Rätsel: Deutschland sucht den unbekannten Blonden
Eine satirische Betrachtung der Gerüchteküche.
Es gibt Geheimnisse, die bleiben jahrzehntelang ungelöst. Und es gibt Promi-Geheimnisse, bei denen schon die Überschrift den Namen verrät, während darunter noch feierlich gerätselt wird. Willkommen beim möglichen Liebesleben von Gabriela „Gaby“ Alves und Oliver Pocher.
Die Reality-Darstellerin hat mit Andeutungen über einen berühmten Mann für Spekulationen gesorgt. Blond soll er sein, Fußballer hingegen nicht. Damit war die erste Ermittlungsphase abgeschlossen: Die Bundesliga konnte sich wieder aufs Training konzentrieren. BILD bringt nun Oliver Pocher ins Spiel. Eine öffentlich bestätigte Beziehung lässt sich aus den recherchierten Informationen allerdings nicht ableiten. BILD.de
Das ist für die Gerüchteküche natürlich kein Hindernis. Dort gilt seit jeher: Zwei Hinweise ergeben eine Schlagzeile, drei Hinweise eine Bildergalerie und ein ausbleibendes Dementi mindestens eine Fortsetzung.
Besonders reizvoll ist die Vorstellung, dass ausgerechnet Pocher Gegenstand eines solchen Ratespiels sein könnte. Ein Mann, dessen Beruf unter anderem darin besteht, andere Menschen öffentlich zu kommentieren, landet plötzlich selbst im Kreuzworträtsel der Boulevardunterhaltung. Gesucht: möglicher Herzensmann, fünf Buchstaben, beginnt angeblich mit O.
Dabei hat die Geschichte einen fast nostalgischen Charme. Früher schrieb man einen Namen auf einen Zettel und fragte: „Willst du mit mir gehen?“ Heute nennt man Haarfarbe und ausgeschlossene Berufsgruppe. Anschließend übernimmt die Öffentlichkeit die Partnerschaftsanalyse.
Überhaupt ist „geheime Promi-Liebe“ eine bemerkenswerte Disziplin. Das Geheimnis wird zunächst öffentlich angekündigt, anschließend portionsweise erläutert und schließlich unter größtmöglicher Aufmerksamkeit weiter geheim gehalten. Der Datenschutz bekommt dabei vermutlich Schnappatmung.
Ob zwischen Alves und Pocher tatsächlich mehr ist, bleibt nach dem öffentlich überprüfbaren Stand offen. Weder Andeutungen noch eine zugespitzte Schlagzeile ersetzen eine Bestätigung der Beteiligten.
Bis dahin läuft Deutschlands zuverlässigste Unterhaltungsmaschine weiter: Vielleicht, möglicherweise, soll. Drei kleine Wörter mit erstaunlich großer Reichweite.
Und sollte sich die Geschichte irgendwann bestätigen, werden alle sagen, sie hätten es längst gewusst. Sollte sie sich nicht bestätigen, war es selbstverständlich immer nur eine Frage.