Razzia in Berlin: Berliner Polizei geht gegen illegalen Schusswaffenhandel vor
Wegen des Verdachts auf illegalen Schusswaffenhandel hat die Berliner Polizei in der ganzen Stadt Wohnungen durchsucht. Es habe mehrere Festnahmen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Zudem seien zwei Schusswaffen mit scharfer Munition sichergestellt worden.
Insgesamt waren laut dem Polizeisprecher 300 Kräfte im Einsatz, darunter auch Spezialeinsatzkräfte. Die Aktionen richteten sich gegen mehrere Beschuldigte. Durchsucht würden vor allem deren Wohnungen.
Die Razzien stehen den Angaben zufolge im Zusammenhang mit Ermittlungen der Sondereinheiten Ferrum bei der Polizei und Telum bei der Staatsanwaltschaft. Diese richten sich gezielt gegen Schusswaffengebrauch im Bereich der Organisierten Kriminalität.
Sprengsatz vor dem Barbier-Salon, mutmaßliche Handgranate vor dem Späti
In Berlin ist seit einiger Zeit ein Anstieg der Schusswaffenkriminalität zu verzeichnen. Laut Behörden geht es dabei vor allem um Straftaten zum Nachteil türkisch-kurdischer Gewerbetreibender, auf deren Läden oder Lokale geschossen wird. Aber auch andere Waffen kommen zum Einsatz: Ende August etwa warfen Unbekannte einen Sprengsatz auf einen Barbier-Salon im Bezirk Steglitz-Zehlendorf. Im Juni explodierte mutmaßlich eine Handgranate vor einem Spätkauf im Stadtteil Wedding.
Vor dem Landgericht Berlin stehen derzeit drei Angeklagte im Alter von 21, 21 und 35 Jahren, die im Januar ein Lokal mit Schüssen und Brandsätzen angegriffen haben sollen. Dabei ging es aus Sicht der Staatsanwaltschaft darum, eine Drohkulisse aufzubauen und sogenanntes Schutzgeld einzufordern.
Im Jahr 2025 registrierte die Berliner Polizei 1.119 Fälle von Schusswaffengebrauch. Dazu zählen auch Drohungen ohne Schussabgabe. Das ist nach Behördenangaben ein Anstieg von 68 Prozent gegenüber 2024. In diesem Jahr gab es laut Angaben der Polizei mit Stand von Anfang August mehr als 62 Straftaten mit scharfen Schusswaffen.