Rasswet: Russland droht mit Krieg im Weltraum
Startseite
Politik
„Könnte wie Weihnachtsbaumschmuck herunterfallen“: Medwedew droht mit Starlink-Abschuss im Weltall
Von: Fabian Hartmann
Uns auf Google folgen
Russland feilt mit Rasswet an seinem eigenen Starlink-Rivalen. Nun droht Moskau: Eine Blockade könnte einen Krieg im Weltraum zur Folge haben.
Moskau – Russland plant, mit seinem Satelliten-Internetdienst Rasswet (Deutsch: „Morgengrauen“ oder „Sonnenaufgang“) in Konkurrenz zum US-System Starlink zu treten. Bereits vor einigen Wochen machte Kremlchef Wladimir Putin hierzu eine Ankündigung im Zuge einer Fragerunde im russischen Staatsfernsehen. Auf die Frage, ob Russland ähnlich wie die Ukraine im anhaltenden Krieg durch ein Satellitensystem versorgt werden könnte, entgegnete Putin: „Ja, das ist möglich“. Hierfür habe Russland bereits 2023 erste Satelliten ins Weltall gebracht.
Zuletzt hatten Wolodymyr Selenskyj und der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha gefordert, Rasswet zu blockieren. Nun wurde aus Moskau eine bedrohliche Reaktion laut.
Konkurrenz für Starlink – Medwedew warnt vor Krieg im All
Vor dem Hintergrund von Forderungen nach einer Rasswet-Blockade hat Dmitri Medwedew, Vizechef des nationalen russischen Sicherheitsrates, eine markante Warnung ausgesprochen. Jene Gangart der Ukraine könne zu einem großangelegten Krieg im Weltraum führen, teilte Medwedew bei Telegram mit. Auch die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete entsprechend.
Er hoffe, dass die Amerikaner das verstünden, weil ansonsten die Satelliten des US-Systems Starlink „wie der Schmuck eines vertrockneten Weihnachtsbaums“ herunterfallen könnten, so Medwedew. Es gelte, im „sehr engen“ Weltraum gegenseitig aufeinander Rücksicht zu nehmen, mahnte der Vizechef des nationalen russischen Sicherheitsrates weiter.
Die Weltraummacht Russland hatte im März und im Juli Satelliten ihres Rasswet-Systems in eine Erdumlaufbahn in 800 Kilometern gebracht. Kremlchef Putin behauptete, dass Rasswet dem System Starlink des Tech-Milliardärs Elon Musk technisch in nichts nachstehe. Das Satellitennetz für Hochgeschwindigkeitsinternet soll im nächsten Jahr in Betrieb gehen.
Ukraine forderte zuvor die Blockade des russischen Satellitensystems Rasswet
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj hatte US-Präsident Donald Trump zu Sanktionen gegen die russische und die chinesische Konkurrenz von Starlink aufgerufen. Bereits Ende August hatte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha die Internationale Fernmeldeunion ITU als UN-Telekom-Organisation aufgefordert, insbesondere ukrainisches Gebiet von der Abdeckung durch die Rasswet-Satelliten auszuschließen. Russland wolle die Satelliten für seinen Krieg gegen die Ukraine nutzen, begründete er.
„Wir rufen alle Partner auf, unsere Position zu unterstützen und alle möglichen Schritte zu unternehmen, um Rasswet daran zu hindern zu funktionieren – nicht nur über dem souveränen Territorium der Ukraine, sondern auch über dem souveränen Territorium anderer Länder“, teilte Sybiha bei X mit. Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. (Quellen: Telegram, Deutsche Presse-Agentur, X) (fh)