Rechenzentren: Trump greift Gegner an
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Trump warnt Rechenzentrum-Gegner: „Am Ende rückständig und arm“ – doch seine Wähler sind dagegen
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Trump greift Gegner von Rechenzentren scharf an – und warnt: Wer sie ablehnt, wird „rückständig und arm“. Doch selbst seine eigenen Wähler sind skeptisch.
Präsident Donald Trump hat den lokalen Widerstand gegen Projekte für Rechenzentren scharf kritisiert und argumentiert, dass Gemeinden, die sie ablehnen, wirtschaftliches Wachstum und Arbeitsplätze aufs Spiel setzen. In einem Beitrag auf Truth Social sagte Trump, Regionen, die Rechenzentren zurückweisen, riskierten, „rückständig und arm“ zu werden, während jene, die sie akzeptieren, von Investitionen, Beschäftigungsmöglichkeiten und niedrigeren Steuern profitieren würden.
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(Dieser Artikel von Dan Gooding und Sam Wilson entstand in Kooperation mit newsweek.com
Er beschrieb Rechenzentren als einen entscheidenden Motor künftigen Wohlstands und warnte vor dem, was er die „Anti-Data-Center-Bewegung“ nannte. Trump stellte das Thema außerdem als strategischen Wettbewerb mit China dar und sagte, Peking würde Bemühungen begrüßen, die Entwicklung der US-Dateninfrastruktur zu verlangsamen. Der Präsident postete wörtlich: „Der einzige Grund, warum Gemeinden in den U.S.A. keine Data Centers wollen sollten, ist, wenn sie am Ende rückständig und arm sein wollen.“
„Wenn sie erfolgreich und reich sein wollen, mit deutlich niedrigeren Steuern und Jobs überall, dann lasst die Daten herrschen. Die gute Nachricht ist, dass es viele andere Orte gibt, die sie wollen. Wenn wir die Goldene Gans töten, habt ihr nur euch selbst die Schuld zu geben. China könnte über diese Anti-Data-Center-Bewegung nicht glücklicher sein. Eigentlich können sie nicht glauben, dass das passiert! Präsident DJT.“ Newsweek hat das Energieministerium am Montagmorgen per E-Mail um eine Stellungnahme gebeten.
Trump-Anhänger stehen Rechenzentren oft skeptisch gegenüber
Trumps Äußerungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem aktuelle Umfragen darauf hindeuten, dass die Skepsis gegenüber Rechenzentren bis weit in sein eigenes Lager hineinreicht. Eine vom 21. bis 24. August durchgeführte Economist-/YouGov-Umfrage ergab, dass 47 Prozent der Trump-Wähler von 2024 gegen den Bau eines neuen Rechenzentrums in ihrer Gemeinde waren, während 35 Prozent ein solches Projekt befürworteten.
Rechenzentren sind in Gemeinden im ganzen Land zu einer wachsenden Sorge geworden. Einrichtungen für Cloud-Computing und künstliche Intelligenz benötigen enorme Mengen an Strom und in vielen Fällen große Wassermengen zur Kühlung. Kritiker haben Bedenken wegen Lärms, der Belastung der Stromnetze, steigender Nebenkosten und der Umweltauswirkungen geäußert, die mit dem wachsenden Energiebedarf der Branche einhergehen.
Wachsende Skepsis in der Bevölkerung und politische Reaktionen
Trotz dieser Bedenken hetzen Tech-Giganten wie Meta, Microsoft, Amazon und Google weiter in einem Wettlauf um den Bau riesiger Anlagen, um die Entwicklung von KI und Cloud-Diensten zu unterstützen. Die öffentliche Skepsis hat sich verstärkt, je schneller dieser Ausbau voranschreitet. Eine im März durchgeführte Gallup-Umfrage ergab, dass sieben von zehn Amerikanern den Bau von Rechenzentren in ihren Gemeinden ablehnen.
