DAX +0,44 % 25.818,21 Pkt 18:00:00 MDAX +0,15 % 30.472,32 Pkt 18:00:00 Euro Stoxx 50 -1,22 % 6.131,31 Pkt 18:00:00 Dow Jones -1,34 % 51.770,31 Pkt 21:47:53 S&P 500 -2,12 % 7.580,07 Pkt 21:47:43 Nasdaq -4,19 % 25.437,00 Pkt 22:15:59 Nikkei -2,12 % 63.290,11 Pkt 07:45:03 Gold 0,00 % 3.898,90 USD 21:59:59 Silber +0,36 % 49,28 USD 21:59:59 Brent -3,58 % 113,43 USD 21:59:57 WTI 0,00 % 104,12 USD 21:59:59 Bitcoin +0,42 % 77.763,80 USD 13:42:25 EUR/USD +0,09 % 1,11660 USD 22:29:29 EUR/GBP -0,44 % 0,83320 GBP 22:27:29 EUR/CHF -0,32 % 0,92060 CHF 06:21:10 EUR/JPY -0,23 % 175,650 JPY 06:21:10

Ratko Mladić: Serbiens Präsident Vučić kritisiert Umgang von UN-Tribunal mit Mladić

Welt

Der serbische Präsident Aleksandar Vučić hat ein UN-Kriegsverbrechertribunal für dessen Umgang mit dem verstorbenen ehemaligen bosnisch-serbischen General Ratko Mladić kritisiert. Vučić warf dem Gericht »unzivilisiertes Verhalten« vor, weil es Mladić nicht vorzeitig aus der Haft entlassen habe. Mladić war am Donnerstag in der Haft gestorben. Er war 2017 wegen Gräueltaten im Zusammenhang mit dem Bosnienkrieg in den 1990er-Jahren zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er war seit 2011 inhaftiert.

Mladićs Familie und die serbische Regierung hatten mehrmals eine Haftentlassung für Mladić beantragt und dabei auf sein hohes Alter und seine nachlassende Gesundheit verwiesen. Eine Woche vor seinem Tod hatten die Vereinten Nationen den jüngsten Antrag auf eine Entlassung des über 80-jährigen Mladić abgewiesen. Die Präsidentin des UN-Gerichts argumentierte, Mladić sei in der Haft eine »umfassende und mitfühlende medizinische Behandlung« zuteilgeworden.

Präsident bietet Angehörigen Mladićs Hilfe an

Vučić sagte, für das Verhalten des Tribunals gebe es keine Entschuldigung. »Wir können nun sehen, dass sie wollten, dass Mladić hinter Gittern stirbt.« Seiner Regierung sei nicht bekannt, wann der Leichnam Mladićs freigegeben werde, ergänzte Vučić. Sollte es der Wunsch der Angehörigen des Verstorbenen sein, dass dieser in Serbien bestattet werde, könnten sie mit der Hilfe der serbischen Regierung rechnen.

Berichte, wonach Mladić ein Staatsbegräbnis bekommen könnte, wollte der Präsident nicht bestätigen. Der serbische Justizminister Nenad Vujić deutete zuvor an, dass Mladić mit höchsten Ehren bestattet werden könnte. »General Mladić ist ein General, und das Protokoll ist bekannt«, sagte Justizminister Vujić dem bosnisch-serbischen Fernsehsender ATV. Seine Regierung respektiere, was Mladić zustehe. Die Äußerungen werteten serbische Medien als Fingerzeig, dass die Führung um Vučić ein Staatsbegräbnis für Mladić plane. Entsprechende Berichte sorgten in der Region für Empörung.

Hafturteil gegen Mladić wurde 2021 bestätigt

Mladić war 2011 in Serbien festgenommen worden, nachdem er 16 Jahre lang auf der Flucht gewesen war. 2017 verurteilte ihn das UN-Tribunal für das ehemalige Jugoslawien in erster Instanz. Das Urteil wurde 2021 letztinstanzlich bestätigt. Mladić selbst hatte stets seine Unschuld beteuert.

Er war während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 Oberkommandierender der bosnisch-serbischen Armee. Die UN-Richter sahen es als erwiesen an, dass er unter anderem die mehrjährige Belagerung Sarajevos maßgeblich leitete. Dabei kamen rund 10.000 Menschen ums Leben. Mladić wurden zudem Mord, Vertreibung und Folter zur Last gelegt. Zu den insgesamt elf Anklagepunkten gehörte auch das Massaker von Srebrenica. Serbische Einheiten hatten die damalige UN-Schutzzone im Juli 1995 überrannt und etwa 8.000 muslimische Männer und Jungen ermordet. Die Richter stuften das Verbrechen als Völkermord ein und machten Mladić dafür verantwortlich. Das Massaker gilt als eines der schlimmsten Verbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

← Zurück zu News

Bereit für Ihre kostenlose E-Mail?

512 MB Speicher, modernes Webmail und ein News-Portal — kostenlos starten.

Jetzt kostenlos registrieren