Rechtsextremismus: Ermittlungen gegen AfD-Abgeordneten Sebastian Koch wegen Waffenfundes
Die Staatsanwaltschaft Halle ermittelt gegen den Landtagsabgeordneten Sebastian Koch (AfD) nun auch wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Waffengesetz. Bei einer Durchsuchung Ende August im Zusammenhang mit einer verbotenen rechtsextremen Vereinigung seien bei dem AfD-Politiker Waffen gefunden worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es habe sich um einen »Zufallsfund« gehandelt. Zuvor hatte der MDR berichtet.
Auf Anfrage habe Kochs Anwalt erklärt, bei den gefundenen Waffen habe es sich um zwei Luftgewehre und eine Schreckschusswaffe in einem abgeschlossenen Fach gehandelt, berichtete der MDR weiter. Strafrechtliche Vorwürfe weise man zurück. Der Vorsitzende des AfD-Kreisverbandes Altmark-West, Sebastian Koch, ist dem Verfassungsschutz jedoch schon länger bekannt. Er sei »in neonazistischen Zusammenhängen in Erscheinung getreten«, heißt es in einem behördeninternen Gutachten von 2019.
Bereits laufende Ermittlungen wegen Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Vereinigung
Ende August führten Behörden in mehreren Bundesländern Durchsuchungen bei mutmaßlichen Mitgliedern einer verbotenen rechtsextremen Vereinigung durch. Ihnen wird vorgeworfen, die sogenannte »Artgemeinschaft« trotz eines bundesweiten Verbots fortgeführt zu haben. Betroffen von den Durchsuchungen war neben Sebastian Koch auch der AfD-Politiker Simon Lansmann. Sie wiesen die Vorwürfe jeweils über ihren Anwalt zurück. Lansmann und Koch gewannen am vergangenen Sonntag bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Direktmandate.