Laut separaten Umfragen von Politico würden 41 Prozent eine Anlage innerhalb eines Radius von knapp fünf Kilometern um ihr Zuhause ablehnen, gegenüber 28 Prozent im Januar. Der Widerstand hat sich über das gesamte politische Spektrum hinweg entwickelt und spiegelt sich zunehmend in der Gesetzgebung wider. New York hat im Juli das bundesweit erste landesweite Moratorium für Rechenzentren erlassen, während Abgeordnete in mehr als einem Dutzend weiterer Bundesstaaten ähnliche Einschränkungen erwogen haben.
Projektstopps und Stromkosten befeuern den Backlash
Der Widerstand hat sich auch in Projektverzögerungen niedergeschlagen. Nach Angaben von The Information haben mehr als 500 Kommunen die Entwicklung von Rechenzentren ausgebremst. Währenddessen stellte Data Center Watch fest, dass in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 mehr als 75 Projekte im Wert von rund 130 Milliarden Dollar (etwa 112 Milliarden Euro) gestoppt wurden, was nahezu der Zahl der im gesamten Jahr 2025 blockierten Projekte entspricht.
Sorgen um Stromkosten scheinen ein wesentlicher Treiber des Backlash zu sein. Die im August durchgeführte Economist-/YouGov-Umfrage ergab, dass 62 Prozent der Amerikaner glauben, ein neues Rechenzentrum in ihrer Gemeinde würde ihre Stromkosten erhöhen, gegenüber 13 Prozent, die keinen Effekt erwarten, und lediglich 3 Prozent, die mit sinkenden Kosten rechnen.
Mehrheit der Trump-Wähler rechnet mit höheren Stromrechnungen
Selbst unter Trumps Wählern von 2024 sagte eine Mehrheit von 52 Prozent, ein lokales Rechenzentrum würde die Stromrechnungen wahrscheinlich in die Höhe treiben, was die Herausforderung für Befürworter unterstreicht, die argumentieren, die Einrichtungen brächten wirtschaftliche und strategische Vorteile. Vizepräsident JD Vance räumte ein, dass der Widerstand gegen Rechenzentren oft weniger durch Sorgen über künstliche Intelligenz als durch die Angst vor steigenden Stromkosten der Haushalte getrieben sei.
Vance sagte am Montag vor Reportern, „99 Prozent des Backlash“ gegen Rechenzentren seien auf Situationen zurückzuführen, in denen Projekte für die örtliche Bevölkerung höhere Nebenkosten zur Folge hätten. Er erklärte, Unternehmen sollten bundesweite Deregulierungsbemühungen nutzen, um neue Rechenzentren mit zusätzlicher Stromerzeugung zu koppeln, und argumentierte, die Einrichtungen sollten „Energie ins Netz zurückspeisen, nicht herausnehmen“.
Republikaner setzen auf lokale Entscheidungen
Der Senator aus Ohio, John Husted, der bei der im November anstehenden, viel beachteten Sonderwahl zum Senat gegen den ehemaligen demokratischen Senator Sherrod Brown antritt, schlug einen differenzierteren Ton als Trump an. Er stellte die Debatte eher als lokale Entscheidung denn als nationale Vorgabe dar. Der republikanische Senator argumentierte, Gemeinden sollten die wirtschaftlichen Vorteile von Rechenzentren gegen lokale Bedenken abwägen.
Er verwies darauf, dass einige Gemeinden in Ohio, die die Projekte angenommen haben, erhebliche neue Steuereinnahmen und niedrigere Grundsteuern verzeichnen. „Wenn ihr die Jobs wollt, wenn ihr die Steuereinnahmen wollt, dann ist es ein gutes Geschäft für die Gemeinde“, sagte er. Husted wurde 2025 in den Senat berufen, um den von Vance geräumten Sitz zu übernehmen, und sucht nun die Zustimmung der Wähler, um den Rest der Amtszeit zu absolvieren.
Energiefragen und Verantwortung der Unternehmen
Zugleich räumte Husted Bedenken hinsichtlich der Energiekosten ein, die den Widerstand gegen Rechenzentren im ganzen Land angeheizt haben. Er sagte, die Rolle der Bundesregierung bestehe darin sicherzustellen, dass Rechenzentren über ausreichende Stromerzeugung verfügen und die Kosten nicht auf die Einwohner abwälzen. „Die Rechenzentren erzeugen ihre eigene Energie für diese Einrichtungen, sodass die Last nicht auf die Bürger abgewälzt wird“, sagte Husted.
