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Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt: Plötzlich kompromissbereit

Nation

Ein wenig Show produziert Ulrich Siegmund noch für die TV‑Kameras. Er umarmt ein paar Abgeordnete, drückt reihum die Hände, ruft ein paar Sprüche der Art »Jetzt holen wir unser Land zurück«. Dann beginnt schon die Pressekonferenz der AfD-Fraktion im Magdeburger Landtag. Siegmund, der bei jedem Schritt neuerdings von Polizisten geschützt wird, will seriös und regierungsfähig wirken, möglichst keine Fehler machen – aber das ist gar nicht so einfach, wie sich in der folgenden halben Stunde zeigt.

Siegmund ist nach seinem 44-Prozent-Ergebnis bei der Landtagswahl gefordert, eine Regierung zu bilden. Drei Stimmen fehlen der AfD im Landtag, Siegmund muss sie irgendwoher bekommen. Die marginalisierte CDU hat erwartungsgemäß als Koalitionspartner abgesagt, wie auch Grüne und SPD. Das BSW – mit 5,3 Prozent der Stimmen nur gerade so in den Landtag gewählt – will immerhin reden.

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