Räumungsverkauf: Depot schließt 66 Filialen
Startseite Wirtschaft Räumungsverkauf läuft: Liste zeigt, welche 66 Depot-Filialen bald schließen – „Schwierige Zeit für den Handel“ Von: Armin T. Linder Uns auf Google folgen Bei einer bekannten Laden-Kette gibt es nun ernüchternde Gewissheit: 66 Filialen werden nach der erneuten Insolvenz geschlossen. Großostheim – Update vom 29. Juni: Geschäftsführer Christian Gries hat sich nun gegenüber der dpa zu den bevorstehenden Schließungen geäußert. Depot hatte auf seiner Homepage eine Liste von 66 Filialen veröffentlicht, die keine Zukunft haben (siehe Erstmeldung unten). „Es geht wirtschaftlich leider nicht anders. Wir können nur Läden betreiben, die rentabel sind“, so Gries. Alleine in Bayern trifft es zehn Filialen. Übrig bleiben damit laut Gries vorerst gut 80 Depot-Filialen. Es könnten jedoch noch mehr schließen, die Verhandlungen mit den Vermietern dauerten an. Etwa 330 Beschäftigte verlieren Gries zufolge ihren Job. Hinzu kommen weitere Stellen in der Zentrale. Zur Gesamtzahl der verbleibenden Beschäftigten machte er keine Angaben. Gries: „Es ist eine schwierige Zeit für den Handel. Viele Kunden schauen stark auf die Preise.“ Depot betrieb vor einigen Jahren noch rund 400 Geschäfte. Während und nach der Corona-Pandemie kämpfte die Kette mit Schwierigkeiten. Schon 2024 meldete das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung an. Daraufhin schrumpfte das Filialnetz drastisch auf noch gut 150 Geschäfte. Im Zuge dessen verloren bereits viele Beschäftigte ihren Job. Räumungsverkauf läuft: Depot schließt „schweren Herzens“ 66 Filialen – Offizielle Liste online Unser Artikel vom 28. Juni: Depot kennt in Deutschland fast jeder: Die Deko-Kette ist aus Einkaufszentren und Fußgängerzonen kaum wegzudenken. Und doch wird sie dort bald vielerorts verschwinden. Grund ist eine Schließungswelle nach der erneuten Insolvenz. Diese wurde im Mai publik – und Geschäftsführer Christian Gries ließ damals schon durchblicken, dass nicht alle der noch 155 Filialen erhalten bleiben. Zunächst wurde nur schrittweise bekannt, welche Standorte betroffen sind – durch Berichte in Lokalmedien, die vor Ort an den Schaufenstern Schilder erblickten, wonach der Laden schließe und ein Räumungsverkauf laufe. Teils war von einem Aus Ende Juli die Rede. Vereinzelt haben aber wohl schon Depot-Filialen komplett geschlossen, ein solcher Fall wird von der Freien Presse für Zwickau berichtet, dort war demnach der 27. Juni schon letzter Verkaufstag. 66 von 155 Filialen schließen: Liste auf der Depot-Homepage Inzwischen können Mitarbeiter und Kunden genau nachsehen, welche 66 der 155 Filialen keine Zukunft haben. Unter https://www.depot-online.de/de/i/filial-schliessungen wurde eine offizielle Liste veröffentlicht. „Filialschließungen“ ist diese überschrieben, gefolgt von „Von folgenden Filialen müssen wir uns schweren Herzens in Kürze verabschieden:“ und einer langen Liste. Diese 66 Filialen schließen laut Depot Backnang, Grabenstraße 20 Baden-Baden, Gewerbepark Cité 7 Bayreuth, Maximilianstraße 62 Berlin, Wiltbergstraße 23 Berlin, Marzahner Promenade 1 A (Eastgate-Center) Berlin, Bahnhofstraße 33-38 (Forum Köpenick) Bielefeld, Niedernstraße 12 Blankenburg, Lerchenbreite 1-5 (Nordharz-Center) Bonn, Münsterplatz 23 Brandenburg, Hauptstraße 27 Braunschweig, Platz am Ritterbrunnen 1 (Schloss Arkaden) Bremen, Sögestraße 31-33 Bühl, Hauptstraße 83 