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Rechtsextremismus: Tschechische Polizei überstellt Neonazi Liebich nach Deutschland

Nation

Tschechien hat Neonazi Marla Svenja Liebich nach Deutschland ausgeliefert. Die tschechische Polizei teilte am Vormittag auf X mit, der Gefangenentransport habe das Gefängnis verlassen, in dem Liebich untergebracht war, und die Grenze nach Deutschland bereits überquert. Justizangaben zufolge soll Liebich in das Frauengefängnis im sächsischen Chemnitz gebracht werden. Anschließend muss die Leitung des Gefängnisses entscheiden, ob Liebich dort einsitzen wird. Gericht wies Beschwerden Liebichs ab Vergangene Woche hatte das Oberlandesgericht in Prag Beschwerden Liebichs gegen eine Auslieferung an Deutschland abgewiesen. Sie seien nicht begründet gewesen, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Liebich hatte angegeben, nicht nach Deutschland gebracht werden zu wollen – aus Angst, in einem deutschen Männergefängnis ums Leben zu kommen. Zudem stellte Liebich einen Befangenheitsantrag gegen die Vorsitzende Richterin, die in Plzeň (Pilsen) mit dem Fall befasst war. Das Gericht bestätigte damit die Entscheidung der Vorinstanz: Das Landgericht im tschechischen Plzeň hatte bereits Anfang Juni entschieden, dass Liebich zur Vollstreckung einer Haftstrafe an die deutschen Behörden übergeben werden soll. Flucht ins Ausland nach Verurteilung zu Haftstrafe In Deutschland war Liebich im Juli 2023 – damals noch mit dem Vornamen Sven – wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Nach der Verurteilung ließ Liebich den Geschlechtseintrag von männlich auf weiblich ändern. Kritiker hielten das für eine Provokation und sprachen von einem Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes. Mit dem im November 2024 in Kraft getretenen Gesetz, das das frühere Transsexuellengesetz ablöste, wurden Änderungen des Geschlechtseintrags und des Vornamens deutlich erleichtert. Im August 2025 trat Liebich die Haftstrafe im Chemnitzer Frauengefängnis nicht an. Daraufhin erließen Polizei und Staatsanwaltschaft einen Vollstreckungsbefehl. Auf X behauptete Liebich damals, sich ins Ausland abgesetzt zu haben. Im April wurde Neonazi Liebich schließlich nach monatelanger europaweiter Fahndung bei Aš (Asch) nahe der Grenze zu Deutschland festgenommen. Liebich hatte seit 2014 regelmäßig Demonstrationen organisiert, oft auf dem Marktplatz in Halle in Sachsen-Anhalt. Immer wieder kam es dabei auch zu Auseinandersetzungen mit Gegendemonstranten. Mehrfach mussten sich Gerichte mit Beschuldigungen gegen Liebich auseinandersetzen.

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