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Regelverstoß an König Haralds Sarg

Welt

In der Schlosskapelle des Osloer Königspalastes gilt ein striktes Fotoverbot – doch eine Abgeordnete des norwegischen Parlaments hielt sich nicht daran. June Gruer zückte gleich dreimal ihr Handy am Sarg von König Harald V. Die Szene wurde live im Fernsehen übertragen.

Am Mittwoch erwiesen die Abgeordneten des norwegischen Parlaments König Harald V. die letzte Ehre. Die Politiker besuchten die Schlosskapelle, um am aufgebahrten Sarg des verstorbenen Monarchen innezuhalten. Dabei griff die Politikerin June Gruer von der Arbeiderpartiet, die sozialdemokratische Partei in Norwegen, insgesamt dreimal zu ihrem Mobiltelefon und machte Aufnahmen. Das berichtete zunächst das norwegische Portal "Nettavisen". Die gesamte Zeremonie wurde live im Fernsehen übertragen, sodass der Regelverstoß für alle sichtbar war.

Dabei hätte Gruer das geltende Fotoverbot eigentlich kennen müssen: Direkt vor dem Eingang der Kapelle weisen laut dem Portal zwei großformatige Schilder unmissverständlich auf das Verbot hin. Darüber hinaus ist die Regelung auch auf der offiziellen Website des norwegischen Königshauses vermerkt. Ein anderer Abgeordneter erklärte gegenüber "Nettavisen", die Hinweistafeln seien "unmöglich zu übersehen" gewesen. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier hatten am Mittwochmorgen das Privileg erhalten, die reguläre Warteschlange der Öffentlichkeit zu umgehen – die Verhaltensregeln galten für sie jedoch gleichermaßen.

Gruer entschuldigt sich: "Würde ich gerne ungeschehen machen"

Gegenüber "Nettavisen" räumte die Politikerin den Verstoß ein: "Nach dem Vorbeigehen wurde ich darauf hingewiesen, dass ein Fotoverbot gilt – das war mir vorher nicht bewusst. Die Bilder sind gelöscht." In einer weiteren Stellungnahme, die vom norwegischen "Dagbladet" veröffentlicht wurde, zeigte sich Gruer zerknirscht: "Ich hatte die Information über die Fotoregeln nicht zur Kenntnis genommen. Das hätte ich offensichtlich tun sollen, und es tut mir so leid, dass mir das entgangen ist. Es ist mir wichtig, in dieser Zeit Respekt zu zeigen, und ich würde das gerne ungeschehen machen."

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Das Königshaus selbst reagierte auf den Vorfall mit einer diplomatisch formulierten Stellungnahme. Man erlebe, dass die Besucherinnen und Besucher König Harald V. "mit Wärme und Würde" die letzte Ehre erwiesen, teilte der Palast "Nettavisen" mit – eine direkte Aussage zu möglichen Verstößen blieb aus.

König Harald wird am 9. September beigesetzt

König Harald V. starb am 28. August im Alter von 89 Jahren. Seine Familie hatte den Sarg am darauffolgenden Montag in einer feierlichen Prozession durch die Räume des Palastes in die Schlosskapelle geleitet. Königin Sonja schritt dabei Hand in Hand mit Kronprinzessin Mette-Marit hinter dem Sarg. Die Beisetzung des Monarchen findet am 9. September in der Osloer Kathedrale statt. Bis dahin hat die Bevölkerung die Gelegenheit, in der Schlosskapelle Abschied zu nehmen. (red)

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