Coburg, Markt 12-13 Cottbus, Spremberger Straße 13-15 Dallgow, Döberitzer Weg 3 (Havelpark) Dresden, Altmarkt 25 (Altmarkt-Galerie) Erfurt, Anger 21 Erlangen, Nürnberger Straße 7 (Arcaden) Flensburg, Langberger Weg 4 (Citti Park) Frankfurt am Main, Borsigallee 26 (Hessen-Center) Frankfurt am Main, Kaiserstraße 6 Friedrichshafen, Ailinger Straße 126 Gera, Heinrichstraße 30 (Arcaden) Göppingen, Bleichstraße 15-25 (Agnes Center) Günthersdorf-Leuna, Nova Eventis Straße Halle (Saale), Leipziger Str. 7 Hamburg, Eppendorfer Landstraße 77 Hamburg, Osdorfer Landstraße (Elbe Einkaufszentrum) Hamburg, Ottenser Hauptstraße 10 (Mercado Center) Hamburg, Tiebarg 42 Hannover, Ernst-August-Platz 2 Kamen, Weststraße 17 Karlsruhe, Karl-Friedrich-Straße 26 (Ettlinger Tor) Kaufbeuren, Mindelheimerstraße 19 (Märzenpark) Kempten, August-Fischer-Platz 1 (Forum Allgäu) Konstanz, Kanzleistraße 2-4 Leipzig, Paunsdorfer Allee 1 (Paunsdorf-Center) Leipzig, Grimmaische Straße 9-11 Lippstadt, Lange Straße 22 Lübeck, Dänischburger Landstraße 79 Ludwigsfelde, Potsdamer Straße 54H Magdeburg, Salbker Chaussee 67-71 (Börde Park) Magdeburg, Ernst-Reuter-Allee 11 (Allee-Center) Mülheim an der Ruhr, Humboldtring 13 München, Sendlinger Straße 12 (Hofstatt Quartier) München, Willy-Brandt-Platz 5 (Riem Arcaden) Neuss, Breslauer Straße 2-4 Paderborn, Pohlweg 110 (Südring-Center) Passau, Bahnhofstraße 1 Pfarrkirchen, Max-Lanz-Straße 2D Posthausen, Hintzendorf-Mitteldorf 5-11 (Dodenhof) Potsdam, Babelsberger Straße 16 (Bahnhofspassagen) Rothenburg o. d. Tauber, Schlachthofstraße 37 Schwerin, Marienplatz 3 Sindelfingen, Tilsiter Straße 15 Stuttgart-Feuerbach, Stuttgarter Straße 90 Sulzbach (Taunus), Main-Taunus-Zentrum 47a Ulm, Bahnhofsstraße 10 Viernheim, Robert-Schuman-Straße 1 Weinheim, Dürrestraße 2 Wesel, Hohe Straße 58-60 Wiesbaden, Marktstraße 4a Wildau, Chausseestraße 1 Wittenberg-Lutherstadt, Markt 16 Zwickau, Innere Plauensche Straße 29a (Es handelt sich um die Originalliste der Depot-Homepage, mehrere Tippfehler wurden durch unsere Redaktion korrigiert) Exakt 66 Filialen tauchen auf der Streich-Liste auf. Heißt: Depot wird vorerst mit nur 89 Standorten in die Zukunft gehen. Die Liste bestätigt auch diverse Schließungen, die zuvor schon via Lokalmedien durchgesickert waren. An vielen Stellen wurde bereits von einem Räumungsverkauf berichtet, ob dieser in allen betroffenen Filialen läuft, bleibt unklar. Auf der Depot-Webseite wurden am Sonntag (28. Juni) zudem „Online & in ausgewählten Filialen: -40% auf fast alles“ angepriesen. Eine Anfrage unserer Redaktion zur Streichwelle an das Unternehmen GDC, das hinter Depot steckt, vor wenigen Tagen blieb unbeantwortet. Damit kehrt nun Gewissheit ein – in einer schwierigen Zeit bei Depot, in der wohl auch die Kommunikation gelitten hatte. So schrieb der Nordbayerische Kurier zur Filiale in Bayreuth bei Facebook kürzlich noch: „Die Mitarbeiter wissen nichts, selbst der Sachwalter erreicht niemanden. Ein Unternehmen auf Tauchstation.“ Für Depot ist es bereits die zweite Insolvenz Depot aus dem unterfränkischen Großostheim hatte beim Amtsgericht Aschaffenburg die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt. Geschäftsführer Christian Gries nannte als Ursache für die Schieflage insbesondere gestiegene Importzölle sowie den wachsenden Wettbewerb durch asiatische Online-Handelsplattformen und eine anhaltende Kaufzurückhaltung der Verbraucher.