gegenüber September um 0,6 Prozent auf 258 Prozent des Ausgangsniveaus. HDDs mit 18 und 22 TB sind sogar etwas günstiger geworden.

Ein Modell mit 22 TB kostet mindestens 699 Euro und damit genauso viel wie eines mit 18 TB. Bei 22 TB ergibt das 31,77 Euro je TB.

Ab 8 TB liegen die HDD-Bestpreise zwischen rund 32 und 44 Euro je TB. Eine SSD mit 4 TB kostet mindestens 112 Euro je TB.

Bei kleinen Kapazitäten sieht es anders aus. Eine Festplatte mit 1 TB kostet mindestens 126 Euro. Die günstigste SATA-SSD mit derselben Kapazität ist bereits ab 113 Euro erhältlich.

Für die WD Red Plus mit 8 TB nennt ComputerBase einen Preis von 350 Euro. Wer ein NAS oder ein großes Backup-Laufwerk benötigt, zahlt damit weiterhin deutlich weniger je Terabyte als bei SSDs.

Mehr Produktionskapazität ist zwar angekündigt, dürfte aber nicht kurzfristig helfen. Toshiba will seine HDD-Produktion verdoppeln. Der Zeitplan reicht jedoch bis März 2028.

Bei 1 TB ist eine SATA-SSD inzwischen günstiger. Für Backups und Archive mit 8 TB oder mehr bleiben Festplatten beim Preis je Terabyte klar im Vorteil.

Grafikkarten: RTX 5070 bei 834 Euro, RTX 5090 bei 6.790 Euro

Auch Grafikkarten haben im Oktober kräftig zugelegt. Eine Geforce RTX 5070 kostet laut 3DCenter am 17. Oktober mindestens 834 Euro. Das sind 104 Euro mehr als im September und 58 Prozent mehr als im September 2025.

Der Grafikkarten-Index erreicht 165 Prozent. Geforce-Karten liegen mit einem Aufschlag von 74 Prozent gegenüber September 2025 deutlich über den Radeon-Modellen mit 51 Prozent.

Besonders stark stiegen zuletzt die Preise der Geforce RTX 5090 und der Radeon RX 9060 XT mit 8 GiB. Die RTX 5090 verteuerte sich innerhalb eines Monats um 29 Prozent auf 6.790 Euro. Für die RX 9060 XT mit 8 GiB werden nach einem Plus von 28 Prozent mindestens 499 Euro verlangt.

Unterhalb des Nvidia-Flaggschiffs reicht die Verteuerung gegenüber September 2025 von 29 Prozent bei der Radeon RX 9070 bis 79 Prozent bei der RX 9060 XT mit 8 GiB.

Der Grafikspeicher trägt zum Preisdruck bei. Laut TrendForce fahren Hersteller ihre GDDR6-Produktion zurück. Auch GDDR7 bleibt knapp, weil moderne Fertigungskapazitäten verstärkt für Serverspeicher verwendet werden.

3DCenter hatte Anfang Oktober einen weiteren Preisschritt von Nvidia noch in diesem Jahr für möglich gehalten. Die aktuellen Handelsangebote zeigen eine weitere Verteuerung, belegen aber keine neue offizielle Preiserhöhung des Herstellers.

Auch die Preisgrenzen der Grafikkartenklassen haben sich verschoben. Das Mainstream-Segment reicht laut 3DCenter inzwischen bis 600 Euro, die Mittelklasse bis 1.300 Euro.

Speicherkrise: TrendForce, Barclays und SK Hynix rechnen mit Engpässen

Die Analysten erwarten auch zum Jahresende steigende Speicherpreise. TrendForce prognostiziert für das vierte Quartal 2026 einen Anstieg der Vertragspreise um 10 bis 15 Prozent bei konventionellem DRAM und um 15 bis 20 Prozent bei NAND-Flash.

Für das dritte Quartal hatten die Marktforscher noch 13 bis 18 Prozent bei DRAM und 10 bis 15 Prozent bei NAND erwartet. Bei DRAM fällt die neue Prognose damit etwas niedriger aus, bei NAND höher.

Die Preise für NAND-Wafer haben laut TrendForce bereits ein historisches Hoch erreicht. SSD-Hersteller können die steigenden Einkaufskosten zunehmend schlechter auffangen. PC-Hersteller bestellen dennoch weiter große Mengen, da sie auch für 2027 mit knappem DRAM rechnen.

Wie lange die Knappheit anhält, ist umstritten. Barclays erwartet eine Entspannung frühestens 2029. SK-Hynix-Chef Kwak Noh-Jung rechnet sogar erst Ende 2030 mit einem Ende der Engpässe.

Der Acer-Chef widerspricht dieser Einschätzung. Eine RAM-Knappheit bis 2030 hält er für unmöglich.

Microsoft arbeitet derweil daran, den Arbeitsspeicherbedarf von Windows 11 zu senken. Das würde die RAM-Preise nicht unmittelbar drücken, könnte aber den Bedarf an zusätzlichen Speichermodulen verringern.

Die Prognosen stammen von Unternehmen mit unterschiedlichen Interessen und Marktpositionen. Einen verlässlichen Zeitpunkt für sinkende Endkundenpreise liefern sie nicht.

Kauftipps: Worauf Aufrüster im Oktober 2026 achten sollten

Bei den aktuellen Preisen zählen neben der Kapazität vor allem Lieferbarkeit und Händlerangebot. Der niedrigste Geizhals-Preis ist nicht immer der günstigste Weg zu kurzfristig verfügbarer Hardware.

Händler und Lieferzeit prüfen: Beim Kingston-RAM und der Lexar-SSD stammt das günstigste Angebot jeweils von einem Händler mit wenigen Bewertungen. Beim Crucial-Kit beträgt die Lieferzeit zum Bestpreis rund vier Wochen.

4-TB-SSDs vergleichen: In dieser Kapazitätsklasse ist der Preis je Terabyte derzeit am niedrigsten. Gegenüber zwei kleineren Laufwerken bleibt zudem ein M.2-Steckplatz frei. Modelle mit 1 und 8 TB sind je Terabyte teurer.

Vorhandenen DDR4-RAM weiterverwenden: Auf AM4 und LGA 1700 mit DDR4 lohnt sich das Nachrüsten bei den aktuellen Preisen vor allem dann, wenn die vorhandene Kapazität nicht mehr ausreicht.

Gebrauchten RAM testen: Arbeitsspeicher hat keine mechanischen Verschleißteile, kann aber dennoch fehlerhaft sein. Mit Memtest86+ 9.0 lassen sich auch DDR5-Kits auf Fehler prüfen.

Festplatten für große Datenmengen nutzen: Für Backups und selten genutzte Spiele können HDDs ab 4 TB sinnvoll sein. Ab 8 TB fallen die Kosten je Terabyte besonders niedrig aus. Bei 1 TB ist eine SATA-SSD bereits günstiger.

Speicherkrise in Zahlen (Oktober 2026)

Quelle: 3DCenter, PCGH-Preisvergleich, Preisdatum 17. Oktober 2026.

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