Raumfahrt: Warum Europas Satellitenhersteller eine Megafusion planen
München, Düsseldorf. Die Airbus-Tochter Defense and Space schrieb lange Jahre Verluste in Milliardenhöhe, doch das hat sich geändert: Der Gewinn lag im vergangenen Jahr bei etwa 800 Millionen Euro, bis zu 1,3 Milliarden Euro könnten es 2029 werden, stellt Spartenchef Michael Schöllhorn seinen Investoren in Aussicht.
Ein Grund dafür: Europas Regierungen bestellen Kommunikations- und Aufklärungstechnik wie nie zuvor, vor allem Satelliten. Allein die Bundeswehr plant, in den kommenden Jahren 35 Milliarden Euro in Weltraumtechnik zu investieren.
Das zeigt sich auch bei den Konkurrenten von Airbus. Der französische Thales-Konzern und Leonardo aus Italien melden ebenfalls einen Anstieg der Aufträge. Dabei schrieben auch sie vor wenigen Jahren noch hohe Verluste im Satelliten-Geschäft. Das veranlasste die drei Konzerne dazu, ihre Sparten zu fusionieren. Ihre Hoffnung: Gemeinsam könnten sie im Wettbewerb mit Konzernen wie SpaceX und Amazon noch mehr erreichen.
Das „Projekt Bromo“ ist seit einigen Jahren in der Planung, wurde 2025 offiziell verkündet und soll jetzt trotz der verbesserten Auftragslage bei der EU-Kommission in Brüssel angemeldet werden, bestätigte Leonardo-Chef Lorenzo Mariani im Interview mit dem Handelsblatt. Bis Ende des Jahres wollen die drei Unternehmen den rechtsverbindlichen Rahmenvertrag für das geplante Joint Venture unterschreiben.
Bis Mitte 2027 soll die EU über die Megafusion entscheiden, dann könnte das neue Unternehmen seine Arbeit aufnehmen. Doch die Pläne stoßen in der Branche nicht nur auf Begeisterung.