Raubüberfall in Lankwitz: Warum kamen die Täter in den verriegelten Geldtransporter?
Nach dem Überfall auf einen Geldtransport in Lankwitz sind die Täter noch immer auf der Flucht. Zum Raub selbst macht die Polizei keine weiteren Angaben. Doch trotzdem sickern ungewöhnliche Neuigkeiten dazu aus der Polizeibehörde heraus.
Nach Informationen der Berliner Zeitung wird allmählich klarer, was sich am Donnerstag gegen 15.30 Uhr an der Lidl-Filiale in der Kaiser-Wilhelm-Straße ereignete. Der Transporter einer Magdeburger Sicherheitsfirma, die sich nach eigener Darstellung „zu einem Spezialisten der Geld- und Wertbranche entwickelt“ hat, stand auf dem Parkplatz des Supermarktes. Die Fahrerin, laut internen Polizeiunterlagen erst 19 Jahre alt, wartete am Steuer, während ihre 29-jährige Kollegin im Laden war, um die Einnahmen abzuholen.
Plötzlich soll nach bisherigen Erkenntnissen eine unbekannte Anzahl an Tätern in den Transporter eingedrungen sein. Sie bedrohten die 19-Jährige mit einer Schusswaffe und fesselten sie mit Kabelbindern. Ihrer älteren Kollegin raubten die Täter offenbar die Geldkassette und erbeuteten daraus sowie aus dem Wagen etwa eine Million Euro. Sie fuhren mit dem Transporter um die Ecke in den Edenkobener Weg, hielten nach etwa 350 Metern unter einer S-Bahn-Brücke und flüchteten.
Großeinsatz in Lankwitz: Unbekannte überfallen Geldtransporter
Die junge Fahrerin ließen die Täter im Fahrzeug zurück. Ihr gelang es nach eigener Darstellung, die Fesseln zu lösen und den Polizeinotruf zu betätigen. Die 19-Jährige wurde leicht verletzt, aber nach Angaben von Beamten „in einer schweren psychischen Ausnahmesituation“ in ein Krankenhaus gebracht. Der Tathergang könne daher noch nicht lückenlos nachvollzogen werden, hieß es am Freitag.
Und so gibt es noch einige Ungereimtheiten und offene Fragen. Die Polizei muss zum Beispiel die Erzählung der 19-Jährigen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen. Unklar ist auch, warum die Täter überhaupt in das gepanzerte Auto eindringen konnten. Denn normalerweise ist ein Geldtransporter verriegelt, wenn der Beifahrer die Einnahmen aus einem Geschäft abholt.
Die Polizei stellte den Transporter zur kriminaltechnischen Untersuchung sicher. Sein Inneres wird jetzt unter anderem auf Faserrückstände, DNA-Spuren und Fingerabdrücke untersucht. Die Ermittlungen übernahm ein LKA-Kommissariat, das sich mit der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität und insbesondere der organisierten Clan-Kriminalität befasst.
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