Er fügte hinzu, dass letztlich lokale Entscheidungsträger und nicht Washington darüber befinden sollten, ob Projekte genehmigt werden. Der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, der sich im November ebenfalls zur Wiederwahl stellt, sagte, Entwickler von KI-Rechenzentren hätten sich den öffentlichen Widerstand weitgehend selbst eingebrockt. Sie hätten insbesondere vor dem Start von Projekten nicht mit den Gemeinden vor Ort zusammengearbeitet.
Texas stoppt vorläufig neue Rechenzentren
Er argumentierte, die rasche Expansion der Branche habe in Texas und darüber hinaus für Verärgerung gesorgt. In der Sendung This Week von ABC News sagte der republikanische Gouverneur am Sonntag, viele Einrichtungen seien in Gemeinden entstanden, ohne dass es ein nennenswertes öffentliches Bewusstsein oder eine Beteiligung gegeben habe. Dies habe Sorgen über Stromverbrauch, Wasserbedarf und Auswirkungen auf die Nachbarschaft ausgelöst.
„Sie haben sich im Grunde ihr eigenes Grab geschaufelt für das Problem, das sie sich selbst eingebrockt haben, und deshalb bekommen sie die Gegenreaktion, die sie verdienen“, sagte Abbott, der hinzufügte, Texas habe die Genehmigung neuer Rechenzentren ausgesetzt, bis neue landesweite Standards umgesetzt sind. Abbott sagte, künftige Projekte in Texas müssten Anforderungen in Bezug auf Wasserverbrauch, Stromnachfrage, Kosten für Verbraucher und die Zustimmung der örtlichen Gemeinden erfüllen, bevor sie vorankommen können.
Gemischte Reaktionen von Demokraten auf Trumps Aussagen
Unterdessen sagte der demokratische Senator aus Pennsylvania, John Fetterman, er sei mit Trumps Beitrag „einverstanden“, und schrieb auf X: „Wir müssen den Krieg um die Vorherrschaft bei der KI gegen China gewinnen. Sie schüren das ‚Anti‘-Argument durch Desinformation.“ Fetterman fügte hinzu: „Es gibt nichts Schädlicheres für einen Demokraten, als Trump UND Rechenzentren zuzustimmen – aber was richtig ist, ist richtig.“
Der demokratische Abgeordnete Hakeem Jeffries widersprach Trumps Äußerungen zur Förderung von Rechenzentren und argumentierte, die Republikaner hätten ihren Ausbau lange unterstützt, obwohl die öffentliche Besorgnis über deren Auswirkungen zunehme. Jeffries wies darauf hin, dass die Republikaner im Repräsentantenhaus in ihrem großen Steuer- und Ausgabenpaket Bestimmungen zugunsten von Rechenzentren vorgesehen hätten.
Demokraten kritisieren Kluft zu Sorgen der Wähler
Diese Regelungen seien jedoch letztlich vom Senat gestrichen worden, bevor das Gesetz unterzeichnet wurde. „Die Republikaner sind, wenig überraschend, pro Rechenzentrum“, sagte Jeffries. Der demokratische Fraktionsführer kritisierte außerdem, was er als eine breitere Entfremdung zwischen der Trump-Regierung und den Sorgen der Wähler über steigende Lebenshaltungskosten beschrieb.
Seine Bemerkungen folgten auf Trumps Aussage in sozialen Medien, Gemeinden, die die Entwicklung von Rechenzentren ablehnten, würden „am Ende rückständig und arm“ sein. Jeffries stellte diese Äußerungen in eine Reihe mit anderen jüngsten Stellungnahmen des Präsidenten, darunter der Behauptung, die Sorgen über Bezahlbarkeit und die Lebenshaltungskostenkrise seien übertrieben. Er argumentierte, die Republikaner seien in Fragen wie Inflation und wirtschaftliche Notlagen zunehmend „von der Realität abgekoppelt“.